Marcus Pomponius (* 2. Jahrhundert v. Chr.; † 121 v. Chr. in Rom) war ein Mitglied des römischen Ritterstandes (lateinisch: ordo equester) und enger Freund (lateinisch: amicus) des Politikers Gaius Sempronius Gracchus.

Werk und Leben Über Marcus Pomponius ist wenig bekannt. In der überlieferten antiken Literatur wird er stets als Freund des Gaius Gracchus genannt. Ihm ist eine, wie Michael von Albrecht vermutet, annalistische Schrift (Ad Pomponium) des Gaius Gracchus über das Lebenswerk seines Bruders Tiberius Sempronius Gracchus gewidmet, die Cicero in De divinatione erwähnt.Marcus Tullius Cicero: De divinatione 2,62.

Zur Freundschaft des Marcus Pomponius gehörte auch die praktische politische Unterstützung des Gaius Gracchus. Als Beispiel treuer Freundschaft hoben zwei antike Autoren sein Verhalten 121 v. Chr. am letzten Tag von Gracchus’ Kampf für Reformen hervor. Bei Velleius Paterculus heißt es: Kein Selbstmord bei Valerius Maximus: Facta et dicta memorabilia IV 7,2; Plutarch: Gaius Gracchus 16,17; Aurelius Victor: Liber de viris illustribus 65,5. mini|Gaius Gracchus auf der Flucht über den Pons Sublicius; Porta Trigemina und Stadtmauer im Hintergrund. Buchillustration von 1890 mit fiktiver Lokalisierung der Bauwerke. Der unbekannte Illustrator könnte sich an Valerius Maximus orientiert haben. Valerius Maximus schreibt ähnlich von „kräftigen Beispielen einer standhaften Freundschaft, robusta constantis amicitiae exempla“.Valerius Maximus: Facta ac dicta memorabilia IV 7,2. Er hebt allerdings zwei amici hervor. Pomponius und Laetorius schützten Gracchus beim Angriff der consularischen Truppen mit ihrem Körper und ermöglichten durch ihren todesmutigen Widerstand an der porta Trigemina (Pomponius) und am pons sublicius (Laetorius) Gracchus die Flucht über die Brücke auf die andere Tiber-Seite. Catherine Hoggarth weist darauf hin, dass beider Leben im Unterschied zu Horatius Cocles wurde.

Weitere Quellen und Informationen ergänzen diesen Bericht. Am letzten Tag des Kampfes hatten sich Marcus Fulvius Flaccus, Gracchus und ihre Anhänger auf den Aventin, „das alte Zentrum der Plebs“, in den Diana-Tempel zurückgezogen, konnten aber den überlegenen militärischen Verbänden des Senats, die sogar über kretische Bogenschützen verfügten, keinen Widerstand entgegensetzen. Gracchus flüchtete, begleitet von seinen engsten Freunden, in den benachbarten Minerva-Tempel. Dort wollte er Suizid begehen, wurde aber von Pomponius und LaetoriusLicinius bei Plutarch: Gaius Gracchus 16. Praetorius bei Aurelius Victor: Liber de viris illustribus 65. daran gehindert. Die beiden versuchten, mit ihm den Aventin hinab zum Tiber auf dem Clivus Publicius Richtung porta Trigemina zum pons sublicius zu entkommen.Aurelius Victor: De viris illustribus 65. Um Gracchus Zeit zur Überquerung des Tiber zu verschaffen, stellten sich Pomponius bei der porta Trigemina,Valerius Maximus: Facta et dicta memorabilia IV 7,2; Aurelius Victor: Liber de viris illustribus 65,5. Porta Trigemina: Velleius Paterculus: Historia Romana IV 7,2. Laetorius am Brückenanfang den überlegenen Verfolgern entgegen.Plutarch: Gaius Gracchus 17,1. Plutarch stellt beide amici an die Brücke. Beide fanden mit weiteren 250 Anhängern des Gaius Gracchus an diesem Tag den Tod.Plutarch: Gaius Grachus 18, 1.; Appian: Historia Romana 117.; Valerius Maximus: Facta ac dicta memorabilia II 6, 6.; Velleius Paterculus: Historia Romana IV 7,3; Orosius: Historia adversum paganos V,12,9f.; Aurelius Victor: De viris illustribus 65, 5. Gracchus gelangte zwar ans andere Tiber-Ufer, aber suchte angesichts der aussichtslosen Lage mit Hilfe eines Sklaven den Tod.

Vielleicht ist Marcus Pomponius identisch mit dem bei Valerius Maximus erwähnten Autor Pomponius Rufus.Valerius Maximus: Memorabilia IV,4, pr.

Antike Quellen (Auswahl) Im Buch From the Gracchi to Sulla von David L. Stockton gibt es ein Kapitel zur Quellenkritik. Marcus Tullius Cicero: De divinatione 1,36; 2, 62. Velleius Paterculus: Historia Romana 2,6,6. Valerius Maximus: Facta ac dicta memorabilia 4,7,2. Plutarch: Gaius Gracchus 16,17.

Literatur

Christopher Pelling: Roman biography. In: Oxford Classical Dictionary. Oxford University Press, Oxford 2015 (doi:10.1093/acrefore/9780199381135.013.1105).

Einzelnachweise

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