mini|Keilschrifttafel mit Liebesgedicht auf Šu-Sin Šu-Sin von Ur (auch Schu-Sin, Schu-Suen, Schusuena, Šusuena) war von 2037 bis 2029 v. Chr. (Mittlere Chronologie) König von Sumer und Akkad in Mesopotamien (im heutigen Irak). Er regierte nur etwa zehn Jahre.
Leben Šu-Sin war der vierte Regent aus der Dritten Dynastie von Ur; er folgte seinem Vater (oder nach anderen Überlegungen seinem Bruder)Zum Verwandtschaftsverhältnis zwischen Amar-Suena und Šu-Sin siehe Walther Sallaberger: Ur III-Zeit. In: Walther Sallaberger, Aage Westenholz: Mesopotamien. Akkade-Zeit und Ur III-Zeit (= Orbus Biblicus et Orientalis. Band 160/3), Universitätsverlag Freiburg und Vandenhoeck & Ruprecht, Freiburg/Schweiz und Göttingen 1999, S. 167–168. Amar-Suena nach dessen frühen Tod auf den Thron. Šu-Sins Mutter hieß Abī-simtī und war wohl Gemahlin des Amar-Suena.Weiershäuser: Die königlichen Frauen der III. Dynastie von Ur. S. 106. Über die Zeit seiner Regentschaft ist bekannt, dass von der Westgrenze des Reiches Gefahr drohte und dass er selbst sich rühmte, im Irak Die Anzahl seiner Feldzüge ist aber insgesamt deutlich geringer als die seiner Vorgänger, was auf innere Schwierigkeiten deutet.Garfinkle: The Kingdom of Ur. In: Radner, Moeller, Potts (Hrsg.): The Oxford History of the Ancient Near East. Band II, S. 156–157. Schon Šulgi hatte damit begonnen, eine Reihe von Festungen zu errichten, die das Reich gegen die Tidnum, bei denen es sich um Amoriter handelte, schützen sollte. Der Bau begann in seinem 4. Regierungsjahr und wird in königlichen Inschriften, in seinen Jahresdatierungen und Weiheinschriften genannt.Garfinkle: The Kingdom of Ur. In: Radner, Moeller, Potts (Hrsg.): The Oxford History of the Ancient Near East. Band II, S. 157, 176–177. Der Erfolg dieser Befestigungen ist zweifelhaft
Nachfolger wurde sein Sohn Ibbi-Sin, der letzte Großkönig aus der Dritten Dynastie von Ur.
Es sind mehrere Keilschrifttexte mit Gedichten überliefert, die sich an Šu-Sin richten, möglicherweise in Zusammenhang mit dem Ritual der Heiligen Hochzeit. Das bekannteste ist der als Liebeslied einer Frau auf Schusuena von Ur III bezeichnete Text.
Als seine Gemahlin ist Kubātum in diversen Texten bezeugt.Weiershäuser: Die königlichen Frauen der III. Dynastie von Ur. S. 153–157.
Šu-Sins Jahresdatierungen Jahr 1: Das Jahr, als Šu-Sin König wurde Jahr 2: Das Jahr, als Šu-Sin König von Ur wurde, Kalfatern des Bootes des Enki (genannt), Ibex von Abzu Jahr 3: Das Jahr, als Šu-Sin, der König von Ur, Simanun zerstörte Jahr 4: Das Jahr als Šu-Sin, der König von Ur, die Amurru-Mauer baute, (genannt): Zurückdrängen der Tidanum Jahr 5: Das Jahr, nachdem Šu-Sin, der König von Ur, die Amurru-Mauer baute, (genannt): Zurückdrängen der Tidanum Jahr 6: Das Jahr, als Šu-Sin, der König von Ur, eine prächtige Stele für Enlil und Ninlil errichtete Jahr 7: Das Jahr, als Šu-Sin, der König von Ur, der Herrscher der vier Teile, das Land der Zabszali zerstörte Jahr 8: Das Jahr, als Šu-Sin, der König von Ur, ein prächtiges Boot für Enlil und Ninlil machte Jahr 9: Das Jahr, als Šu-Sin, der König von Ur, den Tempel für Szara in Umma bauteMarcel Sigrist, Peter Damerow: Mesopotamian Year Names. (cdli.ucla.edu).
Literatur Steven J. Garfinkle: The Kingdom of Ur. In: Karen Radner, Nadine Moeller, D. T. Potts (Hrsg.): The Oxford History of the Ancient Near East. Band II: From the End of the Third Millennium BC to the Fall of Babylon. Oxford 2022, ISBN 978-0-19-068757-1, S. 121–189. Frauke Weiershäuser: Die königlichen Frauen der III. Dynastie von Ur (= Göttinger Beiträge zum Alten Orient. 1), Göttingen 2008, ISBN 978-3-940344-10-6 ( PDF).
Einzelnachweise
Kategorie:König (Ur) Kategorie:Geboren im 22. oder 21. Jahrhundert v. Chr. Kategorie:Gestorben im 21. Jahrhundert v. Chr. Kategorie:Mann Kategorie:Ur-III-Zeit