Der Artikel beschreibt schmale in einer geschlossenen Straßenfront befindliche Häuser mit einer Baubreite von unter neun Metern in Berlin (Stand: 2020er Jahre). Es werden sowohl existierende als auch nicht mehr vorhandene Gebäude (jeweils geordnet nach ihrer Breite) erfasst.Kommentar 1: Die Eingrenzung auf unter zehn Meter Baubreite ist willkürlich gewählt, sie orientiert sich an den real existierenden Bauten im gesamten Stadtbereich.

Existierende Häuser Überblick Bei den Recherchen zu dieser Thematik wurden in einer Bauzeile aufgefundene Gebäude zusammengestellt, die es in den zwölf Berliner Bezirken gibt. Nicht berücksichtigt wurden Solitärbauten. Die Reihenfolge der Häuser nach ihrer Straßenbreite auf Straßenniveau und im jeweiligen Kiez beträgt: mini|hochkant|Spittastraße 20, ca. 6 m breit Bürohaus Kurfürstendamm 70 in Charlottenburg Baubreite 3,05 m () Wohnhaus, Rungestraße 10 in Mitte Baubreite 3,50 m () Propststraße in Mitte, mehrere GebäudeBaubreiten zwischen 3,50 und 5,30 Meter () Wohnhaus mit Laden, Oranienstraße 46 in Kreuzberg, BaudenkmalBaubreite 5 m () Wohnhaus mit Laden, Müllerstraße 156d in WeddingBaubreite 5,20 m () Wohnhaus mit Laden, Wilmersdorfer Straße 24 in CharlottenburgBaubreite 5,30 m () Wohnhaus mit Laden, Spandauer Straße 25 im Nikolaiviertel, 3-achsig und ca. 5,80 m breit Wohn- und Bürohäuser Fischerstraße 26 und 35 in SpandauBaubreite Nr. 26: 6 m, Baudenkmal ()Baubreite Nr. 35: bei drei Achsen: ca. 7,30 m; verbreitert sich auf der Hofseite auf rund 8,50 m () 5 Wohnhäuser in der Spittastraße im Kaskelkiez (Berlin-Rummelsburg), zwischen 5,80 und 8,90 Meter breit bzw. 2-, 3- und 4-achsig. Das sind die Häuser mit den Hausnummern 20, 18, 27 und 27a. Wohnhaus in der Straße Kietz, Berlin-Köpenick ca. 6,80 m breit, 3-achsig und dreigeschossig: Haus Nr. 17 Drei Wohnhäuser in der Bölschestraße in Berlin-Friedrichshagen, zwischen 7,20 und 7,90 Meter breit, jeweils 3-achsig. Das sind die Häuser mit den Nummern 54, 55 und 101, alle sind gelistete Baudenkmale.

Kurfürstendamm 70 mini|hochkant|links|Handtuchhaus, Kurfürsten­damm 70

Das schmalste Bürogebäude Berlins steht im Ortsteil Charlottenburg am Kurfürstendamm 70, Nähe Adenauerplatz. Es wurde 1992–1994 vom Architekten Helmut Jahn (Murphy/Jahn Architects) auf einem Baugrundstück mit einer Flächentiefe von 2,50 m zzgl. eines ein Meter breiten Streifens vom eigentlichen Fußweg geplant und errichtet. Die Baubreite beträgt nach eigenen Messungen 3,05 m. Die Restbaufläche, die nach der Anlage der Lewishamstraße als unbebaubar galt, wurde somit optimal genutzt. Die Grundfläche des Gebäudes im tragenden Erdgeschoss beträgt 700 m², mit Hinzurechnung des Überhangs von ca. 5 m über dem Fußweg der Lewishamstraße ergeben sich für die Etagen 1 bis 6 Nutzflächen von je zirka 1300 m².Grundriss mit dem Maßtool von Google Earth grob abgemessen.

Inoffiziell heißt das sechsetagige Haus mit einer Stahl-Glas-Fassade wegen seines langen schmalen Grundrisses auch das Handtuchhaus.Bürogebäude am Adenauerplatz (Handtuchhaus). berlin.de/ba-charlottenburg-wilmersdorf; abgerufen am 13. Februar 2024.Basisinformationen zum Geschäftshaus Kurfürstendamm 70. architektur-bildarchiv.de; abgerufen am 13. Februar 2024.

Die Nutzflächen resultieren aus dem langrechteckigen Grundriss, der sich zur abgerundeten Straßenecke am Kurfürstendamm mit fünf Fensterachsen zeigt. Genutzt wird jede Etage des Bürohauses von anderen Unternehmen: eine Rechtsanwaltsgesellschaft,Website Consulting/RAE Pietschmann eine Geschäftsführungsgesellschaft,Website CMI-Geschäftsführungsgesellschaft eine Kanzlei für Verkehrsrecht,Website Kanzlei für Verkehrsrecht ein ImmobilienmaklerWebsite Immobilienmakler und die Volland Unternehmensgruppe.Website Volland Unternehmensgruppe

Rungestraße 10

Geschichte Die Straße nahe am Köllnischen Park, anfangs Wassergasse, wurde durch den Grundstückseigentümer Zimmermeister Gustav Adolf Ludwig Schultz nach und nach in den 1880er Jahren mit Wohnhäusern bebaut; seine Werkstatt befand sich an der Ecke Brückenstraße 13a. Außerdem besaß er weitere Häuser in der Brückenstraße sowie eine Baubedarfsfabrik in Berlin-Schöneweide. Einige Wohnbauten verkaufte Schultz und dann auch schmale Streifen Bauland in der Quergasse, um die Zufahrt zu den hinteren Höfen zu ermöglichen. Einer der Käufer, Salomon Löwenthal, ließ 1889/1890 direkt über seiner Zufahrt auf einer Länge von 15 m ein kleines Wohngebäude errichten, welches die Adresse Wassergasse 10 erhielt. Die Durchfahrt nimmt die ganze Baubreite ein, darüber entstanden vier kleine Zimmer, die über eine sehr steile und schmale Treppe von der Durchfahrt erreicht werden konnten. Das kleinste Zimmer weist nur eine Nutzbreite von 1,50 m auf.Jan Berndorf: So schmal wie ein VW-Käfer lang ist. In: taz; abgerufen am 13. März 2024.

In den Berliner Adressbüchern endet die Wassergasse seit 1894 regelmäßig mit der Hausnummer 5. Die Häuser 6 bis 11 erhielten 1893 die neue Anschrift Rungestraße, die ursprüngliche Hausnummernzählung wurde jedoch beibehalten. Die Bewohner des Hauses Rungestraße Nr. 10 erschienen ab den 1910er Jahren meist unter ‚Brückenstraße 13‘. Das Häuschen überstand den Krieg und die folgenden Jahrzehnte bis heute, zeigt allerdings an mehreren Stellen deutliche Setzungsrisse.

In den 1970er Jahren wurde die Immobilie zwangsenteignet. Seit dem Mauerfall ist das Haus nicht mehr bewohnt und verfällt.

Die Wohnungsbaugesellschaft Mitte, seit 1990 als Verwalterin eingesetzt, hat die Zugänge um das Jahr 1998 verschlossen. Im Jahr 1994 erfolgte eine Reprivatisierung, der jetzige Eigentümer, Sohn des Besitzers aus den 1920er Jahren hat jedoch keine Verwendung für das Handtuch und lässt es seitdem verfallen. Ein Abriss droht.

Auf der Rückseite der Rungestraße wurde nach 1990 ein zusätzlicher Wohnungsbau hochgezogen, der die Hausnummer 10 aufnimmt und nur über den Durchgang dieses Hauses erreicht wird.

Beschreibung mini|hochkant=0.65|Rungestraße 10, Hofansicht Im Ortsteil Mitte in der Rungestraße steht ein zweiachsiges, zweistöckiges Wohnhäuschen, das an der Straßenfront nur 3,50 m breit ist. Der leicht trapezförmige Grundriss führt dazu, dass es zur Hofseite hin etwas breiter ist und drei Fensterachsen entstehen konnten. Das statistische Landesamt Berlin führt das Gebäude als offiziellen Rekord für das schmalste Haus in der Stadt. Der Zugang zum oberen Stockwerk erfolgt über eine schmale steile Treppe von der Durchfahrt aus. Die entsprechende Eingangstür ist im Original erhalten.

Richtung Hof sind dahinter weitere zwei mit Stahlblech ausgeführte etwas niedrigere Türen zu einem späteren Zeitpunkt eingebaut worden, sie erschließen zwei ebenerdige kleine Räume. Die wohl ursprünglich stuckverzierte straßenseitige Fassade wurde in den 1950er Jahren mit einem grauen Glattputz versehen, der allerdings großflächig abbröckelt und dahinter recycelte Ziegelsteine zu sehen sind. Die Hofseite ist im Stil der städtischen Bauten mit roten und hellen Backsteinen als Streifenmuster oder Kreuzmuster ausgeführt. Neben der Durchfahrt befindet sich aktuell ein gemauerter Torbogen, in dem einige alte Motorräder abgestellt wurden. Am Schlussstein des Torbogens wurde das Datum „03.06.2016“ auf einer angeformten Putzfläche hinterlassen.

Ein hofseitiger Anbau (Schuppen, Lagerhalle) wurde nach 1990 abgerissen. An dieser Stelle befindet sich ein eingezäunter Bereich als Stellplatz für die Müllcontainer.

Nutzungen Nacheinander zogen in die Wohnung Leute mit kleiner Familie, wenig Ansprüchen und/oder wenig Einkommen meist für kurze Zeit ein: kleine Händler, Handwerker, Arbeiter.Schmale Häuser in Berlin: zum Haus Rungestraße 10. haus-und-gesellschaft.blog, abgerufen am 10. März 2024.Beispiele sind ein Getreide- und Fouragehändler (1890) (), eine Näherin (1900) (); ein Goldschmied (1921) () sowie ein Kaufmann.

Nach dem Kriegsende, bis 1948 nutzte zuerst ein Handwerksbetrieb die schmale Immobilie; nach der Enteignung in den späten 1960er Jahren mietete sich eine Malerfirma ein. Nach dem Mauerfall, zwischen Ende 1989 und 1993 diente das Haus Kindern als Abenteuerspielplatz (Räuberhöhle). Im Jahr 2024 steht es leer.

Oranienstraße 46 Geschichte und Beschreibung In den 1860er Jahren begann die Neuparzellierung der Luisenstadt, auf einer kleinen Restfläche hatte Konditormeister Eduard Felix Kühn einen kleinen Imbiss (Schmalzkuchenbude) betrieben. Er kaufte für 2000 Reichstaler schließlich das Grundstück und ließ sich darauf vom Maurermeister E. Freemark und dem Zimmermeister Ullmann ein dreietagiges Wohnhaus mit einer Nutzfläche von 140 Quadratmetern errichten, 5 Meter Straßenfront und 25 Meter in die Hoftiefe. Die folgenden Jahrhunderte einschließlich der Kriege überstand das im Nach-Schinkel-Stil ausgeführte Gebäude, es wurde aber mehrfach an andere Eigentümer weitergereicht.Haus Oranienstraße 46, in: Kreuzberger Chronik, abgerufen am 8. Juli 2025.

Erst nach dem Mauerfall ließ der Besitzer die Immobilie sanieren und vermietete sie an die PDS-Partei; der Vertrag endete jedoch im Jahr 2004. In der Zwischenzeit fand eine Zwangsversteigerung statt, bei welcher der Physiker Ralf Hemmen 1998 den Kaufzuschlag erhielt. In der Folge ließ er alles denkmalgerecht sanieren, zog selbst hier ein und vermietet seitdem die übrigen Räume. Ein vorab aufgenommener persönlicher Kontakt mit der Witwe des letzten Eigentümers zu einem direkten Kauf war nicht erfolgreich, weil diese als Kaufbedingung gefordert hatte, Hemmen solle die Gemäldesammlung ihres Mannes mitkaufen, was er nicht wollte.

Jedes der drei Stockwerke besteht nur aus einem etwa 32 Quadratmeter großen Raum und einer kleinen Kammer/einem Verschlag, die/der als Küche oder kleiner Sanitärraum dient.

Nutzungen In den unteren Räumen wurde 1881 ein Restaurant(Gastwirt Kühn ) eröffnet, im Jahr 1895 mietete sich ein Damenmäntelhersteller bei dem Eigentümer ein.) 1899 zog eine Schokoladenhandlung ein,) 1907 ein Hutfabrikant.) Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand ab 1950 ein Füllfederhaltergeschäft darin.

Per Stand Frühjahr 2024 befinden sich in Kreuzbergs kleinstem Haus mehrere Büros und im Dachbereich eine Kunstgalerie. Die Galerie zeigte u. a. im Jahr 2014 (bis zum 6. Dezember) die Ausstellung On Water, die die Flucht tausender Menschen über das Mittelmeer zum Inhalt hatte.

Müllerstraße 156d mini|hochkant|Müllerstraße 156d, Hofseite Geschichte Mit dem preußischen Erbpachtgesetz von 1855 wurden Haus- oder Grundstücksbesitzer zu Immobilieneigentümern. Zu dieser Zeit war der Bauunternehmer Schmidt als Besitzer der Grundstücke in der Müllerstraße 156 angegeben. Er ließ sie in drei etwa gleich große Bauflächen aufteilen (a, b, c) und verkaufte sie stückweise lukrativ. Eine sehr kleine Fläche, mit ‚d‘ bezeichnet, blieb übrig. Diese Restparzelle erwarb der Premierleutnant a. D. Baron Hermann August von Oppen (* 1828), wohnhaft in Charlottenburg bei Berlin.Übersicht der Adelsfamilie von Oppen > Friedrich August von Oppen (1855–?), verheiratet mit Wilhelmine, geb. von Salisch. roskildehistorie.dk; abgerufen am 13. Februar 2024. Dieser ließ hier neben den bereits gebauten Wohnmietshäusern (156a, b, c) ein dreietagiges schmales Wohnhaus mit recht niedrigen Raumhöhen bauen und vermietete die entstandenen Wohnräume.

Zwischen 1945 und ca. 1975 sind keine baulichen Maßnahmen überliefert.

Im Jahr 1977 kaufte der italienische Eismacher Franco dal Col das Bauwerk und veranlasste hofseitig den Anbau einer Küche im Parterre. Auch er vermietet Teile der Räumlichkeiten.

Beschreibung Das als sehr schmales Wohnhaus in Berlin medial bekannte Gründerzeit-Gebäude mit einfachem Fassaden-Dekor im Jugendstil steht im Berliner Ortsteil Wedding in der Müllerstraße 156d. Das im Jahr 1850 begonnene Haus erhebt sich über fünf Etagen. Die kompakten beidseitig angebauten Wohnmiethäuser, jeweils ebenfalls fünf Etagen hoch, sind wegen größerer Raumhöhen mehrere Meter höher.