Emil Gutmann (laut Taufeintrag „Emil Albert Hermann Josef Siegfried“) (* 24. Februar 1877 in Wien; † 2. August 1938 in Wien) war ein österreichischer Konzertunternehmer, der vor allem durch die Münchner Uraufführung von Gustav Mahlers 8. Sinfonie und seine musikhistorisch aufschlussreichen Korrespondenzen mit Mahler und Arnold Schönberg bekannt ist.

Leben und Werk mini|Inserat für eine vom Konzert-Bureau Emil Gutmann veranstaltete Berliner Karl-Kraus-Vorlesung (1912) Der kunst- und musikgeschichtlich bedeutende Konzertunternehmer Emil Gutmann war ein Sohn des aus Fürth in Bayern stammenden Wiener Musikalienhändlers und Konzertagenten Albert Gutmann (1851–1915).Zu Emil Gutmanns Vater siehe auch: Emil Gutmann ist 1906 nach München übersiedelt, wo er in der Theatinerstraße 38 seine eigene Konzertagentur betrieben hat (seine Münchner Wohnadressen waren Liebigstraße 37 und zuletzt Viktor-Scheffel-Straße 15). Bekannte Kunden waren der Schriftsteller Karl Kraus,Karl Kraus online: Konzert Bureau Emil Gutmann. Emil Gutmann organisierte Karl Kraus' sechste bis zehnte sowie seine 34. Vorlesung. die Sänger und Schauspieler Mattia Battistini und Leo Slezak, der Pianist und Komponist Felix Weingartner sowie die Komponisten Ferruccio Busoni, Oskar Fried, Gustav Mahler und Arnold Schönberg,Weitere namhafte von Emil Gutmann repräsentierte Künstler enthält das folgende Verzeichnis. wobei er mit den Letzteren musikhistorisch aufschlussreiche Korrespondenzen geführt hat.

Emil Gutmann hat unter anderem die Uraufführung von Mahlers VIII. Sinfonie organisiert, die er zu Mahlers Verärgerung mit dem Beinamen „Sinfonie der Tausend“ versehen hat, der das Werk bis heute begleitet. 1911 hat Gutmann die Münchner Gedächtnis-Feier für den am 18. Mai 1911 verstorbenen Gustav Mahler organisiert, bei der Bruno Walter die Uraufführung von Mahlers „Lied von der Erde“ und nach der Pause Mahlers 2. Sinfonie dirigiert hat.Konzertbureau Emil Gutmann: Programmheft der Gedächtnis-Feier für Gustav Mahler.

Bis 1912 hat Gutmann seine Konzertagentur in München betrieben, bevor er nach Berlin übersiedelt ist, wo er sich finanziell übernommen hat:

Gutmann wurde zwar als „Impresario der Moderne“ gewürdigt, war aber (obwohl katholisch getauft) wegen seiner jüdischen AbstammungEmil Gutmanns Vater Albert Gutmann (20. Juni 1851 – 7. März 1915) stammte aus Fürth in Bayern. Er war mosaisch und ließ sich am 27. Februar 1876 im Wiener Stephansdom taufen (Siehe: Albert Gutmanns Taufeintrag. Pfarre St. Stephan (Stephansdom), Taufbuch, 01-120, Folio 354). Anschließend hat er am 29. Dezember 1876 die am 29. August 1857 geborene Albertina Josefina Katharina Sigmann [alias Bertha Sigmann] in der Wiener Paulanerkirche geheiratet (Siehe: Albert Gutmanns Traueintrag. Pfarre Wieden (Paulanerkirche), Trauungsbuch 02-18, Folio 19). und seines Engagements für jüdische Künstler in der Öffentlichkeit heftigen antisemitischen Anfeindungen ausgesetzt.

Die biografischen Angaben zu Emil Gutmanns weiterem Lebensweg sind spärlich. Einer amtlichen Anmerkung zu seinem Taufeintrag ist zu entnehmen, dass er am 6. Jänner 1919 in Davos Dorf geheiratet hat. Laut der Gustav-Mahler-Sekundärliteratur war er während des Ersten Weltkriegs

Trotz widersprüchlicher Angaben steht inzwischen zweifelsfrei fest, dass der „g[e]w[esene] MusikHändler“ Emil Gutmann am 2. August 1938 in Wien an Lungentuberkulose verstorben ist.

Literatur Emil Gutmann: Gustav Mahler als Organisator. In: Die Musik. Juni 1911, Jahrgang 10, Heft 18, S. 364–368.

Peter Revers: Gustav Mahler und Emil Gutmann. In: Gustav Mahler, „Unbekannte Briefe“. Herausgegeben von Herta Blaukopf. (Wien) 1983, S. 67–70.

Weblinks Verzeichnis der von Emil Gutmann repräsentierten Künstler. Mahler Foundation, Emil Gutmann (1877-1938).

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