Die Stadtwerke Wasserburg sind das örtliche Versorgungsunternehmen für elektrische Energie und Wasser für die Stadt Wasserburg am Inn. Auch das Sport- und Freizeitzentrum BADRIA gehört zu den Stadtwerken. Eine Tochtergesellschaft der Stadtwerke Wasserburg, die Energienetze Wasserburg GmbH & Co. KG betreibt das örtliche Gasnetz in Kooperation mit den Energienetzen Bayern.
Geschichte Die Stadtwerke Wasserburg am Inn wurden 1948 als Eigenbetrieb der Stadt gegründet.Ludwig Scheidacher: Ohne Wasser und Strom geht gar nichts – Die Geschichte der städtischen Versorgungsbetriebe in Wasserburg a. Inn. In: Heimat am Inn, Band 22/23, Jahrbuch 2002/2003, S. 222. Ihre Wurzeln liegen in der bereits seit Jahrhunderten bestehenden kommunalen Wasserversorgung der Stadt. Das städtische Wasserwerk zählt zu den ältesten noch bestehenden Wirtschaftsunternehmen Wasserburgs und bestand bereits lange vor der Zusammenführung der Versorgungsbetriebe zu den heutigen Stadtwerken.Ludwig Scheidacher: Ohne Wasser und Strom geht gar nichts – Die Geschichte der städtischen Versorgungsbetriebe in Wasserburg a. Inn. In: Heimat am Inn, Band 22/23, Jahrbuch 2002/2003, S. 7. Die folgende Chronologie zeigt ausgewählte Meilensteine von den Anfängen der kommunalen Wasser- und Energieversorgung bis zur Entwicklung der heutigen Stadtwerke Wasserburg am Inn.Ludwig Scheidacher: Ohne Wasser und Strom geht gar nichts – Die Geschichte der städtischen Versorgungsbetriebe in Wasserburg a. Inn. In: Heimat am Inn, Band 22/23, Jahrbuch 2002/2003, S. 7.
1565 Erste Belege über eine Wasserleitung bis zur Innbrücke. Die Wasserversorgung erfolgte zu dieser Zeit über öffentliche Brunnen, die auf der Altstadthalbinsel betrieben wurden. Das Wasser stand der Bevölkerung grundsätzlich unentgeltlich zur Verfügung, während Handwerker und gewerbliche Nutzer Gebühren entrichten mussten.Ludwig Scheidacher: Ohne Wasser und Strom geht gar nichts – Die Geschichte der städtischen Versorgungsbetriebe in Wasserburg a. Inn. In: Heimat am Inn, Band 22/23, Jahrbuch 2002/2003, S. 7–8.
Ende des 16. Jahrhunderts Über die Innbrücke wurde Leitungswasser für die örtlichen Wasserleitungen zugeführt. In den folgenden Jahrzehnten entstanden erste private Hausanschlüsse an die Wasserversorgung.Ludwig Scheidacher: Ohne Wasser und Strom geht gar nichts – Die Geschichte der städtischen Versorgungsbetriebe in Wasserburg a. Inn. In: Heimat am Inn, Band 22/23, Jahrbuch 2002/2003, S. 8.
1900 Beginn der elektrischen Energieversorgung in Wasserburg am Inn durch den Aufbau des ersten elektrischen Verteilnetzes Verteilnetzes und die Errichtung des Elektrizitätswerks. Der Kessel für das Kraftwerk wurde am 16. März 1900 mit einem von sechs Pferden gezogenen Schwertransport in die Stadt gebracht. Die Betriebseröffnung des Elektrizitätswerks erfolgte am 10. Juli 1900. Die im selben Jahr errichtete Werkhalle diente in der Anfangszeit der öffentlichen Stromversorgung als Energiezentrale. Zunächst wurden die Altstadt sowie die südliche Vorstadt im Bereich der Innbrücke mit Elektrizität versorgt.Ludwig Scheidacher: Ohne Wasser und Strom geht gar nichts – Die Geschichte der städtischen Versorgungsbetriebe in Wasserburg a. Inn. In: Heimat am Inn, Band 22/23, Jahrbuch 2002/2003; Wasserburger Zeitung, 10. August 1977.
1921–1922 Beschluss der Stadt, den Stadtteil Burgau an das elektrische Netz anzuschließen. Die Umsetzung erfolgte 1922 und führte in den nachfolgenden Jahrzehnten zu einer weiteren Ausdehnung des Stromnetzes in Wasserburg am Inn.Ludwig Scheidacher: Ohne Wasser und Strom geht gar nichts – Die Geschichte der städtischen Versorgungsbetriebe in Wasserburg a. Inn. In: Heimat am Inn, Band 22/23, Jahrbuch 2002/2003, S. 210.
1948 Gründung der Stadtwerke Wasserburg am Inn als Eigenbetrieb der Stadt. Die bis dahin bestehenden Versorgungsstrukturen für Wasser und Strom wurden damit organisatorisch zusammengeführt.Ludwig Scheidacher: Ohne Wasser und Strom geht gar nichts – Die Geschichte der städtischen Versorgungsbetriebe in Wasserburg a. Inn. In: Heimat am Inn, Band 22/23, Jahrbuch 2002/2003, S. 222.
1950er–1960er Jahre Modernisierung und Ausbau der Strom- und Wasserversorgung: Nach den ersten Nachkriegsjahren begannen die Stadtwerke mit der Modernisierung und dem Ausbau der städtischen Strom- und Wasserversorgung. Zwischen 1951 und 1955 wurde das Stromnetz von Gleichstrom auf Drehstrom umgestellt. Die Investitionen der folgenden Jahrzehnte dienten vor allem dem weiteren Ausbau des elektrischen Verteilungsnetzes. Mit dem Bau des Hochbehälters II und der Verbindungsleitung über das Stauwerk wurden ab 1953 die technischen Voraussetzungen für die Erweiterung der Wasserversorgung im westlichen Stadtgebiet geschaffen. Zum 1. Juli 1960 übernahmen die Stadtwerke die Wasserversorgung des Stadtteils Burgau.Ludwig Scheidacher: Ohne Wasser und Strom geht gar nichts – Die Geschichte der städtischen Versorgungsbetriebe in Wasserburg a. Inn. In: Heimat am Inn, Band 22/23, Jahrbuch 2002/2003, S. 142–143.
1960er–1970er Jahre Weiterer Ausbau der Versorgungsinfrastruktur: In den Jahren nach der Übernahme der Burgauer Wasserversorgung wurde der Stadtteil vollständig an das Rohrnetz der Stadtwerke angeschlossen. Durch Investitionen in Speicher-, Förder- und Leitungsanlagen erweiterten die Stadtwerke ihre Wasserversorgung und konnten den steigenden Wasserbedarf ohne zusätzliche Erschließung weiterer Grundwasservorkommen decken. Im Zuge der Gemeindegebietsreform 1978 erfolgten weitere Investitionen zur Erweiterung der Wasserversorgung im westlichen Stadtgebiet. Auch im Bereich der Stromversorgung wurden die Versorgungsanlagen und das elektrische Verteilungsnetz durch weitere Investitionen kontinuierlich ausgebaut und modernisiert.Ludwig Scheidacher: Ohne Wasser und Strom geht gar nichts – Die Geschichte der städtischen Versorgungsbetriebe in Wasserburg a. Inn. In: Heimat am Inn, Band 22/23, Jahrbuch 2002/2003, S. 125, 127–128, 142, 225.
3. Dezember 1977 Inbetriebnahme des Sport- und Freizeitzentrums BADRIA: Das städtische Hallen- und Freibad BADRIA wurde eröffnet.Ludwig Scheidacher: Ohne Wasser und Strom geht gar nichts – Die Geschichte der städtischen Versorgungsbetriebe in Wasserburg a. Inn. In: Heimat am Inn, Band 22/23, Jahrbuch 2002/2003, S. 219.
1980er–1990er Jahre Ausbau und Weiterentwicklung der Versorgungsinfrastruktur: In den 1980er Jahren investierten die Stadtwerke in die Modernisierung der Wasserförderungs- und Versorgungstechnik sowie in die Erweiterung des Stromversorgungsgebiets um neue Wohngebiete und das entstehende Gewerbegebiet Staudham. Die Stromversorgung wurde durch Investitionen in das elektrische Verteilungsnetz weiter ausgebaut. Seit 1997 arbeitet die Stadt Wasserburg gemeinsam mit der Energie Südbayern (ESB) an der Erdgasversorgung des Stadtgebiets und erweiterte damit das kommunale Energieangebot.Ludwig Scheidacher: Ohne Wasser und Strom geht gar nichts – Die Geschichte der städtischen Versorgungsbetriebe in Wasserburg a. Inn. In: Heimat am Inn, Band 22/23, Jahrbuch 2002/2003, S. 128, 206, 211.Stadt Wasserburg am Inn: Strom & Erdgas. https://www.wasserburg.de/de/stadt-buerger/versorgung/strom-erdgas (abgerufen 2026).
1999 Eingliederung des BADRIA und Ausbau erneuerbarer Energieerzeugung: Mit der Eingliederung des Sport- und Freizeitzentrums BADRIA zum 1. Januar 1999 erweiterten die Stadtwerke ihr Aufgabenfeld um den Bereich Freizeit und Erholung. Die technische und wirtschaftliche Verknüpfung des BADRIA mit der Energieversorgung der Stadtwerke bildete eine wesentliche Grundlage für die Eingliederung. Im Juli 1999 ging im BADRIA zudem eine Photovoltaikanlage in Betrieb, mit der die Stadtwerke ihre Stromerzeugung um die Nutzung der Solarenergie ergänzten.Ludwig Scheidacher: Ohne Wasser und Strom geht gar nichts – Die Geschichte der städtischen Versorgungsbetriebe in Wasserburg a. Inn. In: Heimat am Inn, Band 22/23, Jahrbuch 2002/2003, S. 207, 219.
1990er–2000er Jahre Ausbau der Energie- und Kundenberatung: Bereits 1994 boten die Stadtwerke im Rahmen einer Energiesparkampagne persönliche Beratungen in einem Informationsmobil vor ihrem Verwaltungsgebäude an. Mit dem Einstieg in eine eigene Energieberatung ab 2006 und dem Ausbau des Angebots ab 2008 entwickelten die Stadtwerke ihre Beratungsleistungen im Bereich Energieeinsparung, Energieeffizienz und Gebäudetechnik weiter.Wasserburger Zeitung: „Als Stromverbraucher bewusster Energiesparen“, 28. September 1994; „Einstieg in die Energieberatung“, 25. November 2006; „Zwei Konzepte zum Klimaschutz“, 29. April 2008.
2000er Jahre Anpassung des Energieangebots und Entwicklung erneuerbarer Energieangebote: Seit 2006 boten die Stadtwerke mit „InnStrom“ ein Stromprodukt an, dessen Energie vollständig aus erneuerbaren Energiequellen bezogen wurde. Darüber hinaus wurden Maßnahmen zur langfristigen Sicherung der Trinkwasserqualität im Quellgebiet Fuchsthal weitergeführt.Wasserburger Zeitung: „Alternative: 100 Prozent Ökostrom“, 21. Januar 2006.Wasserburger Zeitung: „Grüner Teppich schützt Trinkwasser“, 2. November 2015.
2009 Einstieg in die Elektromobilität: Mit der Inbetriebnahme der ersten öffentlichen Stromtankstelle im Stadtgebiet begannen die Stadtwerke mit dem Aufbau öffentlicher Ladeinfrastruktur für Elektromobilität.Wasserburger Zeitung: „Stromtankstelle offiziell in Betrieb genommen“, 23. Juli 2009.
2010er Jahre Ausbau der Stromversorgung aus erneuerbaren Energiequellen, Klimaschutz und Elektromobilität: In den 2010er Jahren erweiterten die Stadtwerke ihre Aktivitäten im Bereich der Stromversorgung aus erneuerbaren Energiequellen. Dazu gehörten die Beteiligung an den Innkraftwerken Bayern im Jahr 2010, die Beteiligung an einem Windenergiepark in der Oberpfalz sowie die Einführung des Stromprodukts „Inn.Strom+ natur“ im Jahr 2011. Im Rahmen des kommunalen Energiedialogs wurden zudem Ziele zum Ausbau des Anteils erneuerbarer Energien in der Stromversorgung verfolgt.
Parallel dazu wurde die öffentliche Ladeinfrastruktur weiter ausgebaut. Neben Ladestationen für Elektrofahrzeuge entstanden auch Ladeeinrichtungen für Elektrofahrräder, unter anderem am Gries und am Bahnhof Reitmehring. Im Bereich des Trinkwasserschutzes wurde die seit 2003 bestehende „Freiwillige Kooperation Fuchsthal“ mit den Landwirten im Wassereinzugsgebiet fortgeführt und ab 2011 durch Wasserschutzverträge ergänzt.Wasserburger Zeitung: „Zukunftsinvestition in Ökostrom“, 8. Juli 2010; „Stadtwerke auf Ökostrom-Einkaufstour“, 22. Oktober 2010; „Öko-Strom als Ziel“, 25. März 2011; „Ladestationen für E-Bikes aufgestellt“, 18. September 2015; „Grüner Teppich schützt Trinkwasser“, 2. November 2015.
2020er Jahre Digitalisierung, Weiterentwicklung der Elektromobilität und Schutz der Trinkwasserressourcen: Die Stadtwerke bauten ihre digitalen Dienstleistungen weiter aus und ermöglichten unter anderem die Online-Übermittlung von Zählerständen sowie die Nutzung eines Kundenportals. Gleichzeitig wurde die öffentliche Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge erweitert. Darüber hinaus wurden Maßnahmen zum Schutz der Trinkwasserressourcen fortgeführt und bestehende Anlagen zur Stromerzeugung modernisiert sowie weitere Ausbauvorhaben vorbereitet.Wasserburger Zeitung: „Schon 100 Karten zum Strom tanken vergeben“, 18. Mai 2021; „Wehr an der Wuhr wird im Frühjahr saniert“, 17. Februar 2022; „Das Trinkwasser ist gut geschützt“, 30. November 2022; „Stadtwerke Wasserburg setzen auf Digitalisierung“, 27. Dezember 2022; „Neue Wege in schwierigen Zeiten“, 2. Februar 2023; „E-Mobilitätsprojekt abgeschlossen“, 4. Juni 2024; „Das Lade-Netz in Wasserburg wächst weiter“, 3. August 2024.
Seit Februar 2025 ist Uwe Horn Werkleiter der Stadtwerke Wasserburg am Inn. Zuvor war Robert Pypetz Werkleiter.
mini|rechts|Verwaltungsgebäude der Stadtwerke Wasserburg am Inn