Mahbuba, , (geb. im 9. Jahrhundert, gest. im 9./10. Jahrhundert) war eine berühmte Sängersklavin und Dichterin sowie eine Konkubine des zehnten Abbasiden-Kalifen al-Mutawakkil (822–861, reg. 847–861).
Leben Mahbuba war eine muwallada – von gemischter ethnischer HerkunftYasemin Gökpinar: Der ṭarab der Sängersklavinnen: Masālik al-abṣār fī mamālik al-amṣār von Ibn Faḍlallāh al-ʿUmarī (gest. 749/1349): Textkritische Edition des 10. Kapitels Ahl ʿilm al-mūsīqī mit kommentierter Übersetzung, Ergon Verlag, Baden-Baden 2021, S. 141. – und wurde dem Kalifen al-Mutawakkil zusammen mit 400 Sklaven und Sklavinnen übergeben von einem Mitglied der Tahiriden-Dynastie übergeben,Nach Ibn al-Sa'i von Ubaid Allah ibn Tahir. Shawkat M. Toorawa und Library of Arabic Literature: Ibn al-Sa'i – Consorts of Caliphs, New York University Press, New York 2017, S. 46.Nach Abū l-Faradsch al-Isfahānī und Ibn Fadlallah al-Umari war es Abdallah Ibn Tahir. Yasemin Gökpinar: Der ṭarab der Sängersklavinnen: Masālik al-abṣār fī mamālik al-amṣār von Ibn Faḍlallāh al-ʿUmarī (gest. 749/1349): Textkritische Edition des 10. Kapitels Ahl ʿilm al-mūsīqī mit kommentierter Übersetzung, Ergon Verlag, Baden-Baden 2021, S. 140f. wobei sie nach der Meinung ihres Verkäufers alle anderen an Können und Schönheit übertraf.Shawkat M. Toorawa und Library of Arabic Literature: Ibn al-Sa'i – Consorts of Caliphs, New York University Press, New York 2017, S. 46.
Den arabischen Quellen zufolge bestand zwischen Mahbuba und ihrem Besitzer eine enge Liebesbeziehung; ihre Trennung und Versöhnung nach einem Streit fand sowohl Eingang in die damalige ‚Fachliteratur‘ wie etwa das Werk Das Buch der Lieder von Abū l-Faradsch al-Isfahānī (897–967)Shawkat M. Toorawa und Library of Arabic Literature: Ibn al-Sa'i – Consorts of Caliphs, New York University Press, New York 2017, S. 48f. als auch in die Geschichten aus Tausendundeiner Nacht als Al-Mutawakkil und Mahbuba.
Nach al-Mutawakkils Ermordung wurden seine Sklaven aufgeteilt, wobei Mahbuba in den Besitz des türkischen Generals Wasif al-Turki überging,Shawkat M. Toorawa und Library of Arabic Literature: Ibn al-Sa'i – Consorts of Caliphs, New York University Press, New York 2017, S. 49f.Yasemin Gökpinar: Der ṭarab der Sängersklavinnen: Masālik al-abṣār fī mamālik al-amṣār von Ibn Faḍlallāh al-ʿUmarī (gest. 749/1349): Textkritische Edition des 10. Kapitels Ahl ʿilm al-mūsīqī mit kommentierter Übersetzung, Ergon Verlag, Baden-Baden 2021, S. 140f., 145. welcher an dem Mord beteiligt war. Da Mahbuba stark um ihren ermordeten Herrn trauerte, wollte al-Wasif sie töten lassen, doch als sein Verbündeter, der türkische Heerführer Bugha al-Scharabi (gest. 862), Mahbuba stattdessen als Geschenk für sich erbat, ging sie in seinen Besitz über. Er gab ihr die Freiheit gab und erlaubte ihr ihren Wohnort zu wählen. Mahbuba verließ Samarra und ging nach Bagdad, wo sie bis zu ihrem Tode lebte.
Rezeption Die Beziehung zwischen der Sklavin Mahbuba und dem Kalifen al-Mutawakkil fand Einzug in die Geschichten aus Tausendundeiner Nacht als Erzählung Al-Mutawakkil und seine Sklavin Mahbuba (ANE 100).
Abū l-Faradsch al-Isfahānī beschreibt sie in seinem Buch der Lieder als beste Sängerin und Dichterin ihrer Generation. Der irakisch-abbasidische Geschichtsschreiber Ibn al-Sa‘i (1197–1276) erwähnt sie in seinem Werk Die Frauen der Kalifen.Shawkat M. Toorawa und Library of Arabic Literature: Ibn al-Sa'i – Consorts of Caliphs, New York University Press, New York 2017, S. 46–50.
Wissenswertes Der Name Mahbuba (die Geliebte) ist ein klassisch-arabischer Sklavinnenname.Hekmat Dirbas: Naming of Slave-girls in Arabic: A Survey of Medieval and Modern Sources, Zeitschrift für Arabische Linguistik, Nr. 69, 2019, S. 26–38, im PDF: S. 6.
Literatur
Arabische Primärquellen
Abū l-Faradsch al-Isfahānī (897–967): Das Buch der Lieder (Kitab al-Aghani) Ibn al-Sa'i (1197–1276): Nisa'a al-Khulafa. Ins Englische übersetzt von Shawkat M. Toorawa und Library of Arabic Literature: Ibn al-Sa'i – Consorts of Caliphs, New York University Press, New York 2017, S. 49f. Ibn Fadlallah al-Umari (1301–1349): Masālik al-abṣār fī mamālik al-amṣār. Ins Deutsche teilübersetzt von Yasemin Gökpinar: Der ṭarab der Sängersklavinnen: Masālik al-abṣār fī mamālik al-amṣār von Ibn Faḍlallāh al-ʿUmarī (gest. 749/1349): Textkritische Edition des 10. Kapitels Ahl ʿilm al-mūsīqī mit kommentierter Übersetzung, Ergon Verlag, Baden-Baden 2021.
Sekundärliteratur
Shawkat M. Toorawa und Library of Arabic Literature: Ibn al-Sa'i – Consorts of Caliphs, New York University Press, New York 2017, S. 46–50. Yasemin Gökpinar: Der ṭarab der Sängersklavinnen: Masālik al-abṣār fī mamālik al-amṣār von Ibn Faḍlallāh al-ʿUmarī (gest. 749/1349): Textkritische Edition des 10. Kapitels Ahl ʿilm al-mūsīqī mit kommentierter Übersetzung, Ergon Verlag, Baden-Baden 2021, S. 138–147.
Einzelnachweise
Kategorie:Sängersklavin im Abbasiden-Kalifat Kategorie:Konkubine (al-Mutawakkil, Abbaside) Kategorie:Reale Figur in Tausendundeine Nacht Kategorie:Sänger Kategorie:Konkubine (Sklavin) Kategorie:Geboren im 9. Jahrhundert Kategorie:Gestorben im 9. oder 10. Jahrhundert Kategorie:Frau