mini|Huthigebiet und Attacken auf Schiffe Die Krise am Roten Meer begann am 19. Oktober 2023, als die von der Islamischen Republik Iran unterstützten Ansar Allah (Huthi-Bewegung) im Jemen Israel mit Raketen und bewaffneten Drohnen angriff, mit dem erklärten Ziel, die Israelische Invasion im Gazastreifen zu stoppen. Die Angriffe wurden von Israels Arrow-Raketenabwehrraketen gestört; einige verfehlten ihre Ziele oder wurden von der israelischen Luftwaffe, der US-Marine und der französischen Marine abgefangen. Seit diesem Zeitpunkt unternehmen die Ansar Allah Angriffe gegen Handels- und Marineschiffe im Roten Meer, besonders im Gebiet der Meerenge des Golf von Aden. Dies wurde von den Vereinigten Staaten mit mehreren hundert Angriffen auf Raketenstellungen und andere Ziele im Jemen durch US-Streitkräften und verbündeten Streitkräften beantwortet. Speziell die Angriffe auf Schiffe haben eine militärische Reaktion einer Reihe von Ländern hervorgerufen. Die Vereinigten Staaten, die die Operation Prosperity Guardian zum Schutz der Schifffahrtsroute ins Leben gerufen haben, griffen Huthi-Schiffe im Roten Meer an. Seit dem 12. Januar 2024 führen die USA und das Vereinigte Königreich die Serie von Raketenangriffen der Koalition gegen die Huthis an, während andere Länder unabhängig voneinander begonnen haben, in den Gewässern vor dem Jemen zu patrouillieren.
Die Huthis beschlagnahmten oder versenkten seit Oktober 2023 mehrere zivil betriebene Frachtschiffe, die in der Nähe der jemenitischen Küste unterwegs waren. Sie erklärten jede mit Israel verbundene Schifffahrt als legitimes Ziel, jedoch wurden auch mehrere Schiffe ohne offensichtliche Verbindung zu Israel angegriffen. Sie würden die Angriffe fortsetzen, bis Israel seine Kriegshandlungen im Gazastreifen einstellen werde. Ansar Allah greift insbesondere im Bab-el-Mandeb, als südliches „Seetor“ zum Suezkanal Ägyptens Schiffe an; Handelsschiffen werden seitdem teilweise mittels der Passage um Südafrika umgeleitet.
Die Krise im Roten Meer ist Teil eines umfassenderen Stellvertreterkriegs zwischen den Vereinigten Staaten und Iran, dem Israel-Hamas-Krieg, dem „Proxy Conflict“ zwischen Iran und Israel sowie der zu dem Zeitpunkt nahezu 10 Jahre anhaltenden Krieg im Yemen.References for this being a US-Iran proxy war:
Hintergrund Huthis im Jemen Die Huthi-Bewegung ist eine von der Islamischen Republik Iran unterstützte schiitische Organisation, die de facto die Kontrolle über Teile des Jemen ausübt, obwohl sie nicht die international anerkannte Regierung des Landes ist. Die Machtübernahme der Huthi im Jemen im Jahr 2014 führte zur Übernahme der Hauptstadt Sanaa durch die Gruppe, aber der Anti-Huthi-Präsidialrat wird von der internationalen Gemeinschaft nach wie vor als legitime Regierung des Jemen anerkannt. Nachdem sich dieser Konflikt zu einem andauernden Bürgerkrieg ausgeweitet hatte, wurden Millionen von Bewohnern innerhalb des Landes vertrieben, und eine von Saudi-Arabien angeführte Koalition reagierte mit der Verhängung einer Blockade des Jemen. Diese zusammen führten dazu, dass die Wirtschaft um die Hälfte schrumpfte und die Ernährungsunsicherheit stark zunahm. Seit 2017 herrscht im Jemen eine der schlimmsten Hungersnöte der Welt.
Die Milizen der Huthi-Bewegung kontrollieren seit 2014 einen beträchtlichen Teil des Küstengebiets des Landes entlang des Roten Meeres. Der Bürgerkrieg hat zu umfangreichen Binnenvertreibungen, einer von Saudi-Arabien geführten Seeblockade und einer Blockade der Ölexporte geführt, die alle seit 2016 zu einer Hungersnot im Jemen beigetragen haben, einer der schlimmsten Hungersnöte der Welt.
Huthis und der Krieg zwischen Israel und der Hamas mini|320x320px|Gebiete, die 2024 von der Huthi-Bewegung kontrolliert werden, grün eingefärbt Nach dem von der Hamas angeführten Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023, der den Krieg zwischen Israel und der Hamas auslöste, bekundeten zahlreiche von Iran unterstützte militante Gruppen im gesamten Nahen Osten (einschließlich der Huthis) ihre Unterstützung für die Palästinenser und drohten mit einem Angriff auf Israel. Huthi-Führer Abdul-Malik al-Houthi warnte die Vereinigten Staaten vor einer Intervention zur Unterstützung Israels und drohte, dass eine solche Intervention mit Drohnen- und Raketenangriffen beantwortet werden würde. Um ihre Angriffe im Roten Meer zu beenden, forderten die Huthis einen Waffenstillstand im Krieg zwischen Israel und der Hamas und ein Ende der damit einhergehenden israelischen Blockade des Gazastreifens.
Waffen der Huthi-Milizen Nach Angaben von Armament Research Services sind die Huthi-Waffen meist russischer, chinesischer oder iranischer Herkunft. Es ist bekannt, dass sie Boden-Boden-Raketen, Seezielflugkörper, Artillerieraketen, sogenannte Loitering Weapons (: „lauernde Waffen“) und unbemannte Luftfahrzeuge (UAVs) einsetzen. Die Miliz verfügt über zahlreiche Raketen- und UAV-Typen (darunter auch solche, die Israel erreichen können), so unter anderem:
Toufan – eine auf dem iranischen Ghadr-Raketentyp basierende Mittelstreckenrakete mit einer Reichweite von 1.800 km (1.100 Meilen), möglicherweise sogar bis zu 1.950 km. Marschflugkörper – u. a. von der iranischen Soumar-Familie, mit einer Reichweite von etwa 2.000 km (1.200 Meilen). Quds-2-Marschflugkörper – angeblich mit einer Reichweite von 1.350 km, aber für einen Angriff auf Israel gemacht. Samad-3 und Samad-4 – UAVs/Loitering Munition mit Reichweiten von bis zu 1.800 km (1.100 Meilen). Wa'id-Drohnen – ähnlich wie die iranische Shahed 136, Loitering Munition mit einer Reichweite von 2.500 km (1.600 Meilen). Sayyed – ein aus den Quds-Marschflugkörpern entwickelter Seezielflugkörper mit vermutlich einer Reichweite von bis zu 800 km.
Chronologie der Ereignisse
Oktober 2023 Am 19. Oktober 2023 teilten US-Beamte mit, dass der Zerstörer Carney der US-Marine drei landgestützte Marschflugkörper und mehrere Drohnen abgeschossen habe, die von den Huthis im Jemen in Richtung Israel abgefeuert worden waren. Dies war die erste Aktion des US-Militärs zur Verteidigung Israels seit Ausbruch des Krieges. Später wurde berichtet, dass das Schiff vier Marschflugkörper und 15 Drohnen abgeschossen habe. Eine weitere Rakete wurde Berichten zufolge von Saudi-Arabien abgefangen.
Am 27. Oktober 2023 wurden aus dem Bereich des südlichen Roten Meeres zwei Loitering Weapons abgefeuert. Nach Angaben von Beamten der Israelischen Verteidigungskräfte (IDF) war das Ziel Israel, aber die Flugkörper überquerten nicht die Grenze zu Israel, sondern gingen auf ägyptischem Gebiet nieder. Einer traf ein Gebäude neben einem Krankenhaus in Taba (Ägypten), wobei sechs Personen verletzt wurden, der andere wurde in der Nähe eines Elektrizitätswerks nahe der Stadt Nuweiba in Ägypten abgeschossen. Ein Huthi-Beamter veröffentlichte später nach dem Absturz der Drohne in Taba einen Ein-Wort-Post auf Twitter, in dem er die nahe gelegene israelische Stadt Eilat erwähnte.
Am 31. Oktober wurde in Eilat, im Kibbuz Eilot und im Gebiet des Industrieparks Shahorit Luftalarm wegen des Eindringens von feindlichen Flugobjekten, die vom Roten Meer aus anflogen, ausgelöst. Die anfliegenden Flugkörper konnten erfolgreich abgefangen werden. Das Arrow-Raketenabwehrsystem zerstörte hierbei eine ballistische Rakete und die israelische Luftwaffe fing mehrere Marschflugkörper ab, die in Richtung Eilat steuerten. Die Huthis übernahmen die Verantwortung für diese Attacken. Ein Marschflugkörper wurde von einem F-35i Adir-Jet abgeschossen. Der Abschuss der Rakete durch das Arrow-Raketenabwehrsystem wer der erste Einsatz dieses Abwehrsystems im Kontext des Krieges zwischen Israel und der Hamas. Nach Angaben israelischer Beamter ereignete sich das Abfangen über der Erdatmosphäre über der Negev-Wüste, was es zum ersten Fall eines Weltraumkriegs in der Geschichte macht.
November 2023 Am 1. November, gegen 00:45 Uhr, konnte die IDF weitere Raketen und Drohnen, die zuvor aus dem Jemen abgefeuert und südlich von Eilat identifiziert worden waren, abfangen. Eine US-amerikanische MQ-9-Drohne wurde am 8. November vor der Küste des Jemen von der Huthi-Luftabwehr abgeschossen; Das Pentagon hatte zuvor erklärt, dass MQ-9-Drohnen über Gaza zum Einsatz kämen, um Informationen zu sammeln und um so die israelischen Bemühungen zur Geiselbefreiung zu unterstützen. Am 9. November feuerten die Huthis eine Rakete auf die Stadt Eilat ab. Die Rakete wurde von einer Arrow-3-Rakete zerstört, es war dies das erste Mal, dass eine Abwehrrakete dieses Modells eingesetzt wurde.
Am 14. November feuerten die Huthis erneut zahlreiche Raketen ab, von denen eine auf die Stadt Eilat gerichtet war. Die Rakete wurde nach Angaben israelischer Beamter von einer Arrow-Rakete abgefangen. Am folgenden Tag sagten US-Beamte, dass der US-Zerstörer Thomas Hudner eine Drohne abgeschossen habe, die aus dem Jemen abgefeuert worden war und auf sie zusteuerte.
Am 19. November 2023 kaperten die Huthi das Frachtschiff Galaxy Leader im Roten Meer. Dern Israelischen Streitkräften zufolge soll es sich weder um ein israelisches Schiff, noch um israelische Besatzungsmitglieder gehandelt haben. Das Schiff sei unter der Flagge der Bahamas gefahren. Das Schiff soll dem Unternehmen Ray Carriers gehören, das von dem israelisch-britischen Geschäftsmann Abraham Ungar gegründet wurde.
Am 22. November feuerten die Huthis einen Marschflugkörper auf die Stadt Eilat ab. Israelische Beamte sagten, die Rakete sei erfolgreich von einer F-35 abgeschossen worden. Am 23. November 2023 teilten US-Beamte mit, dass die Thomas Hudner mehrere vom Jemen aus gestartete Angriffsdrohnen abgeschossen habe.
Ein US-Beamter, der anonym bleiben wollte, teilte am 25. November 2023 gegenüber der Agentur The Associated Press mit, eine iranische mutmaßliche Shahed-136 Drohne habe ein unter der Flagge Maltas fahrendes Schiff im Indischen Ozean angegriffen und beschädigt. Das Schiff gehöre dem israelischen Milliardär Idan Ofer.
In der Nacht zum 27. November 2023 teilte die US-Marine mit, das gekaperte Tankschiff Central Park nach einem Notruf befreit zu haben. Fünf Bewaffnete seien dabei durch Besatzung der Mason festgenommen worden, nachdem sie nach der Forderung zur Freigabe des Schiffes geflohen waren.
Am 29. November 2023 teilten US-Beamte mit, dass der Zerstörer Carney eine Huthi-KAS-04-Drohne abgeschossen habe, als sich das Kriegsschiff dem Bab-el-Mandeb näherte. Am 30. November 2023 berichteten saudische Medien, dass ein israelischer Luftangriff eine Explosion in einem Waffenlager der Huthi in Sanaa, der Hauptstadt des Jemen, verursacht habe. Huthi-Vertreter dementierten den Bericht und erklärten, dass stattdessen eine Tankstelle getroffen wurde. Ein Mitglied des Politbüros der Huthis, Hezam al-Asad, sagte, die Explosion sei durch die Überreste einer Bombe verursacht worden, die aus dem jemenitischen Bürgerkrieg übrig geblieben sei.
Dezember 2023 Am 6. Dezember 2023 feuerte die Huthi-Bewegung mehrere ballistische Raketen auf israelische Militärposten in Eilat ab. Am gleichen Tag gelang dem US-Zerstörer Mason der Abschuss einer Drohne, die im Jemen gestartet worden war. Es gab keine klaren Hinweise auf das Ziel.