Die 33. Deutschen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften wurden am 7. und 8. Februar 1986 im Sindelfingener Glaspalast ausgetragen. Zum fünften Mal trat die Stadt Sindelfingen als Ausrichter auf.
Wettbewerbe Gelaufen wurde wie immer seit 1980 auf einer zweihundert Meter langen Rundbahn. Die Sprint- und Hürdensprintstrecke für Frauen und Männer war nach immer wieder unterschiedlichen Distanzen zwischen fünfzig und sechzig Metern – 1959 waren es sogar siebzig Meter – von 1980 an standardisiert auf die Länge von sechzig Metern.
Der Wettbewerbskatalog blieb gegenüber dem Vorjahr unverändert. Ausgemustert waren weiterhin vier Disziplinen, die zuvor bereits mindestens einmal Teil des Hallenmeisterschaftsprogramm gewesen waren, die mit einer langjährigen Unterbrechung zukünftig allerdings wieder mitaufgenommen werden sollten. Dabei handelte es sich um den 3000-Meter-Lauf der Frauen, das 10.000-Meter-Gehen der Männer, den Siebenkampf der Männer und den Fünfkampf der Frauen.
Das Angebot für Frauen und Männer war über die verschiedenen Bereiche weiterhin unausgeglichen. In der Kategorie Lauf fehlte bei den Frauen neben den beiden Staffeln über 4-mal 400 und 3-mal 1000 Meter mit dem 3000-Meter-Lauf eine Langstrecke. Bei den Sprüngen wurden wie bei Freiluftveranstaltungen die Wettbewerbe Stabhoch- und Dreisprung erst in den 1990er-Jahren in das allgemeine Wettbewerbsprogramm für Frauen aufgenommen und waren somit vor dieser Zeit auch bei Deutschen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften nur für Männer im Angebot. Außer dem Kugelstoßen, das für Frauen und Männer seit Beginn der Deutschen Hallenmeisterschaften ausnahmslos Teil der Veranstaltung war, kamen weitere Wurfdisziplinen sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern bei Hallenwettbewerben nicht zur Austragung, weil die üblichen Hallen bei den in diesen Wettbewerben erzielten Weiten nicht die erforderliche Größe besaßen.
Schon am ersten Meisterschaftstag wurden sechs Finals ausgetragen. Abgesehen von Vorläufen und Qualifikationen gab es wie im Vorjahr bei den Männern den Stabhochsprung, Dreisprung und das Kugelstoßen zu sehen, bei den Frauen den Hochsprung sowie für beide Geschlechter den 60-Meter-Hürdenlauf. Alle weiteren Konkurrenzen waren wie sonst am zweiten Tag im Programm.
Medaillengewinner Die folgenden Übersichten fassen die Medaillengewinner und -gewinnerinnen zusammen.
Männer Disziplin Gold Leistung Silber Leistung Bronze Leistung60 m Christian Haas (LAC Quelle Fürth) 6,61 s Fritz Heer (TV Wattenscheid 01) 6,68 s Andreas Knötgen (VfL Wolfsburg) 6,71 s200 m Ralf Lübke (LG Bayer Leverkusen) 20,77 s Erwin Skamrahl (VfL Wolfsburg) 21,01 s Norbert Dobeleit (LG Bayer Leverkusen) 21,44 s400 m Klaus Just (SV Salamander Kornwestheim) 46,10 s Edgar Itt (TV Gelnhausen) 46,71 s Mark Henrich (VfL Kamen)Jürgen Koffler (SV Salamander Kornwestheim) 46,81 s800 m Peter Braun (LG Tuttlingen-Fridingen) 1:47,34 min Herbert Wursthorn (VfB Stuttgart) 1:47,62 min Axel Harries (TV Furtwangen) 1:47,93 min1500 m Uwe Mönkemeyer (TV Wattenscheid 01) 3:43,71 min Uwe Becker (VfL Wolfsburg) 3:43,84 min Klaus-Peter Nabein (LAC Quelle Fürth) 3:44,09 min3000 m Peter Belger (LG Bayer Leverkusen) 8:07,76 min Markus Pingpank (Hannover Team) 8:09,71 min Volker Welzel (VfL Menden Platte-Heide) 8:09,92 min60 m Hürden Guido Kratschmer (USC Mainz) 7,73 s Michael Radzey (MTG Mannheim) 7,79 s Siegfried Wetzel (USC Mainz) 7,83 s4 × 200 m 1:24,24 min 1:24,97 min 1:28,73 min4 × 400 m 3:07,79 min 3:10,09 min 3:10,71 min3 × 1000 m 7:14,54 min 7:14,78 min 7:15,15 minHochsprung Carlo Thränhardt (ASV Köln) 2,31 m Gerd Nagel (LG Eintracht Frankfurt) 2,23 m Andre Schneider-Laub (TV Wattenscheid 01) 2,20 mStabhochsprung Manfred Reichert(SV Salamander Kornwestheim) 5,40 m Gerald Heinrich (LG Eintracht Frankfurt) 5,30 m Bernhard Zintl (USC München)Detlef de Raad (TV Wattenscheid 01)Dietmar Wesp (VfB Stuttgart) 5,20 mWeitsprung Dietmar Haaf (LG Glems) 7,77 m Rainer Sonnenburg (Hamburger SV) 7,77 m Bernd Rebischke (VfL Wolfsburg) 7,55 mDreisprung Wolfgang Knabe (TV Wattenscheid 01) 16,24 m Wolfgang Zinser (LG Bayer Leverkusen) 16,20 m Wolfgang Mai (FC Schalke 04) 15,85 mKugelstoßen Karsten Stolz (TV Wattenscheid 01) 19,80 m Udo Gelhausen (LG Bayer Leverkusen) 19,42 m Peter Kassubek (LG Bayer Leverkusen) 19,34 m
Frauen Disziplin Gold Leistung Silber Leistung Bronze Leistung60 m Heidi-Elke Gaugel (VfL Sindelfingen) 7,24 s Monika Hirsch (USC Mainz) 7,35 s Ulrike Sarvari (VfL Sindelfingen) 7,42 s200 m Heidi-Elke Gaugel (VfL Sindelfingen) 23,16 s Claudia Lepping (LG Marl-Bertlich) 23,98 s Andrea Bersch (VfL Sindelfingen) 24,20 s400 m Ute Thimm (TV Wattenscheid 01) 51,61 s Gisela Kinzel (SC Eintracht Hamm) 51,85 s Astrid Ortel (SCC Berlin) 53,27 s800 m Brigitte Brückner (LAC Quelle Fürth) 2:04,87 min Heike Huneke (VfL Ockenhausen) 2:05,36 min Gabriele Lesch (TSV Kirchhain) 2:07,20 min1500 m Vera Michallek (LG Eintracht Frankfurt) 4:15,38 min Elisabeth Franzis (SV Sonsbeck) 4:17,78 min Ines Deselaers (LG Bayer Leverkusen) 4:17,80 min60 m Hürden Ulrike Denk (LG Bayer Leverkusen) 7,93 s Edith Oker (LG Bayer Leverkusen) 8,07 s Sabine Braun (LG Bayer Leverkusen) 8,09 s4 × 200 m 1:33,56 min 1:35,72 min 1:36,22 minHochsprung Heike Redetzky (LG Bayer Leverkusen) 1,92 m Brigitte Holzapfel (TV Wattenscheid 01) 1,90 m Birgit Dressel (USC Mainz) 1,90 mWeitsprung Sabine Braun (LG Bayer Leverkusen) 6,63 m Jasmin Feige (LG Bayer Leverkusen) 6,55 m Anna Buballa (SCC Berlin) 6,54 mKugelstoßen Petra Leidinger (VT Zweibrücken) 18,87 m Stephanie Storp (VfL Wolfsburg) 18,43 m Iris Plotzitzka (LAC Quelle Fürth) 17,60 m
Literatur Deutsche Hallenmeisterschaften. In: Leichtathletik Fördergesellschaft mbH (Hrsg.), DLV-Jahrbuch 1986/87, S. 253ff, Darmstadt 1986
Weblinks Deutsche Hallen-Meisterschaften in der Leichtathletik sport-record.de (PDF; 1825 KB) Leichtathletik, zahlreiche Artikel mit dem Thema Deutsche Hallen – Meisterschaften, sport-komplett.de WEST GERMAN INDOOR CHAMPIONSHIPS, gbrathletics.com
#1986 Kategorie:Leichtathletikveranstaltung 1986 Kategorie:Leichtathletikwettbewerb in Sindelfingen