mini|hochkant=0.8|Ballhaus etwa 1926 Carl Ballhaus, auch Balhaus (* 4. November 1905 in Mülheim an der Ruhr; † 30. Juli 1968 in Eisenach) war ein deutscher Schauspieler, Drehbuchautor, Regisseur und Theaterleiter.
Leben 1923, nach bestandenem Abitur, begann Ballhaus ein Studium der Philologie und Germanistik. Parallel zum Studium nahm er Schauspielunterricht am Deutschen Theater, wo er in kleinen Rollen auf der Bühne debütierte. Regisseur Erwin Piscator engagierte ihn 1926 für sein Ensemble an der Volksbühne Berlin, wo er bis zum Jahr 1935 mit vielen namhaften Theaterregisseuren arbeitete.
Sein Leinwanddebüt gab er in dem Stummfilm Ramper, der Tiermensch von 1926, wo er in einer kleinen Rolle zu sehen war. Es folgten einige Stummfilmklassiker und frühe Tonfilme, wie beispielsweise M von 1929 und Der blaue Engel von 1930. Ballhaus’ politisches Engagement als aktives Gewerkschaftsmitglied, brachte ihm mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten Einschränkungen in der Ausübung seiner Tätigkeit als Schauspieler. So erhielt er in der Zeit des Nationalsozialismus nur kleinere Rollen in deutschen Filmproduktionen und an Theaterbühnen.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nahm Ballhaus zunächst eine Regietätigkeit beim Münchener Rundfunk wahr, ehe er von 1946 bis 1949 als Theaterregisseur in Coburg, Düsseldorf, Heidelberg, Bamberg und Dresden arbeitete. In Dresden wurde er zum Oberspielleiter des Staatstheaters berufen, 1953 berief ihn DEFA-Regisseur Martin Hellberg als Regieassistent für den Film Der Ochse von Kulm nach Potsdam. Sein Regiedebüt gab er ebenfalls bei der DEFA, wo er sechs Spielfilme inszenierte und gelegentlich auch in Nebenrollen mitspielte. Der Film Der Teufelskreis von 1956 gilt heute als sein bekanntestes Werk. Das Projekt, Henrik Ibsens Gespenster mit Klaus Kinski zu verfilmen, scheiterte, weil die DEFA die Tantiemen nicht bezahlen konnte.Christian David: Kinski. Die Biographie Aufbau-Verlag, Berlin 2006, ISBN 3-351-02634-X, S. 71. Von 1964 bis zu seinem Tod 1968 war Carl Ballhaus der Intendant des Landestheaters Eisenach.
Ballhaus war in erster Ehe mit der Schauspielerin Eva Schmidt-Kayser verheiratet, von der er sich 1942 scheiden ließ. Ein Jahr später heiratete er die Tänzerin Almut Dorowa.Carl Balhaus auf der Seite der DEFA-Stiftung, abgerufen am 14. Januar 2022 Er ist Vater des Schauspielers Christian Ballhaus und Bruder des Regisseurs und Schauspielers Oskar Ballhaus und Onkel des Hollywood-Kameramannes Michael Ballhaus.
Filmografie 1927: Ramper, der Tiermensch 1928: Der alte Fritz, 2. Teil: Ausklang 1929: Die Siebzehnjährigen 1929: Frühlings Erwachen 1929: Durchs Brandenburger Tor 1929: Ins Blaue hinein (Kurzfilm) 1930: Der blaue Engel 1930: Nur am Rhein 1930: Revolte im Erziehungshaus 1930: Väter und Söhne 1930: Westfront 1918 1930: Ein Burschenlied aus Heidelberg 1930: Scapa Flow 1930: Menschen im Feuer 1931: Yorck 1931: M 1931: Schatten der Unterwelt 1931: Kinder vor Gericht 1931: 1914, die letzten Tage vor dem Weltbrand 1931: Kadetten 1931: Ombres des bas fonds 1932: An heiligen Wassern 1932: Jonny stiehlt Europa 1932: Strich durch die Rechnung 1932: Unmögliche Liebe 1932: Mensch ohne Namen 1933: Anna und Elisabeth 1933: Abel mit der Mundharmonika 1933: Der Läufer von Marathon 1934: In Sachen Timpe 1934: Der Polizeibericht meldet 1938: Einmal werd’ ich Dir gefallen 1939: Der Feuerteufel 1941: Venus vor Gericht 1952: Geheimakten Solvay 1954: Der Fall Dr. Wagner (Co-Regie) 1954: Die Galerie der großen Detektive – Sherlock Holmes liegt im Sterben 1956: Damals in Paris… (Regie und Co-Drehbuch) 1956: Der Teufelskreis (Regie und Drehbuch) 1958: Nur eine Frau (Regie) 1958: Ein Mädchen von 16 ½ (Regie und Co-Drehbuch) 1959: SAS 181 antwortet nicht (Regie) 1962: Mord ohne Sühne 1962: Die schwarze Galeere 1964: Viel Lärm um nichts
Theater (Regie) 1953: Gotthold Ephraim Lessing: Minna von Barnhelm (Staatstheater Dresden)
Literatur Frank-Burkhard Habel, Volker Wachter: Das große Lexikon der DDR-Stars. Die Schauspieler aus Film und Fernsehen. Erweiterte Neuausgabe. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2002, ISBN 3-89602-391-8. Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 1: A – C. Erik Aaes – Jack Carson. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 227 f.
Weblinks
Carl Ballhaus Biografie bei der DEFA-Stiftung Carl Balhaus Biografie beim Filmmuseum Potsdam
Einzelnachweise
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