Das Biographische Lexikon der Deutschen Burschenschaft ist ein alphabetisches biografisches Nachschlagewerk. Das vom österreichischen Studentenhistoriker Helge Dvorak begründete mehrbändige Lexikon ist ein Standardwerk zur Studentengeschichts- und Hochschulforschung.

Entstehungsgeschichte Ein Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft wurde bereits 1910 erwogen. Es wurde schließlich 1996 von Helge Dvorak (1927–2017) nach dreißigjähriger Vorbereitungszeit begründet.Harald Lönnecker: „Das Thema war und blieb ohne Parallel-Erscheinung in der deutschen Geschichtsforschung“: die Burschenschaftliche Historische Kommission (BHK) und die Gesellschaft für burschenschaftliche Geschichtsforschung e.V. (GfbG) (1898/1909-2009); eine Personen-, Institutions- und Wissenschaftsgeschichte, Universitätsverlag Winter, Heidelberg 2009, S. 185. Dvorak studierte an der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät in Innsbruck Volkswirtschaftslehre und war Mitglied der Wiener akademischen Burschenschaft Olympia.https://wiki.koeblergerhard.de/zier/8898 1982 wurde er mit der Herman-Haupt-Plakette ausgezeichnet.

Das Lexikon umfasst derzeit neun Teilbände bzw. Supplementbände mit Biographien zu Burschenschaftern, die Politiker bzw. Künstler wurden. Als Beispiele seien hierfür pars pro toto genannt Robert Blum und dessen Sohn Hans Blum, Heinrich Wuttke, Robert Schumann und Emil Flechsig. Auch ein August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, der Das Lied der Deutschen dichtete, und dessen Melodie von Joseph Haydns Österreichische Kaiserhymnen entlehnt wurde, ist darin vertreten.

Das Werk wurde im Auftrag der Gesellschaft für burschenschaftliche Geschichtsforschung e. V. (GfbG) im Winter Verlag herausgegeben. Die ersten sechs Teilbände des Lexikons wurden ab 1996 von Christian Hünemörder herausgegeben, zwei Supplementbände ab 2013 von Klaus Oldenhage. Zusammen umfassen die ersten acht Teilbände etwa 5000 Biographien.Klaus Schreiber: Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft (Rezension zum achten Teilband des ersten Bandes), in: Informationsmittel. IFB. Digitales Rezensionsorgan für Bibliothek und Wissenschaft. Jahrgang 2014, Heft 2. Der zweite Band wurde 2018 von Peter Kaupp herausgegeben. Weitere Ergänzungen wurden online veröffentlicht.https://www.burschenschaftsgeschichte.de/pdf/biographisches-lexikon-deutsche-burschenschaft-dvorak-kaupp-kuenstler-nachtrag.pdf und https://www.burschenschaftsgeschichte.de/pdf/biographisches-lexikon-deutsche-burschenschaft-dvorak-kaupp-politiker-nachtragssammlung.pdf

Bände Der erste Band Politiker teilt sich in sechs Teilbände, die von 1996 bis 2005 erschienen, sowie zwei Supplementbände und einen Ergänzungsband.

Der zweite Band Künstler erschien 2018 postum.

I. Band: Politiker. Heidelberg 1996–2014. Teilband 1: A–E, 1996, 298 S. Teilband 2: F–H, 1999, 433 S. Teilband 3: I–L, 1999, 336 S. Teilband 4: M–Q, 2000, 376 S. Teilband 5: R–S, 2002, 588 S. Teilband 6: T–Z, 2005, 460 S. Teilband 7: Supplement A–K, 2013, 625 S. Teilband 8: Supplement L–Z, 2014, 537 S. Teilband 9: Nachträge (nur digital), 2021, 204 S. online II. Band: Künstler. Heidelberg 2018, 771 S. Teilband 2: Nachträge (nur digital), 2025, 19 S. online

Literatur Harald Lönnecker: Veröffentlichungen der Gesellschaft für burschenschaftliche Geschichtsforschung e. V. (Veröffentlichungen des Archivs der Deutschen Burschenschaft. Neue Folge, Heft 5.). Koblenz 2021. S. 33–34. Helge Dvorak, in: Friedhelm Golücke: Verfasserlexikon zur Studenten- und Universitätsgeschichte. Ein bio-bibliographisches Verzeichnis (= Abhandlungen zum Studenten- und Hochschulwesen. 13). SH-Verlag, Köln 2004, ISBN 3-89498-130-X, S. 85–88.

Weblinks Das Biographische Lexikon der Deutschen Burschenschaft bei der Gesellschaft für burschenschaftliche Geschichtsforschung Das Biographische Lexikon der Deutschen Burschenschaft im Winter Verlag Rezensionen für die Informationsmittel für Bibliotheken: 1. Band, 8. Teilband; 2. Band

Einzelnachweise

Kategorie:Geschichte der Burschenschaft Kategorie:Biografisches Nachschlagewerk Kategorie:Literatur (Deutsch)