Gottfried Höfer (* 3. Juni 1931 in Zwickau; † 4. November 1983 in Potsdam) war ein deutscher Maler und Grafiker in der DDR.
Leben und Werk Höfer absolvierte in Zwickau eine Lehre als Reparaturschlosser und arbeitete dann bis 1961 in Zwickau in seinem Beruf im Steinkohle-Bergbau und im späteren VEB Sachsenring. Von 1957 bis 1961 nahm er bei Karl Michel Abendunterricht in der Zwickauer Mal- und Zeichenschule. Von 1961 bis 1966 studierte er bei Rudolf Bergander, Heinz Lohmar und Paul Michaelis an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Nach dem Diplom arbeitete er als freischaffender Künstler in Potsdam, wobei er u. a. öffentliche Aufträge vom Rat des Bezirks Potsdam erhielt. Er schuf vor allem Radierungen, darunter politisch relevante Arbeiten. 1977 schuf er nach einem Auftrag des VEB Umweltgestaltung und Bildenden Kunst Potsdam den künstlerischen Entwurf einer Spieluhr. Diese wurde dann von der Meißner Turmuhrenwerkstatt hergestellt und unter der Leitung des Turmuhrenbaumeister Klaus Ferner in der Potsdamer Innenstadt aufgebaut.Spieluhr von Gottfried Höfer :: Potsdam Museum - Forum für Kunst und Geschichte :: museum-digital:deutschland
Neben seiner künstlerischen Arbeit war Höfer Lehrer in der Bezirksförderklasse Malerei/Grafik beim Bezirkskabinett für Kulturarbeit Potsdam. Er gehörte dem Verband Bildender Künstler der DDR an. Er nahm an einem Pleinair in Polen teil und unternahm eine Studienreise durch Sibirien.
Höfer lebte in einer Lebensgemeinschaft mit der Potsdamer Kuratorin und späteren Galeristin Ute Samtleben.
Rezeption „Zunehmend interessiert ihn die Aquatinta-Radierung. Der Künstler experimentiert Zwischenstufen und Schattierungen direkt auf der Platte, dabei um feinste Differenzierungen bemüht. Sein vielseitiges technisches Vokabular führt zu Tonstufen, die farbig zart, dann wiederum tief eingebrannt, eine Welt eigen ständiger Poesie erzeugen.“In: Bildende Kunst, Berlin, 11/1976, S. 540
Werkbeispiele
Alter Markt in Potsdam (1967, Aquatintaradierung) Musenrondell im Park Sanssouci (1969, Aquatintaradierung) Melioration (1972, Farbaquatinta, 84,5 × 64 cm) Auschwitz 1973 (1974, Farbaquatinta, 47,5 × 64 cm) Kleines polnisches Dorf (1975, Öl, 100 × 120 cm; auf der VIII. Kunstausstellung der DDR) Sibierien (1976, Zyklus von Aquatintaradierungen)
Ausstellungen (unvollständig)
Einzelausstellungen
1975: Potsdam-Babelsberg, Galerie des VEB Umweltgestaltung und Bildenden Kunst (Druckgrafik) 1986: Brandenburg an der Havel
Teilnahme an zentralen und wichtigen regionalen Ausstellungen in der DDR
1969 bis 1984: Potsdam, fünf Bezirkskunstausstellungen 1971: Berlin, Altes Museum („Das Antlitz der Arbeiterklasse in der bildenden Kunst der DDR“) 1974/1975: Frankfurt/Oder, Galerie Junge Kunst („Junge Künstler '74. 1. Jahresausstellung junger bildender Künstler der DDR“) 1975 und 1979: Schwerin, Staatliches Museum („Farbige Grafik in der DDR“) 1977/1978 und 1982/1983: Dresden, VIII. und IX. Kunstausstellung der DDR 1981: Potsdam (Kunstausstellung zum X. Parteitag der SED) 1987: Potsdam („Impressionen aus der Sowjetunion“)
Literatur
Höfer, Gottfried. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 367 Einzelnachweise
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