Karl Friedrich Masch (* 28. April 1824 in Brunki bei Barlinek (deutsch Forsthaus Brunken bei Berlinchen); † 18. Juli 1864 in Küstrin) war ein Serienmörder im Königreichs Preußen, der 300 Diebstähle, sechs Brandstiftungen, zwanzig Mordversuche und zwölf Morde verübte.

Sein Wirkungsfeld befand sich im Osten von Brandenburg. Er verübte Straftaten zeitweise bis nach Berlin und im südlichen Pommern. Karl Friedrich wurde in Frankfurt a. d. O. am 23. August 1861 durch einen Zufall verhaftet. Er legte ein ausführliches Geständnis ab, ohne aber die vom Gericht vermuteten Komplizen zu nennen. Er wies eine Beteiligung seines Bruders Martin Masch an den Morden an der Müllerfamilie Baumgart in Chursdorf (polnisch Mostkowo (Barlinek)) bei Soldin (polnisch Myślibórz) zurück.mini|Karl Friedrich Maschmini|Rittergut Hohenziethen, Kreis Soldin, zwischen 1857 and 1883, H. Krämer, Sammlung Alexander Duncker. mini|Dertzow, Kreis Soldin, Herrenhaus und Kirche; Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Stein; Hausrampe mit Blick auf den See.

Frühe Jahre Karl Friedrich Masch wurde am 28. April 1824 im Forsthaus Brunken bei Berlinchen Forsthaus Brunken (polnisch Barlinek) im Landkreis Soldin (Powiat Myśliborski) in der preußischen Provinz Brandenburg als Sohn des Tagelöhners Martin Masch und Maria Elisebeth, geb. Otto geboren. Brunken (polnisch Brunki) liegt etwa 5 Kilometer südwestlich von Berlinchen. Das Forsthaus Bruken (Nadleśnictwo Barlinek) liegt etwa einen Kilometer südöstlich von Brunken. Karl Friedrich war das jüngste von vier Kindern. Die Eltern zogen bald nach der Geburt nach Hohenziethen (polnisch Sitno (Myślibórz)), einem Dorf im Nordwesten des Landkreises Soldin, wo Karl Friedrich in die Schule ging und konfirmiert wurde. Er fehlte häufig in der Schule und lernte nur mit Mühe das Lesen. Schreiben lernte er erst während seines Wehrdienstes. Der Vater trank, war aber fleißig und kam selten tagsüber nach Hause. Die Erziehung der Kinder überließ der Vater vollständig seiner Frau. Die Mutter wird als autoritär beschrieben, die die Kinder manchmal hart tadelte, aber auch Vieles gewähren ließ und sie vernachlässigte. Im Prozess zeigte Maria Elisebeth keinerlei Reue oder Mitgefühl. Der Vater kränkelte viel und starb 1838. Der Gefängnisseelsorger, der Karl Friedrich Masch nach der Verhaftung betreute, schrieb hierzu:

Der ältere Bruder, Dienstknecht Johann Gottlieb Masch, ermordete am 8. Dezember 1843 die Tochter seines Dienstherren, des Bauern Johann Daniel Zegelin aus Beyersdorf, Landkreis Pyritz (polnisch Tetyń (Kozielice)) durch einen Messerstich in die Brust, weil er „von heftiger Liebe zu ihr“ glaubte, dass sie einem anderen den Vorzug gebe. Am 23. März 1846 wurde Johann Gottlieb vom Oberlandesgericht Stettin wegen dieser Tat zum Tode auf dem Rad verurteilt und dann aber durch Kabinetts-Order am 24. November 1846 zu lebenslanger Zuchthausstrafe begnadigt. Johann Gottlieb starb 1849 in der Zuchtanstalt Moabit in Berlin. Der zweite Bruder Martin Masch wurde am 28. Mai 1821 geboren und die Schwester war mit dem Tagelöhner Harder in Hohenziethen verheiratet. mini|Martin Masch – Bruder und Mittäter des Serienmörders Karl Friedrich Masch. mini|Karl Friedrich Masch in seiner Räuberhöhle. mini|Der Königliche Förster Topp aus Marienbrück findet am 15. November 1858 im Wildenower Forst zufällig den schlafenden Karl Friedrich Masch. mini|Ein Bauer und ein Wächter treffen zufällig im Dunklen auf Karl Friedrich Masch. Nach dem Tod des Vaters arbeitete Karl Friedrich ab 1838 auf dem Rittergut Hohenziethen beim Herrn von Quillfeldt. Anfangs musste er Ochsen hüten, später arbeitete er als Knecht. Der Arbeitgeber war mit den Leistungen von Masch unzufrieden. Karl Friedrich Masch war nicht in der Lage, Tadel und Kritik durch den Arbeitgeber zu ertragen und Weihnachten 1842 wurde er wegen eines in Trunkenheit verübten Exzesses aus dem Dienst entlassen. Danach fand er eine Anstellung als Dienstknecht beim Bauern Johann Daniel Zegelin aus Beyersdorf, jenem Bauern, dessen Tochter 1843 vom Bruder Johann Gottlieb Masch ermordet wurde. Bei diesem Bauern beging Karl Friedrich Masch seinen ersten Diebstahl aus, indem er einem anderen Dienstknecht 20 Groschen stahl.

Brandstiftung in Beyersdorf Im Sommer 1843 kam es zu einem heftigen Streit zwischen dem Arbeitgeber Johann Daniel Zegelin aus Beyersdorf und seinem Dienstknecht Karl Friedrich Masch, da der Bauer die Arbeit des Knechts getadelt hatte. Masch konnte dies nicht hinnehmen und hatte einen Wutausbruch. Aus Rache zündete Masch schließlich ohne weiter Vorkommnisse die mit Korn gefüllte Scheune des Bauern Zegelin an.

Von 1843 bis 1844 arbeitete Masch bei einem Bauern in Neuendorf, wurde von diesem aber wegen Unzufriedenheit entlassen. Masch schlich sich danach in der Dunkelheit auf das Anwesen, schnitt den Pferden die Schwänze ab und warf Arbeitsgeräte ins Wasser. Im Anschluss trat er wieder in den Dienst des Gutsbesitzers von Quillfeldt auf dem Rittergut Hohenziethen, wurde aber im Spätsommer 1844 entlassen, nachdem er bei einem illegalen Kutschen-Wettrennen einen Wagen zertrümmert und einen Menschen verletzt hatte.

Wehrdienst Am 29. September 1844 wurde Masch zum Wehrdienst eingezogen und diente im preußischen Infanterie-Regiment „Graf Schwerin“ (3. Pommersches) Nr. 14 in Soldin bis zum Herbst 1846. Nach der Entlassung zog er zu seinem Bruder Martin Masch, der inzwischen geheiratet hatte, die verwitwete Mutter bei sich aufgenommen hatte und in Hohenziethen wohnte. Zu Beginn des Jahres 1847 trat er erneut in die Dienste des Gutsbesitzers von Quillfeldt in Hohenziethen und wurde nach vier Wochen heftiger Streitereien mit dem Aufseher und dem Gutsbesitzer entlassen. Im März 1848 während der Deutschen Revolution 1848/1849 wurde er als Reservist zum preußischen Colbergschen Grenadier-Regiment „Graf Gneisenau“ (2. Pommersches) Nr. 9 in Stettin eingezogen, ging mit dem Regiment nach Berlin und wurde im Herbst 1848 wieder entlassen. Nachdem er kurz als Brennerknecht (Brennereigehilfe) gearbeitet hatte, wurde er zum Landwehr-Infanterie-Regiment 1. Brandenburgisches Landwehr-Regiment Nr. 8 in Soldin einberufen. Mit diesem wurde er in Schlesien eingesetzt und im Frühjahr 1849 nach Dresden verlegt. Während seine Einheit weiter nach Baden marschierte, verbrachte Karl Friedrich mehrere Monate im Lazarett in Erfurt und wurde im Sommer 1849 aus dem Dienst entlassen.

Berlin und Dertzow Von Sommer 1849 bis 1854 arbeitete Karl Friedrich in verschiedenen Anstellungen in Berlin als Gärtner, Kellner, Diener, Zuckerarbeiter und Brennereigehilfe. In dieser Zeit hatte er eine gleichgeschlechtliche Beziehung mit dem Gastwirt Hanßen, mit dem er auch zeitweise zusammen lebte. Im Herbst begab er sich fieberkrank zu seinem Bruder Martin Martin Masch nach Dertzow. Im Hause des Bruders, in dem auch dessen Ehefrau Charlotte Kohlschmidt aus Wuthenow (polnisch Otanów), die gemeinsamen Kinder und die Mutter Maria Elisebeth wohnten, wurde er bis zum Frühjahr 1855 aufgenommen, verköstig und gepflegt. Als im Frühjahr die Ehefrau von Martin Karl Friedrich vorwarf, er würde ihren Kindern das Brot wegessen, nahm er ein Messer und versuchte die Frau zu erstechen. Als nun die Mutter Maria Elisebeth dazwischen trat, um Martins Frau zu schützen, schlitzte Karl Friedrich mit dem Messer die Hand seiner Mutter auf. Nach diesem Vorfall musste er das Haus verlassen und trat wieder eine Anzahl von verschiedenen Anstellungen an, die immer nach kurzer Zeit im Streit mit Kündigung endeten. Ende 1855 arbeitete er bei einem Bauern im Oderbruch nach Wriezen und tauchte dann wieder bei seinem Bruder in Dertzow auf, mit dem er sich versöhnte. Über Hamburg reiste er nach Helgoland, um sich bei der British-German Legion als Fremdenlegionär für den Krimkrieg zu verdingen, wurde aber abgewiesen. Zurück in Dertzow vertrat er seinen erkrankten Bruder als Dienstknecht auf dem Gutshof Dertzow.

Einbruch in Kornspeicher und Brandstiftung Gutshof Anfang 1856 wurden im Nachbardorf Dertzow (polnisch Derczewo) mehrere Diebstähle verübt. In der Nacht vom 24. auf den 25. Februar 1856 wurde in den Getreidespeicher des Gutshofes Dertzow eingebrochen. Die Diebe hatten die Bodenluke herausgebrochen und eine bedeutende Menge Getreide entwendet. Karl Friedrich Masch, der zu dieser Zeit im Hause seines Bruders, des Tagelöhners Martin Masch, in Dertzow wohnte, geriet in den Verdacht, an dem Einbrüchen teilgenommen zu haben. Er wurde am 20. März 1856 verhaftet und in das Gefängnis der Kreisgerichtskommission Lippehne (polnisch Lipiany) eingeliefert. In der Nacht vom 26. zum 27. April 1856 gelang Karl Friedrich die Flucht, indem er die Gitterstäbe des Zellenfensters verbog, hindurchkletterte, in den Hof sprang und über die Umfassungsmauer kletterte. In den Nächten vom 26. zum 27. und 27. zum 28. April 1856 erfolgten dann mehrere Diebstähle in Dertzow und Hohenziethen und in der Nacht vom 28. zum 29. April 1856 brannte dann der Gutshof in Dertzow nach Brandstiftung ab. Karl Friedrich hatte sich vorgenommen, nach Amerika auszuwandern. Um sich Geld für die Reise zu beschaffen, wollte er die Geldkasse des Gutes Dertzow, die vom Inspector Mellenthin aufbewahrt wurde, stehlen. Hierzu zündete er um 23:00 Uhr das Strohdach des Ochsenstalls des Gutshof an, um in der entstehenden Verwirrung die Kasse zu stehlen. Allerdings breitete sich das Feuer rasend schnell aus und entzündete sieben Wirtschaftsgebäude. Der Brand erleuchtete den Gutshof taghell und der Diebstahl konnte nicht ausgeführt werden. Korn und Vieh verbrannten und der Schaden belief sich auf 20.000 Taler.

Am 30. April stellte sich Karl Friedrich freiwillig dem königlichen Kreisgericht Soldin und gab an, dass er nur ausgebrochen sei, weil ihm die Gefangenschaft in Lippehne nicht zugesagt hätte. Da man ihn der Brandstiftung beim Brand des Gutshofs in Dertzow verdächtigte, wurde er in das Gefängnis von Lippehne zurückgebracht. Wegen der Brandstiftung drohte Karl Friedrich nun eine längere Gefängnisstrafe. Deshalb brach er in der Nacht vom 20. zum 21. Mai 1856 erneut aus dem Gefängnis aus, indem er mit einem aus der Wand gerissenen Eisen den Fensterladen und ein Gitter zerstört und zwischen dem Fenster und der Wand eine Öffnung geschaffen hatte, durch die er fliehen konnte. Durch das königliche Kreisgericht Soldin wurde er in Abwesenheit zu drei Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Polizeiaufsicht verurteilt. Bis zum Frühjahr 1858 blieb er verschwunden. Durch das Geständnis 1861 stellte sich heraus, dass neben Karl Friedrich Masch auch Martin Masch an den Diebstählen beteiligt war.

Brandstiftung in Hohenziethen Beim Getreidediebstahl 1856 in Dertzow hatte die Tagelöhnerin Frau Becker bei der Vernehmung einen Hinweis gegeben, der auf Karl Friedrich Masch als Täter hinwies und schließlich zu dessen erster Verhaftung im März 1856 führte. Die Eheleute Beck waren deshalb aus Angst vor Masch als Tagelöhner zum Bauern Dittmer nach Hohenziethen gezogen. Im März 1857 versuchte Karl Friedrich Masch durch ein eingeschlagenes Fenster in das Haus einzudringen, um sich an Frau Becker zu rächen. Durch aufgeschreckte Hausbewohner wurde er aber vertrieben. In der Nacht vom 24. zum 25. Juli 1857 zündete er den mit dem Wohnhaus verbundenen, strohgedeckten Stall an. Das Feuer griff auf Wohnhaus und Scheune über und das Vieh verbrannte. Die Bewohner des Hauses konnten sich retten.

Sexualdelikt im königlichen Wildenbrucher Forst