Marianne Ehrler (* 6. Oktober 1939 in Schwerin; † 10. Juni 1984 in Halle/Saale) war eine deutsche Textilkünstlerin.
Leben und Werk Marianne Ehrler machte 1959/1960 ein Praktikum im VEB Fischlandschmuck (heute Ostsee-Schmuck) Ribnitz-Damgarten. Danach studierte sie von 1960 bis 1962 in der Fachrichtung Schmuck/Email und von 1962 bis 1966 in der Abteilung Textilgestaltung bei Willi Sitte und Irmgard Glauche an der Hochschule für industrielle Formgestaltung Halle – Burg Giebichenstein. Danach war sie bis 1972 in Halle freischaffend als Textilgestalterin tätig. Von 1972 bis 1974 arbeitete sie als solche in Halle in der großen Textilmanufaktur VEB Haweba (Hallesche Werkstätten für Webereierzeugnisse). Danach war sie in Halle wieder freischaffend tätig. Sie schuf vor allem großformatige Bildteppiche. Ihr Material war insbesondere ein- und mehrfarbig bedruckte Wolle, Baumwolle, Leinen und bedruckte Gewebe. Seidiges und synthetische Gewebe mied sie weitgehend. Sie benutzte Stoffreste, die sie zerschnitt, sortierte und, wie der Maler den Pinsel, in Farbe tauchte.
Marianne Ehrler war Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR und hatte in der Zeit der DDR im In- und im Ausland eine bedeutende Zahl von Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, unter anderem von 1977 bis 1988 an der VIII. bis X. Kunstausstellung der DDR in Dresden, 1983 in Göttingen an Kunsthandwerk aus der DDR. Textilgestaltung – Holzgestaltung, 1984 in Prag, Bratislava, Budapest und Sopron an Schmuck, Glas, Textil in der DDR und 1984 in Wien an Textile Kunst aus der Textilmanufaktur Halle/Saale.
Rezeption
Museen und öffentliche Sammlungen mit Werken Marianne Ehrlers (unvollständig) Berlin: Kunstgewerbemuseum Dresden: Kunstgewerbemuseum Leipzig: Grassi Museum für angewandte Kunst
Werkbeispiele Tiere (1966, Gobelin, Baumwolle, Wolle, 107 × 187 cm)https://www.werkdatenbank.bbk-sachsenanhalt.de/uploads/item.000/id00594/additional00.pdf Der Wilde (1978, Wandteppich, Applikation, verschiedene Stoffe auf Leinen; 2 × 3 m)Abbildung in Bildende Kunst, Berlin, 8/1984, S. 347 Grau-Rot-Kombination (1980, Wandbehang; Grassimuseum)https://nat.museum-digital.de/object/201683 Byzanz (1984, Applikation, verschiedene Stoffe auf Leinen; letzte abgeschlossene Arbeit Marianne Ehrlers)
Ausstellungen (unvollständig) Einzelausstellungen 1977: Dresden 1985: Halle/Saale
Postume Ausstellung von Werken auf Gruppenausstellungen 2000: Halle/Saale, Kunstverein Talstraße („Bildteppiche aus Halle nach 1945“) 2011: Merseburg, Willi-Sitte-Galerie („Der Hallesche Bildteppich“) 2016: Halberstadt, Dom („Textiler Herbst“) 2016/2017: Halle/Saale, Kunstmuseum Moritzburg („Gewebte Träume – Der Bildteppich in Mitteldeutschland. Reflexionen auf Jean Lurçat“)
Literatur Christiane Keisch: Marianne Ehrler (1939–1984). In: Bildende Kunst, Berlin, 8/1984, S. 346–348 Eva Mahn (Hrsg.): Bildteppiche in der Kunst der DDR. Seemann, Leipzig, 1984 Fritz Kämpfer, Klaus G. Beyer: Kunsthandwerk im Wandel. Aus dem Schaffen dreier Jahrzehnte in der Deutschen Demokratischen Republik. Verlag der Nation, Berlin, 1984 Ehrler, Marianne. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 179/180
Einzelnachweise
Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1939 Kategorie:Gestorben 1984 Kategorie:Frau Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Textildesigner (Deutschland)