mini|hochkant|Marienkirche in Kirchensall Die evangelische Marienkirche steht in Kirchensall, einem Stadtteil von Neuenstein im Hohenlohekreis in Baden-Württemberg. Die Kirchengemeinde Neuenstein gehörte bis 2024 zum Kirchenbezirk Öhringen und gehört seit 1. Januar 2025 zum Teilgebiet Künzelsau und Hohenloher Ebene im neuen Kirchenbezirk Hohenlohe der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Das Bauwerk ist beim Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg als Baudenkmal eingetragen. Namensgeberin der Kirche ist Maria, die Mutter Jesu.

Die Kirche wurde von der Denkmalstiftung Baden-Württemberg zum „Denkmal des Monats Dezember 2013“ ernannt.

Geschichte und Architektur mini|Altar und OrgelDie Kirche wurde zwischen 1769 und 1772 im Auftrag von Fürst Ludwig Friedrich Karl erbaut. Sie besteht aus dem mit einem Mansarddach bedeckten Langhaus und dem Chorturm im Osten. Das oberste, einen achtseitigen Knickhelm tragende Geschoss des Turms beherbergt die Uhr und den Glockenstuhl für drei Kirchenglocken.

Etwas Besonderes ist die sogenannte „Markgräfler Wand“, welche die Anordnung des Altars, der Kanzels und der Orgel beschreibt. Sie ist ein weit verbreitetes Kennzeichen des sogenannten Markgrafenstils in verschiedenen Kanzel-Orgel-Altar-Landschaften,Ulrich Zimmermann: Die Predigtkirche und die Querkirche – Protestantischer Kirchenbau in Württemberg. Eine Studie zur Geschichte und Theologie des Kirchenraums und zur Entstehung zweier Kirchenbautypen. Ubstadt 2025, S. 176, 254, 292 – ISBN 978-3-95505-592-9 die - wie Hohenlohe – auch von der Kirchbautradition in den ehemaligen Markgraftümern Brandenburg-Ansbach und Brandenburg-Bayreuth geprägt sind.Karl Emil Otto Fritsch: Der Kirchenbau des Protestantismus von der Reformation bis zur Gegenwart. Hrsg. von der Vereinigung Berliner Architekten; Berlin 1893.Günter Dippold, Marcus Mühlnikel, Klaus Raschzok (Hrsg.): „Markgrafenkirchen“ - Interdisziplinäre Perspektiven auf die protestantischen Sakralbauten des Fürstentums Brandenburg-Bayreuth. (Hrsg.) Historischer Verein für Oberfranken e. V., Bayreuth 2022 – ISBN 978-3-98168-627-2.

Der Orgelprospekt und die besondere Kanzelwand wurden 1959 und 2012 aufwändig restauriert.Beschreibung Markgräfler Wand, abgerufen am 25. Januar 2026.

Ausstattung mini|Kanzel und Altar Zur Kirchenausstattung gehört ein Kanzelaltar, der von den barocken Statuen des Mose und des Paulus und Putten flankiert wird, geschaffen 1773 von dem Künzelsauer Bildhauer Johann Andreas Sommer aus der Hohenloher Künstlerfamilie Sommer, der auch die umlaufenden Emporen und den Taufstein gestaltete.

Orgel Die Orgel auf der darüber liegenden Empore wurde im Jahre 1979 von Kurt Oesterle als Rekonstruktion/Replik der Vorgängerorgel von 1771 von Johann Adam Ehrlich in ihr altes barockes Gehäuse gebaut. Sie besitzt 14 Register auf zwei Manualen und Pedal. Die letzte bekannte Überholung erfolgte im Jahr 2016.Orgelbeschreibung auf Organebene, abgerufen am 22. Februar 2024.

Literatur

Reinhard Lambert Auer: Protestantische Raumprogramme in Württemberg. In: Kulturdenkmale der Reformation im deutschen Südwesten. (Red.) Grit Koltermann und Jörg Widmaier; (Hrsg.) Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart; Esslingen 2017, Seite 65-85 .

Weblinks

Website der Kirchengemeinde Kirchenrenovierung 2012, Bildergalerie „Denkmal des Monats“ Dezember 2013 der Denkmalstiftung Baden-Württemberg Kirchbaudatenblatt

Einzelnachweise

Kategorie:Kirchengebäude im Hohenlohekreis Marienkirche Marienkirche Kategorie:Marienkirche Kategorie:Kirche in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg Kategorie:Saalkirche in Baden-Württemberg Kategorie:Chorturmkirche Kategorie:Barocke Kirche Kategorie:Barockbauwerk im Hohenlohekreis Kategorie:Erbaut in den 1770er Jahren Kategorie:Kirchengebäude in Europa Marienkirche