mini|Ältester gedruckter Text des ursprünglich sechs Strophen umfassenden Liedes My Jesus I love Thee (1862)Poetry. In: The Christian Pioneer. Band 16, London 1862, S. 20 (books.google.de). rechts Der Text des Evangeliumsliedes (englisch: Gospel Hymn) My Jesus I Love Thee wurde zum ersten Mal im Jahr 1862 in einer christlichen Londoner Zeitschrift als geistliches Gedicht veröffentlicht. Mehrheitlich wird angenommen, dass sein Autor der Kanadier William Ralph Featherstone (1846–1873) ist. Als Komponist der weltweit bekannteren Melodie gilt der US-amerikanische Baptistenpastor Adoniram Judson Gordon (1836–1895).

Das Lied, das von seiner Thematik her zu den sogenannten Jesusliedern gehörtliederdatenbank.strehle.de: Thema: Jesuslieder; abgerufen am 19. April 2024, wurde in viele Sprachen übersetzt. Eine frühe deutsche Übersetzung stammt von William Papenhausen. Ihre erste Zeile lautet Mein Jesus, ich lieb’ dich, ich weiß, du bist mein.hymnary.org: Mein Jesus, ich lieb' dich; abgerufen am 10. März 2024. Eine weitere Übertragung ins Deutsche mit der Titelzeile Mein Jesus, dich lieb’ ich, ich weiß, du bist mein besorgte der evangelische Pfarrer und Missionar Carl Röhl.hymnary.org: Mein Jesus, dich lieb' ich, ich weiß, du bist mein (Röhl): abgerufen am 27. Februar 2024. Neuere Übersetzungen ins Deutsche mit der jeweils selben Titelzeile wie in der Fassung von Papenhausen stammen vom Mönchengladbacher Schullehrer Wolfgang Zorn und von dem frei-evangelischen Pastor Ulrich Betz.

Autorenschaft In den meisten neueren Lieder- und Gesangbüchern gilt William R. Featherstone als Verfasser des Liedes My Jesus I Love Thee. In einigen älteren Veröffentlichungen wird auch James H. Duffel (1811–1883) genannt. William Ralph Featherstone mini|hochkant|William Ralph Featherstone (Autor) William Ralph FeatherstoneDie Schreibweise sowohl des zweiten Vornamens als auch des Familiennamens ist uneinheitlich. Neben Ralph findet sich auch Ralf (zum Beispiel im freikirchliches Liederbuch Feiern und Loben, Verfasserangabe zu Lied 357) und Rolf neben Featherstone auch Featherston (zum Beispiel praise.org.uk: FEATHERSTON(E), WILLIAM RALPH (OR ROLF)). (* 23. Juli 1846 in Montreal/Kanada; † 20. Mai 1873 ebenda) war ein Sohn des Ehepaares John Featherston (1815–1870) und Mary, geborene Stephenson (1819–1884). Sein zweiter Vorname verweist auf seinen Großvater Ralph Featherston[e] (1792–1861); seine Großmutter hieß Mary Martin Featherston[e] (1797–1815). Die Großeltern hatten am 7. Mai 1814 in Allendale (Northumberland, England) geheiratet und waren kurz darauf nach Quebec/Kanada, ausgewandert. Dort wurde William Featherstones Vater John am 18. Juni 1815 geboren, dessen Mutter Mary starb bei der Geburt. Ralph heiratete danach Elizabeth Curry (1797–1880) und hatte mit ihr elf weitere Kinder, unter ihnen Wiliam Featherstones Tante Elizabeth (1835–1917), die später dem Sänger und Komponisten Ira Sankey (1840–1908) gegenüber ihren Neffen als Verfasser des Liedes bestätigte. William Featherstone war mit Julia Ritchie, geborene McAllister (1845–1885), verheiratet. Aus der Ehe ging ein Sohn hervor: John Hamilton Featherston (1870–1968).Chris Fenner, Gordon Tylor, Brett Nelson: „My Jesus, I love thee, I know thou art mine“ based on „O Jesus, my Saviour, I know thou art mine“. In: Hymnology Archive, Juli/August 2021 (online)

Belegt ist auch, dass William Ralph Featherstone Methodist war und zur Wesleyan Methodist Church seiner Heimatstadt gehörte. Die Kirchengemeinde trug später den Namen St. James Methodist Church. Nach ihrer Vereinigung mit einer konfessionsverwandten Kirchengemeinschaft nennt sie sich bis heute St. James United Church.Internetauftritt der St. James United Church Montreal; abgerufen am 21. Februar 2024 Das Lied My Jesus I Love Thee, das im Zusammenhang seiner Bekehrung entstanden sein soll,wordwisebiblestudies.com: My Jesus I Love Thee; dort heißt es: „It expresses his devotion to Christ following his recent conversion.“ ist das einzige Lied Featherstones, das Eingang in Lieder- und Gesangbücher gefunden hat. Überliefert ist, dass er das Lied als Sechzehnjähriger (andere Quellen: als Zwölfjähriger) gedichtet und seiner bereits erwähnten Tante Elisabeth Featherston[e] Wilson zugeschickt hat. Sie war von der Dichtkunst ihres Neffen beeindruckt und leitete es an einen Verlag in England weiter. Dort erschien das Lied – allerdings ohne Verfasserangabe – zunächst ab 1862 in Zeitschriftenhymnologyarchive.com: My Jesus I Love Thee; eingesehen am 21. Februar 2024. und schließlich 1864 im London Hymn Book. Der christliche Musiker David J. Beattie berichtete in seinem Buch The Romance of Sacred Songs (erschienen in London, 1931), das handschriftliche Originalexemplar des Liedes befände sich im Familienbesitz. Ob Featherstone noch weitere, bislang unveröffentlichte Gedichte verfasst hat, ist nicht bekannt.paperlesshymnal.com: My Jesus I Love Thee; abgerufen am 22. Februar 2024.

James Haynes Duffel Hin und wieder wird auch James H. Duffel (manchmal auch Duffil geschrieben) als Autor des Liedes My Jesus I Love Thee genannt.Zum Beispiel im Methodist Hymn Book, 1933. Die Zuschreibung erfolgte vermutlich aufgrund eines Briefes aus dem Jahr 1939. Absender war der Eisengießer Samuel Newby (1861–1947) aus West Bromwich/Staffordshire, Adressat der methodistische Geistliche E. C. Barton. Im Brief wurde berichtet, das Lied My Jesus I Love Thee sei von J. H. Duffel verfasst und zum ersten Mal Anfang der 1860er Jahre anlässlich eines Klassentreffens gesungen worden.

James Haynes Duffel verbrachte den größten Teil seines Lebens in der Gegend von West Bromwich. Beruflich war er in einer Eisenhütte tätig. Duffel war verheiratet. Aus der Ehe gingen zwei Söhne und eine Tochter hervor. Im Jahr 1881 fuhr er als Passagier mit einem Segelschiff nach Sydney/Australien und starb dort am 13. November 1883. Er scheint mit Newby familiär, beruflich und geschäftlich verbunden gewesen zu sein.hymnologyarchive.com: My Jesus I Love Thee; eingesehen am 21. Februar 2024.

Übersetzungen/Übertragungen ins Deutsche (Auswahl) mini|hochkant|Mein Jesus ich lieb'dich (William Papenhausen) In manchen deutschsprachigen Gesang- und Liederbüchern finden sich keine Angaben zum Übersetzer des Liedes My Jesus I Love Thee. Beispiele dafür sind Die Glaubensharfe. Gesangbuch der deutschen Baptisten-Gemeinden. Herausgegeben auf Beschluß der Bundeskonferenz der Deutschen Baptisten-Gemeinden von America (1886), Nr. 384,Bundeskonferenz der Deutschen Baptisten-Gemeinden von America (Hrsg.): Die Glaubensharfe. Gesangbuch der deutschen Baptisten-Gemeinden. Verlag des Publikations-Vereins: Cleveland/Ohio, 1886. Nr. 384. die Die Weckstimme. Eine Sammlung geistlicher Lieder für jugendliche Sänger (1907), Nr. 56J. C. Grimmel (Hrsg.): Die Weckstimme. Eine Sammlung geistlicher Lieder für jugendliche Sänger. Brooklyn/New York, 1907 (8. Auflage). Nr. 56. und die Neuen Zions Lieder (1919), Nr. 113,J. J. Franz, D. B. Towner (Hrsg.): Neue Zionslieder. Mennonite Brethren Publishing House: Hillsboro/Kansas, 1919. Nr. 113.

William Papenhausen Eine frühe deutsche Version des Liedes stammt von William Papenhausen (1846–1934Edmund S. Lorenz: Heils-Lieder, eine Sammlung Geistlicher Lieder für Sonntagsschulen, Jugendvereine. The Lorenz Publishing Company: New York, 1904. Nr. 129; siehe hymnary.org: Mein Jesus, ich lieb' dich; abgerufen am 10. März 2024.ancestry.de: William Papenhausen; abgerufen am 15. April 2024.), einem am Rochester Theological Seminary ausgebildeten Baptistenprediger (geboren als Wilhelm Papenhausen in Seehausen/Preußen). Er war in verschiedenen deutsch-amerikanischen Migrantengemeinden tätig.Rochester Theological Seminary. General catalogue. 1850 to 1910. E.R. Andrews Printing Co.: Rochester, 1910 (online) Seine Übersetzung des Featherstone-Liedes findet sich deshalb vor allem in Gesangbüchern deutscher Auswandererkirchen, deren Sonntagsschulen und Jugendverbände.Zum Beispiel: Edmund S. Lorenz, F. L. Nagler, Fr. Munz (Hrsg.): Jubelklänge. Eine Sammlung geistlicher Lieder für Sonntagsschulen und Jugendvereine. Curts and Jennings / Eaton and Mains: Cincinnati, Chicago, St. Louis / New York, 1899. Nr. 85; Edmund S. Lorenz: Himmelwärts. Eine Sammlung Geistlicher Lieder für Sonntagschulen und Jugendvereine. Lorenz & Co.: Dayton/Ohio, 1899. Nr. 132; etc.

Carl Röhl Der evangelische Pfarrer Carl Röhl (auch Karl Röhl geschrieben; 1870–1951) stand als Afrikamissionar zeitweilig im Dienst der Bethel Mission und der Evangelische Missionsgesellschaft für Deutsch-Ostafrika.archivfuehrer-kolonialzeit: Bethel-Mission; abgerufen am 11. März 2024. Röhl arbeitete auch sprachwissenschaftlich und übersetzte Teile der Bibel in die Bantusprache Swahili. Nebenher betätigte er sich auch als Kirchenlieddichter und -übersetzer. Hymnary.org listet 114 Lieder, die von ihm gedichtet oder aus dem Englischen ins Deutsche übertragen wurden, darunter auch Mein Jesus, dich lieb' ich.hymnary.org: Carl Röhl; abgerufen am 11. März 2024.

Wolfgang Zorn Von Wolfgang Zorn (* 27. Oktober 1929 in Düsseldorf;Reinhard Zorn: Die Fürbitte im Judentum und im Neuen Testament (Dissertation). Georg-August-Universität Göttingen, 1957. Lebenslauf. - Reinhard Zorn ist der Zwillingsbruder Wolfgang Zorns, was auch aus dem Lebenslauf hervorgeht. † 7. April 2001 in WickrathDas Sterbedatum wurde am 16. April 2024 vom ältesten Sohn Wolfgang Zorns per Mail übermittelt.) ist bekannt, dass auf ihn mindestens 15 teils selbst verfasste, teils aus dem Englischen übersetzte Kirchenlieder zurückgehen.evangeliums.net: Alphabetisches Autorenverzeichnis von 10.906 Personen / Anfangsbuchstabe Z; abgerufen am 14. März 2024. Neben dem Featherstone-Lied gehört auch der Choral Bleibend ist deine Treu (englischer Originaltitel: Great is Thy faithfulness) zu seinen bekannteren Liedern.

Ulrich Betz Ulrich Betz wurde 1939 Bonn-Beuel geboren.Kurzbiographie Ulrich Betz im freikirchlichen Gesangbuch Feiern und Loben. Holzgerlingen / Witten / Kassel / Haan 2004. S. 740; SP I. Innerhalb seiner Freikirche, des Bundes Freier evangelischer Gemeinden, wirkte er als Pastor, Diakonievorsteher (Stiftung Freie evangelische Gemeinde in Norddeutschland) und Dozent am Theologischen Seminar Ewersbach. Seine Übersetzung des Featherstone-Liedes entstand 1991.liederdatenbank.strehle.de: Ulrich Betz; abgerufen am 11. März 2024.

Komponisten mini|hochkant|Adoniram Judson Gordon (Komponist) Dem Featherstone-Lied sind in den kirchlichen Lieder- und Gesangbüchern Melodien verschiedener Komponisten beigegeben.

Adoniram J. Gordon Die bekannteste Melodie des Liedes komponierte Adoniram Judson Gordon, nachdem er eine Kopie des erwähnten britischen Gesangbuches erhalten hatte. Während der Text ihn ansprach, missfiel ihm die dort beigefügte Melodie, die vermutlich von John Ellis (1760–1839) stammte.hymnologyarchive.com: My Jesus I Love Thee; abgerufen am 21. Februar 2024. Gordon, der 1863 zum Baptistenprediger ordiniert worden war, war kein ausgebildeter Musiker, hatte aber ein Empfinden für eingängige und leicht erlernbare Melodien. Wenn ihm zu einem Text eine Melodie in den Sinn kam, entwickelte er sie zunächst summend, um sie dann einem Mitglied seiner Familie vorzutragen. Anschließend wurde die Melodie auf dem Klavier gespielt und schließlich mittels Notenschrift festgehalten. Die Melodie erhielt die Bezeichnung „Gordon“ erschien 1876 erstmals in dem Gesangbuch The Service of Song for Baptist ChurchesSamuel Lunt Caldwell (Autor), Adoniram Judson Gordon (Hrsg.): The Service of Song for Baptist Churches. Gould and Lincoln, Boston/Mass. 1876². aufgenommen.paperlesshymnal.com: My Jesus I Love Thee; abgerufen am 22. Februar 2024

John Ellis