Die Katalonien-Rundfahrt 2024 war die 103. Austragung des spanischen Etappenrennens. Das Radrennen fand vom 18. bis zum 24. März im Rahmen von sieben Etappen statt und war Teil der UCI WorldTour 2024.

Den Gesamtsieg sicherte sich der Slowene Tadej Pogačar (UAE Team Emirates), der zudem vier Etappen gewann und sich auch in der Punkte- und Bergwertung durchsetzte. Auf den nachfolgenden Plätzen folgten Mikel Landa (Soudal Quick-Step) mit einem Rückstand von drei Minuten und 41 Sekunden, sowie Egan Bernal (Ineos Grenadiers), der bereits fünf Minuten und drei Sekunden zurücklag. Der beste Nachwuchsfahrer war der Franzose Lenny Martinez (Groupama-FDJ). In der Mannschaftswertung setzte sich das Team Bahrain Victorious durch.

Streckenführung Insgesamt legten die Fahrer auf den sieben Etappen 1173,4 Kilometer zurück. Es standen vier hüglige und drei Bergetappen auf dem Programm, die alle mit einer Bergankunft zu Ende gingen. Die Rundfahrt begann in Sant Feliu de Guíxols in der Provinz Girona, ehe es bereits am zweiten Abschnitt in die Pyrenäen ging. Hier fanden zwei Bergankünfte in Vallter (2135 m) und Port Ainé (1960 m) statt. Die vierte Etappe führte die Fahrer aus den Pyrenäen hinaus und endete in Lleida. Im Anschluss wurde die Rundfahrt in an der Mittelmeerküste in Altafulla fortgesetzt, ehe das Ziel des fünften Abschnitts in Viladecans erreicht wurde. Die anschließende sechste Etappe führte über mehrere Anstiege der Serra d’Ensija-els Rasos de Peguera und endete mit einer Bergankunft beim Santuari de Queralt auf einer Höhe von 1150 Metern. Am letzten Tag fand der traditionelle Abschluss des Etappenrennens auf einem Rundkurs um den Montjuïc statt. EtappeDatumStreckeTypkm1Mo, 18. März 2024Sant Feliu de Guíxols – Sant Feliu de GuíxolsMittelgebirgsetappe173,92Di, 19. März 2024Mataró – Vallter 2000Hochgebirgsetappe186,53Mi, 20. März 2024Sant Joan de les Abadesses – Port AinéHochgebirgsetappe176,74Do, 21. März 2024Sort – LleidaMittelgebirgsetappe1695Fr, 22. März 2024Altafulla – ViladecansMittelgebirgsetappe167,36Sa, 23. März 2024Berga – QueraltHochgebirgsetappe154,77So, 24. März 2024Barcelona – BarcelonaMittelgebirgsetappe145,3Gesamtdistanz:1173,4

Reglement Im Rahmen der 103. Auflage wurden Trikots für die Gesamtwertung (weiß/grün), Punktewertung (weiß/blau), Bergwertung (weiß/rot) und Nachwuchswertung (weiß/orange) vergeben. Zusätzlich gab es eine Teamwertung und ein Trikot für den besten katalanischen Fahrer (schwarz). Nach jeder Etappe wurde der aktivste Fahrer von einer Jury bestimmt. Dieser trug am anschließenden Etappentag eine grüne Rückennummer.

Für die Teamwertung wurden die Zeiten der drei besten Fahrer pro Etappe zusammengezählt. Während der Etappen gab es die Möglichkeit, Zeitbonifikationen zu gewinnen, um sich in der Gesamtwertung zu verbessern. Die Vergabe der Sekunden sowie der Punkte für die Punkte- und Bergwertung wird in der folgenden Tabelle erklärt: 1.2.3.4.5.6.PlatzPunktewertungZielankunft1064PunkteZwischensprint321Bergwertung'Especial' Kategorie2620161412101. Kategorie10864212. Kategorie53213. Kategorie321BonussekunundenZielankunft1064SekundenZwischensprint321

Teilnehmende Mannschaften und Fahrer Neben den 18 UCI WorldTeams gingen auch 7 UCI ProTeams bei der Rundfahrt an den Start. Für jedes Team waren sieben Fahrer startberechtigt.

Als Top-Favorit galt der Slowene Tadej Pogačar (UAE Team Emirates), der mit João Almeida, Pavel Sivakov und Jay Vine auf starke Teamkollegen bauen konnte. Weitere bekannte Gesamtklassement-Fahrer, die bei der Rundfahrt starten, waren Sepp Kuss, Cian Uijtdebroeks (beide Team Visma-Lease a Bike), Geraint Thomas, Egan Bernal (beide Ineos Greandiers), Simon Yates (Team Jayco AlUla), Enric Mas, Nairo Quintana (beide Movistar Team), Mikel Landa, Ilan Van Wilder (beide Soudal Quick-Step), Alexander Wlassow, Sergio Higuita (beide Bora-hansgrohe), Michael Woods (Israel-Premier Tech) Wout Poels, Damiano Caruso, Jack Haig (alle Bahrain Victorious), Hugh Carthy (EF Education-EasyPost), Lenny Martinez (Groupama-FDJ), Andreas Leknessund (Uno-X Mobility) und Guillaume Martin (Cofidis).

Aufgrund des anspruchsvollen Terrains starteten neben Bryan Coquard (Cofidis), Marijn van den Berg (EF Education-EasyPost) und Ethan Hayter (Ineos Grenadiers) nur wenige endschnelle Fahrer bei der Rundfahrt. UCI WorldTeamsUCI ProTeamsADCEFEDFPBBHARKGFCJAYCJRASTIGDTVLEKPTBVIWAUADEUSBOHLTKIPTCOFMOVLDTDATSOQUXM

Rennverlauf und Ergebnisse Die erste Etappe gewann der Australier Nick Schultz (Israel-Premier Tech), der sich auf dem letzten Kilometer, kurz vor der leicht ansteigenden Zielgerade vom Hauptfeld absetzte. Dahinter sprintete Tadej Pogačar (UAE Team Emirates) auf Rang zwei, gefolgt von Stephen Williams (Israel-Premier Tech), wobei die drei Spitzenreiter zwei Sekunden auf die restlichen Fahrer herausfuhren. Auf der Zielgeraden war Egan Bernal (Ineos Grenadiers) in einen Sturz involviert, verlor jedoch aufgrund der 3-Kilometer-Regel keine Zeit im Gesamtklassement. Zuvor hatte der Kolumbianer bei dem letzten Zwischensprint drei Bonussekunden geholt. Nick Schultz schlüpfte als erster Fahrer in das Führungstrikot und lag nun zwei Sekunden vor Tadej Pogačar, der sich beim Zwischensprint ebenfalls zwei Bonussekunden gesichert hatte. Zu den Verlierern des Tages zählte Simon Yates (Jayco AlUla), der bereits nach der ersten Etappe rund eine Minute zurücklag.

Die Bergankunft der zweiten Etappe in Vallter 2000 gewann der Slowene Tadej Pogačar mit einem Vorsprung von einer Minute und 23 Sekunden. Der Slowene setzte sich bei kaltem Regen rund 6,5 Kilometer vor dem Ziel in der Schlusssteigung von den anderen Gesamtklassement-Fahrern ab. Dahinter belegte Mikel Landa (Soudal Quick-Step) den zweiten Rang gefolgt von Alexander Wlassow (Bora-hansgrohe), der zwei weitere Sekunden einbüßte. Mit mehr als eineinhalb Minuten Rückstand folgten João Almeida (UAE Team Emirates), Lenny Martinez (Groupama-FDJ), Chris Harper (Jayco AlUla), Egan Bernal und Enric Mas (Movistar) auf den nachfolgenden Plätzen. In der Gesamtwertung lag Tadej Pogačar aufgrund der Zeitbonifikationen bereits eine Minute und 35 Sekunden vor Mikel Landa. Alexander Wlassow wies als Gesamtdritter einen Rückstand von einer Minute und 38 Sekunden auf.

Tadej Pogačar gewann auch die Bergankunft der dritten Etappe, wobei er sich diesmal mit einem Vorsprung von 48 Sekunden vor Mikel Landa durchsetzte. Dahinter folgten Antonio Tiberi, Wout Poels (beide Bahrain Victorious) und Sepp Kuss (Visma-Lease a Bike) mit einem Rückstand von einer Minute und drei Sekunden, ehe Alexander Wlassow sieben Sekunden später eine kleine Gruppe über die Ziellinie führte. Tadej Pogačar baute seinen Vorsprung auf Mikel Landa auf zwei Minuten und 27 Sekunden aus, während Alexander Wlassow bereits zwei Minuten und 55 Sekunden zurücklag.

Die vierte Etappe endete im ersten Massensprint, den Marijn van den Berg (EF Education-EasyPost) vor Arne Marit (Intermarché-Wanty) und Emīls Liepiņš (dsm-firmenich PostNL) gewann. In der Gesamtwertung kam es zu keinen nennenswertenVeränderungen, wobei sich Wout Poels, Sepp Kuss und Antonio Tiberi Zeitbonifikationen beim letzten Zwischensprint sicherten.

Auch die fünfte Etappe ging in einem Massensprint zu Ende, nachdem sich kurz vor dem Ziel zwei große Gruppen zusammengefunden hatten. Diesmal setzte sich Axel Laurance (Alpecin-Deceuninck) vor Marijn van den Berg und Bryan Coquard (Cofidis) durch. Im Verlauf des Tages sicherte sich der Gesamtsechste Enric Mas insgesamt drei Bonussekunden. Antonio Tiberi holte zwei Sekunden und Sepp Kuss ließ sich eine Sekunde gutschreiben.

Die sechste Etappe führte erneut zu großen Zeitabständen und untermauerte die Dominanz des gesamtführenden Tadej Pogačar. Nachdem sich das Hauptfeld bereits zur Hälfte der Etappe am Coll de Pradell in kleine Gruppen geteilt hatte und bekannte Fahrer wie Sepp Kuss und Cian Uijtdebroeks (beide Visma-Lease a Bike) zurückgefallen waren, griff der Slowenen 29 Kilometer vor dem Ziel an im Anstieg des Collada de Sant Isidre an. Sein Vorsprung bei der Zielankunft beim Santuari de Queralt betrug schlussendlich 57 Sekunden auf Egan Bernal und Mikel Landa, die die letzten Kilometer zu zweit bestritten. Dahinter folgten Enric Mas, Chris Harper, Antonio Tiberi, João Almaida und Lenny Martinez mit mehr als zwei Minuten Rückstand. Alexander Wlassow verlor im Schlussanstieg den Kontakt zu der ersten größeren Verfolgergruppe und verlor mit einem Rückstand von zwei Minuten und 38 Sekunden seinen dritten Gesamtrang. Tadej Pogačar lag nun drei Minuten und 31 Sekunden vor Mikel Landa und vier Minuten und 53 Sekunden vor Egan Bernal, der sich um sechs Positionen verbessert hatte.

Die siebte und letzte Etappe wurde traditionell auf dem Rundkurs am Montjuïc ausgetragen. Während des Etappenverlaufs kam es zu zahlreichen Angriffen, wobei sich letztendlich der Gesamtsieger Tadej Pogačar im Sprint aus einer kleinen Gruppe vor Dorian Godon (Decathlon AG2R La Mondiale) und Guillaume Martin (Cofidis) durchsetzte. Nach vier Etappensiegen gewann Tadej Pogačar die Gesamtwertung mit einem Vorsprung von drei Minuten und 41 Sekunden.

Etappe 1: Sant Feliu de Guíxols – Sant Feliu de Guíxols (173,9 km) Die erste Etappe wurde auf hügligen Schleifen um Sant Feliu de Guíxols ausgetragen. Nach 29,8 Kilometern wurden im Anschluss an die nicht-kategorisierte Alt de Romanyà ein Bergwertung der 3. Kategorie auf der Alt de la Ganga (210 m) abgenommen, die sich Kenny Elissonde (Cofidis) sicherte. Der Franzose hatte sich in der frühen Rennphase gemeinsam mit Mikel Bizkarra (Euskaltel-Euskadi), Simone Petilli (Intermarché-Wanty), Alex Baudin (Decathlon AG2R La Mondiale) und Ådne Holter (Uno-X Mobility) vom Hauptfeld abgesetzt. Nach 40,3 Kilometern erfolgte der erste Zwischensprint in La Bisbal d’Empordà, bevor mit der Alt dels Angels (460 m) eine Steigung der 2. Kategorie in Angriff genommen wurde. Mikel Bizkarra sicherte sich vor Simone Petilli und Ådne Holter die meisten Zeitbonifikationen, musste sich bei der Bergwertung jedoch erneut Kenny Elissonde geschlagen geben. Nachdem die Kuppe bei Kilometer 55,3 überquert worden war, folgte eine längere Abfahrt, die Fahrer nach Girona führte. Nun drehte die Fahrtrichtung gen Süden, ehe sich Mikel Bizkarra auch beim zweiten Zwischensprint in Cassà de la Selva nach 75,8 Kilometern durchsetzte. Nach einer kurzen nicht-kategorisierten Steigung wurde Tossa de Mar erreicht, von wo aus die Strecke entlang der Küste zum Zielort Sant Feliu de Guíxols führte. Nachdem die erste Zieldurchfahrt bei Kilometer 122 erfolgt war, nahmen die Fahrer den abschließenden Rundkurs in Angriff, der zunächst flach ins nördliche Llagostera führte. Hier erfolgte 30,6 Kilometer vor dem Ziel der letzte Zwischensprint, bevor die Fahrtrichtung erneut gen Süden drehte. Da die Ausreißergruppe zu diesem Zeitpunkt bereits eingeholt worden war, gingen die meisten Zeitbonifikationen an Egan Bernal (Ineos Grenadiers). Hinter dem Kolumbianer ließen sich Tadej Pogačar (UAE Team Emirates) und Laurens De Plus (Ineos Grenadiers) die verbliebenen Sekunden gutschreiben. Über das Massís de Cadiretes gelangten die Fahrer zurück zur Küste und überquerten dabei die Alt de Sant Grau (465 m), die als Anstieg der 2. Kategorie auf einer Länge von 8,3 Kilometern eine durchschnittliche Steigung von 3,7 % aufwies. In der Auffahrt verloren die ersten Fahrer den Kontakt zum Hauptfeld, ehe Marc Soler (UAE Team Emirates) das Fahrerfeld über die Kuppe führte. Die letzten 19,9 Kilometer verliefen meist abfallend nach Sant Feliu de Guíxols, wo sich das Ziel auf der leicht ansteigenden Ctra. de Girona befand. Ergebnis 1. Etappe