Martha O’Driscoll (* 4. März 1922 in Tulsa, Oklahoma, Vereinigte Staaten; † 3. November 1998 in Ocala, Florida, Vereinigte Staaten) war eine US-amerikanische Filmschauspielerin von 1937 bis 1947.

Leben und Karriere

Frühe Jahre Martha O’Driscolls Mutter war finanzielle Teilhaberin der Mar-Ken Professional Children’s School in Hollywood, Los Angeles. Die Direktorin der Schule, Frau Bessire, hatte einen Sohn, William Kent Bessire. Die beiden Frauen beschlossen, die Schule nach ihren Kindern zu benennen: Mar stammte von Martha und Ken von Kent. Die Schule blieb bis Anfang der 1960er Jahre geöffnet.

Karriere als Schauspielerin O’Driscoll war in Gesang und Tanz ausgebildet und wurde vom Choreografen Hermes Pan in einer lokalen Theaterproduktion in Phoenix gesehen. Pan schlug ihrer Mutter vor, dass O’Driscoll als Filmschauspielerin erfolgreich sein könnte. Ihre Mutter und sie zogen 1935 nach Hollywood, aber Pan war nicht in der Stadt, also antworteten sie auf eine Anzeige für Tänzer. O’Driscoll erhielt eine Rolle in Collegiate (1935), einem Musical, in dem Betty Grable eine frühe Hauptrolle spielte.

O’Driscoll erhielt mehr kleinere Rollen und begann, in Zeitschriftenanzeigen für Produkte von Max Factor, Royal Crown Cola und zahlreichen anderen Unternehmen zu werben. Diese Anzeigen warben auch für ihre kommenden Filme. Sie hatte weitere kleine Tanzrollen in Here Comes the Band, The Big Broadcast of 1936 und The Great Ziegfeld. Bei letzterem wurde sie von einem Talentscout von Universal entdeckt, der für sie eine Probeaufnahme arrangierte, auf die ein Vertrag folgte. In ihrem ersten Universal-Film She's Dangerous (1937) wurde sie noch nicht namentlich genannt. Im auf Deanna Durbin zugeschnittenen Film Mad About Music (1937) wurde sie als „Pretty Girl“ angekündigt. Ihr Gesicht war in Anzeigen für Produkte wie Charm-Kurl Supreme Cold Wave und Max Factor Hollywood Face Powder zu sehen. Universal lieh O’Driscoll für Rollen in Dr. Kildare: Das Geheimnis (1939) und Judge Hardy and Son (1940) an MGM aus; beide Filme waren mit Mickey Rooney besetzt.

RKO gab O’Driscoll jedoch ihre ersten beiden Hauptrollen, als romantische Partnerin des Cowboys Tim Holt in Wagon Train (1940) und insbesondere als Daisy Mae in der ersten Verfilmung von Al Capps beliebtem Comicstrip Li’l Abner (1940), in dem auch Buster Keaton mitwirkte.

Paramount interessierte sich für die Schauspielerin und übernahm ihren Vertrag, indem sie sie zunächst als Dienstmädchen in Preston Sturges’ klassischer Komödie Die Falschspielerin (1941) besetzte. Später trat sie in Cecil B. DeMilles Piraten im karibischen Meer (1942) auf. DeMille war mit den Dreharbeiten zu beschäftigt, um im Grauman’s Theater zu erscheinen und dort für den Walk of Fame seine Hand- und Fußabdrücke in Beton zu hinterlassen. Stattdessen brachten sie den Beton in einer Form zu ihm. O’Driscoll wurde in diesem Moment zusammen mit Hedda Hopper und Sid Grauman an seiner Seite fotografiert.

Anschließend erhielt O’Driscoll die Hauptrolle im B-Film Pacific Blackout (1942) mit Robert Preston. Es folgte eine Rolle in Young and Willing (1943). Das Studio lieh sie wieder an Universal aus, wo sie in Olsens und Johnsons Crazy House (1943) besetzt wurde. Für Richard Wallaces elegant inszenierten Thriller The Fallen Sparrow (1943) mit Maureen O’Hara arbeitete sie wieder für RKO.

In den frühen 1940er Jahren trat O’Driscoll gemeinsam mit Errol Flynn und für die USO auf und unterhielt Truppen auf der ganzen Welt.

O’Driscoll spielte in fünf Filmen gemeinsam mit Noah Beery Jr. Sie spielte außerdem mit Lon Chaney Jr. und John Carradine in dem Kultfilm Draculas Haus sowie in Week-End Pass (beide 1945). Im folgenden Jahr spielte sie in ihrem letzten Universal-Film Blonde Alibi (1946), in dem sie als junge Frau auftrat, die die Unschuld ihres Geliebten an einem Mord beweisen will. Ihr letzter Film war Edgar G. Ulmers Carnegie Hall (1947).

Persönliches Leben Lieutenant Commander Richard D. Adams (US Navy) lernte O’Driscoll 1935 kennen, als er sich im Haus der Familie O’Driscoll in Beverly Hills aufhielt. Sie heirateten am 18. September 1943 in Beverly Hills und trennten sich zehn Monate später. Im August 1944 gab Adams Mutter gegenüber den Zeitungen bekannt, dass O’Driscoll die Absicht habe, sich von ihrem Sohn scheiden zu lassen. O’Driscoll kündigte im Januar 1945 an, sich scheiden lassen zu wollen. Aufgrund des Soldiers' and Sailors' Civil Relief Act von 1940 konnte das Scheidungsverfahren jedoch erst nach Kriegsende fortgesetzt werden. Als Adams im März 1946 aus dem aktiven Dienst ausschied, erhob er Einspruch gegen die Scheidung. Im März 1947 nahm O’Driscoll im Hotel El Rancho in Las Vegas, Nevada, einen neuen Wohnsitz, um erneut die Scheidung einzureichen. Am 18. Juli 1947 wurde O’Driscoll von Adams geschieden. O’Driscoll heiratete den Navy-Veteranen und Chicagoer Geschäftsmann Arthur I. Appleton, den Präsidenten der von seinem Vater gegründeten Appleton Electric Company. Gleichzeitig kündigte sie ihren Rückzug aus der Schauspielerei an. Das Paar hatte vier Kinder: James, John, Linda und William.

O’Driscoll hatte Leitungsfunktionen in verschiedenen Organisationen mit Sitz in Chicago inne, wie der Sarah Siddons Society, dem Ways and Means Committee der Chicago's Junior League und dem Women's Board der Chicago Boys' Clubs. Sie war außerdem Schatzmeisterin des World's Adoption International Fund. In den 1980er und 1990er Jahren war sie Gastrednerin auf zahlreichen Kongressen für Filmnostalgiker.

1976 gründeten die Appletons in Ocala, Florida, die Bridlewood Farm, ein Gestüt zur Zucht, Ausbildung und zum Rennsport mit Vollblutpferden. 1984 ließen die Appletons eine 138 Fuß (42 m) lange Feadship-Yacht bauen und übernahmen sie; sie wurde ebenfalls Bridlewood genannt.

1984 ließ das Paar zusammen mit Arthur Appletons Schwester Edith das Appleton Museum of Art in Ocala errichten, welches 1987 öffnete.

Nach ihrem Rückzug aus dem Berufsleben verbrachten O’Driscoll und Appleton ihre letzten Lebensjahre abwechselnd in ihrem Haus in Chicago, auf der Bridlewood Farm und in ihrem Anwesen auf Insel Indian Creek bei Miami.

O’Driscoll starb am 3. November 1998 im Alter von 76 Jahren in Indian Creek Village, Florida.

Filmografie (Auswahl)

Weblinks

Martha O'Driscoll bei Filmstarts.de Martha O'Driscoll bei Moviepilot.de Martha O'Driscoll bei The Movie Database

Einzelnachweise

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