mini|St. Juliana in Großaspach Die evangelische Pfarrkirche St. Juliana steht in Großaspach, einem Gemeindeteil von Aspach im Rems-Murr-Kreis in Baden-Württemberg. Die Kirchengemeinde Aspach gehört zum Kirchenbezirk Backnang der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Die Juliana-Kirche ist ein geschütztes Kulturdenkmal nach dem Denkmalschutzgesetz.
Beschreibung mini|Blick zum Chor Der Kirchensatz gehörte seit jeher den Sturmfeder. Der Turmunterstock stammt noch aus romanischer Zeit, wurde jedoch ab der Spätgotik nach und nach in Fachwerk dann in Stein aufgestockt und letztlich 1780 mit einem Fachwerk-Glockengeschoss und mit einem spitzen, schiefergedeckten Helm versehen. Das Langhaus der Saalkirche wurde 1698 anstelle des kleineren Kapellenschiffs als breiteres und längeres Schiff mit Süd- und Westempore neu errichtet. Um im Turmchor die Orgelempore unterbringen zu können, wurde dort die Decke auf die Höhe der Langhausdecke angehoben. Nach verschiedenen Renovierungen und Reparaturen im 19. Jahrhundert besorgten die Architekten Richard Böklen & Carl Feil 1905 einen Innenumbau mit neuen Holzdecken und der Verstärkung des Turmgemäuers. 1921 und 1955 wurde der Turm renoviert. Von 1963 bis 1965 erfolgte durch Architekt S. Schröter ein größerer Umbau des Innenraums: Die Empore im Norden und Chor sowie der Schalldeckel über der Kanzel wurden entfernt, die neue Holzkanzel mit Steinsockel ebenerdig gestellt sowie die West- und Südempore etwas tiefer gesetzt und die Orgel von der Empore auf den Boden herabgesetzt. Auch wurden ein neuer Altar und neues Gestühl eingebaut. 1988 gab es eine weitere Renovierung.
Ausstattung Der Taufstein mit einem Schaft aus gebündelten Rundsäulchen stammt aus der Zeit um 1800, wurde jedoch 1905 umgearbeitet. Der Altarkruzifixus ist eine einfache Arbeit aus dem 2. Viertel des 16. Jahrhunderts.
Die Farbverglasung des kleinen romanischen Chorfensters zwischen den beiden Teilen der Chororgel entwarf und fertigte Adolf Valentin Saile im Jahre 1963.Ehrenfried Kluckert, Axel Zimmermann (Bearb.): Adolf V. Saile – Städtische Galerie Filderstadt, Kleines Kunst-Kabinett Bernhausen; vom 13.10.1985 – 6.11.1985. (Hrsg.) Städtische Galerie Filderstadt; Band 2: Werkverzeichnis; Filderstadt 1985, Werkverzeichnis Nr. 1a/63/8.
Orgel Die vermutlich zweite und wegen der damals neuen Orgelempore im Chor auch größere Großaspacher Orgel aus dem Jahre 1780 war 1824 von Aug. Laukhuff umgearbeitet und 1878 durch eine Walcker-Orgel mit zehn Registern ersetzt worden. 1963 wurde die Orgel-Chorempore abgebaut und die Orgel ebenerdig gestellt, doch bereits 1971 durch einen Neubau des Orgelbauers Richard Rensch ersetzt. Dieses Instrument mit der Werkbezeichnung Opus 74 wurde im Chorraum in zwei Teilen an der Nord- und Ostwand hinter dem Altar aufgestellt. Es verfügt über 16 Register auf zwei Manualen und Pedal.Orgel Databank: Großaspach (Baden-Württemberg) – Evangelische Julianakirche
Disposition der Orgel (Quelle:) Hauptwerk (I. Manual) 1.Principal8′2.Octave4′3.Mixtur 4fach1 1/3′4.Holzflöte4′5.Waldflöte2′6.Kornett 3fach2 2/3′7.Salicional8′TremulantBrustwerk (II. Manual) 8.Principal2′9.Scharf 3fach1′10.Gedeckt8′11.Rohrflöte4′12.Quinte1 1/3′TremulantPedal 13.Hintersatz 3fach2 2/3′14.Subbaß16′15.Pommer4′16.Violonbaß8′
Glocken Die Betglocke stammt aus dem Jahr 1787 und trägt – neben der ausführlichen lateinischen Widmung ihres Stifters Franz Georg Ernst von Sturmfeder – folgende Inschrift: CHRISTIAN LUDWIG NEUBERT HERZOGLICH WIRTENBERG(ISCH) / PRIVILEGIRTEN STU(C)K und GLO(C)KEN GIESER ZU LUDWIGSBURG. Wegen ihrem kulturhistorischen Wert musste sie nicht als Metallspende dem Heer abgegeben werden.Günther Grundmann (Hrsg.): Deutscher Glockenatlas Württemberg und Hohenzollern. Hamburg 1959, S. 225. Die beiden anderen Glocken wurden nach dem Zweiten Weltkrieg bei der Glockengießerei Kurtz in Stuttgart nachgegossen. +Übersicht der Glocken von St. JulianaGlockeNameGlockengießerGussortGussjahrSchlagtonGewichtDurchmesserInschriftGlockenzierI.BetglockeChristian Ludwig NeubertLudwigsburg1787gis′550 kg98 cmWidmung des Glockenstifters Franz Georg Ernst von Sturmfeder; ansonsten: siehe obenRanken und BlütenII.Kreuz- und ZeichenglockeHeinrich KurtzStuttgart1951h′325 kg81 cmALLES WAS ODEM HAT LOBE DEN HERRN / GROSSASPACH 1951ChristusmonogrammIII.TaufglockeHeinrich KurtzStuttgart1951cis′230 kg72 cmO LAND, LAND, LAND, HÖRE DES HERRN WORT / GROSSASPACH 1951Kreuz, Alpha, Omega
Literatur Adolf Schahl (Bearb.): Die Kunstdenkmäler des Rems-Murr-Kreises, Band I. In: Die Kunstdenkmäler in Baden-Württemberg. (Hrsg.) Landesdenkmalamt Baden-Württemberg; München/Berlin 1983; S. 144–148.
Karl Lachenmaier: Lebendige Großaspacher Kirchengeschichte. (Hrsg.) Evangelische Kirchengemeinde Großaspach, 1993.
Einzelnachweise
Weblinks
Website der Kirchengemeinde Aspach (Großaspach, Kleinaspach, Rietenau), dort keine Informationen zu den Kirchen Kirchbaudatenblatt
Kategorie:Kirchengebäude im Rems-Murr-Kreis St Juliana St Juliana Kategorie:Julianakirche Kategorie:Kirche in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg Kategorie:Saalkirche in Baden-Württemberg Kategorie:Chorturmkirche Kategorie:Barocke Kirche Kategorie:Barockbauwerk im Rems-Murr-Kreis Kategorie:Erbaut in den 1690er Jahren Kategorie:Kirchengebäude in Europa Kategorie:Geläut Kategorie:Disposition einer Orgel