Das Erwachen des Weibes ist ein deutsches Stummfilmdrama aus dem Jahre 1927 von Fred Sauer nach einer Idee von Curt Thomalla mit Grete Mosheim und Wolfgang Zilzer in den Hauptrollen.
Handlung Hamburg in den 1920er Jahren. Frida Ponath ist von ihrem alten Vater, dem Portier desjenigen Haus, wo beide wohnen, mit großer Strenge erzogen worden. Sitte und Moral sind für ihn Werte von entscheidender Bedeutung. Anders als ihre etwas leichtlebigere, kokette und lebensfrohere ältere Schwester Emma gilt Frida als ruhig und besonnen, fast zurückhaltend-schüchtern. Als sich eines Tages auch bei ihr Frühlingsgefühle breitmachen, kommen alle Mahnungen und Warnungen des Vaters nicht mehr. Der Sohn des Hausbesitzers, Fritz Wille, verliebt sich in sie ebenso wie sie in ihn. Es kommt zur ersten Liebesnacht. Bald stellt sich nach einem Besuch einer Frauenärztin heraus, dass Frida von Fritz schwanger ist. Groß ist nun die Angst vor den Eltern, die den beiden mit Vorwürfen und Moralpredigten kommen könnten. Fridas Befürchtungen sind nicht unbegründet …
Doch dann geschieht im Mietshaus ein tragischer Fall, der alle Beteiligten, inklusive Herrn Ponath, umdenken lässt. Der schöne Theodor, wie der Mitbewohner und Hallodri Neumann, seines Zeichens Textilagent, allenthalben genannt wird, ist ein selbstverliebter, berechnender und sich seine Mitmenschen zunutzen machender Mitmensch. Er umgarnt und flirtet mit allem Weiblichen, um daraus Vorteile zu ziehen. Sein letztes Opfer ist die alternde Näherin Fräulein Seibke. Nachdem er sie mit Versprechungen, sie womöglich zu heiraten, „weichgekocht“ und mit Schmeicheleien ihr letztes Ersparte aus ihr herausgepresst hatte, stößt er die sich an ihn als letzte Hoffnung in ihrem Leben klammernde Frau von sich, worauf diese sich aus dem vierten Stock in den Tod stürzt. Es folgt eine kurze allgemeine Schockstarre im Mietshaus, der eine allgemeine Umbesinnung nachfolgt: Statt mit Vorwürfen reagiert man nun mit Verständnis auf Fridas Seelennot und sorgt dafür, dass sie und Fritz heiraten können.
Produktionsnotizen Das Erwachen des Weibes passierte die Filmzensur am 6. Oktober 1927 und wurde exakt eine Woche danach im Beba-Palast Atrium uraufgeführt. Die Länge des mit Jugendverbot belegten Sechsakters betrug 2043 Meter. Am 23. März 1928 erfolgte die Wiener Premiere.
Die Produktionsleitung hatte Josef Stein, die Filmbauten gestaltete Kurt Richter.
Kritiken Fred Sauers Inszenierung wurde überwiegend mit großem Lob bedacht. Nachfolgend fünf Bewertungen aus dem In- und Ausland:
In der Lichtbild-Bühne ist zu lesen:
Das Kino-Journal urteilte:
Die Österreichische Film-Zeitung befand:
Friedrich Porges schrieb in Wiens Die Stunde:
Im Grazer Tagblatt hieß es schließlich:
Einzelnachweise
Weblinks
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