mini|Richard R. Göller Richard Rudolf Göller (ehelich: Kiridus-Göller, * 23. Dezember 1946 in Wien) ist ein österreichischer Wissenschaftler, der als Lehrer, Universitätslektor und Didaktiker der Warenwissenschaft / Warenlehre tätig ist.
Karriere Nach einer Ausbildung zur Elementarpädagogik, studierte Richard Göller zunächst Germanistik und Publizistik, anschließend das Lehramt Naturgeschichte, das er mit einer „ungewöhnlich genauen“ ökologischen Arbeit über die Photosynthese 1974 abschloss.Prüfungszeugnis für Richard Göller für das Lehramt an Höheren Schulen in Wien, 23. Juni 1975 / Mag.rer.nat. 22. Oktober 1975 Sponsion. Nach seinem Studium war er freier Mitarbeiter am Institut für Umweltwissenschaft der Ludwig Boltzmann-Gesellschaft.1973 begann Bernd Lötsch mit dem Aufbau des Instituts für Umweltwissenschaften und Naturschutz (zuerst Ludwig-Boltzmann-Gesellschaft, dann ÖAW). 1978 wurde er vom Bundesminister für Unterricht und Kunst zum ProfessorDekret des Bundesministers Fred Sinowatz vom 28. April 1978. auf die Planstelle des Naturgeschichtlich-warenkundlichen Unterrichts ernannt. Danach unterrichtete an einer Handelsakademie in Wien er die Fächer Biologie und Warenlehre; Technologie, Ökologie und Warenlehre sowie Angewandte Naturwissenschaften an der Handelsschule. Vom Wiener StadtschulratAnlass war Richard R. Göllers Artikel „Bemerkungen zur Erstellung von Lehrzielen in künftigen Lehrplänen für Biologie und Warenkunde“ in FORUM WARE 1(1979)Nr. 1-2, S. 25/26.Entscheidungsträger: LSI Dr. Ernst Vogelsinger, Vizepräsident der ÖGWT. – (Lit.: Knapp, Vogelsinger, Sulek: Wirtschaft mitdenken – mitgestalten - mitverantworten. Ueberreuter Wien 1982.) wurde er mit der Leitung der Arbeitsgemeinschaft für Biologie und Warenlehre am Pädagogischen Institut des Bundes in Wien (PIB) betraut, verfasste ein Skript zur Einführung in die WarenlehreSchriftenreihe zur Lehrerfortbildung im berufsbildenden Schulwesen. Heft 119.- Wien (PIB) 1990. und erlangte in Zusammenarbeit mit Josef Hölzl die Qualifikation als Betreuungslehrer für das Lehramt.Promotionsurkunde Dr.rer.nat. Richard Rudolf Kiridus-Göller, Universität Salzburg, 22. Dezember 1997. Er war Schriftleiter bei der interuniversitären Arbeitsgemeinschaft „bioware“ am Institut für Didaktik der Naturwissenschaften an der Universität Salzburg, welche bei der ÖGWT von 1990 bis 1996 die Zeitschrift für Biologie und Warenlehre herausgab.(BIOWARE) In den Jahren 2005 bis 2008 war er Chefredakteur der Zeitschrift 'bioskop', herausgegeben von Franz M. Wuketits im Auftrag der Austrian Biologist Association.Die für das Lehramt der Biologie und Warenlehre seit 1990 von der ÖGWT hergestellte Zeitschrift „bioware“ ist mit „bioskop“ in vierteljährlichen Sonderausgaben verbunden worden.
Wissenschaftliche Tätigkeit Richard Göller lebte im Wohnhaus Ernst Beutels und nahm das wissenschaftliche Erbe von ihm an. Er arbeitete bereits bei seiner Diplomarbeit (damals als Hausarbeit bezeichnet) interdisziplinär zur Bedeutung der Biosphäre für die Atmosphäre.Photosynthese und Atmosphäre: Zur Rolle der Grünen Pflanze für die CO2/O2-Bilanz der Atmosphäre und begrenzter Ökosysteme.- Universität Wien / Pflanzenphysiologisches Institut Horst WernerUniv. Prof. Dr. Horst Werner (1938–2019) war Begründer des Institutes für Didaktik der Naturwissenschaften an der Universität Salzburg. lud ihn ans Institut für die Didaktik der Naturwissenschaften zur Dissertation ein, die er in Zusammenarbeit mit dem Institut für Wissenschaftstheorie der Universität Wien verfasste.Richard R. Kiridus-Göller: Die Ware aus der Sicht der Biologie: wissenschaftstheoretische Untersuchung für eine integrative Didaktik zwischen Biologie und Warenlehre. Dissertation an der Universität Salzburg, Salzburg 1997. USB AC02236060 In seiner Arbeit forschte er zu den wissenschaftstheoretischen Grundlagen des Unterrichtsfaches 'Biologie und Warenlehre', das an kaufmännischen Schulen gelehrt wird. Göller bezeichnet den kulturell notwendigen Informationsfluss der Wissenschaft zu den Menschen – negentrope Programmatik auf Grundlage der allgemeinen SystemtheorieBiophysik: Ludwig von Bertalanffy, Heinz von Foerster, Ilya Prigogine; Bioökonomik: Nicholas Georgescu-Roegen – als die „Bioware“. Grundbedingung alles Lebenden ist die Biokommunikation.Viktor Pöschl: Prinzipien natürlicher Ordnung in Technik und Wirtschaft. Eine Einführung in die Wirtschaftswissenschaft, insbesondere in die Technologie und Warenkunde. Ferd. Enke, Stuttgart 1947. Marco Tamborini: Entgrenzung. Die Biologisierung der Technik und die Technisierung der Biologie. Felix Meiner Verlag, Hamburg 2022, ISBN 978-3-7873-4254-9. Norbert Wiener: Cybernetics or Control and Communication in the Animal and the Machine. MIT Press und Hermann, Paris 1948, 2. Auflage 1961 (Deutsche Ausgabe: Kybernetik. Regelung und Nachrichtenübertragung im Lebewesen und in der Maschine. Econ-Verlag, Düsseldorf / Wien 1963)Günther Witzany: Biokommunikation und natürliche Bearbeitung genetischer Texte. Springer, Norderstedt 2010, ISBN 978-3-8423-0475-8. Aus biologischer Sicht sei der Mensch nicht in der Lage, die Realität zu erfassen und braucht daher die Wissenschaft, um ein adäquates Bewusstsein für die Nachhaltige Entwicklung zu erlangen.„Denn die ökonomischen Kategorien … sind weder reine Faktizität … noch bloße Denkbegriffe … sie sind vielmehr Daseins- und Bewusstseinsformen in einem.“ (Rudolf W. Müller: Geld und Geist. Campus-Verlag, Frankfurt am Main / New York 1977, S. 108; 2. Aufl. 1981)Richard R. Göller: Verständnis für die Natur als begrenzte Rohstoffquelle. Ein Beitrag zur Lehr- und Bildungsaufgabe für integrative Didaktik zwischen Biologie und Warenkunde. FORUM WARE 10 (1982) Nr.1-2, S.85-93. Auszugsweise Wiederveröffentlichung: Das Entropie-Problem verständlich gemacht mit dem Weinfass-Modell in BIOWARE 1995/1, S. 22–24 Das Beckmann’sche Lehrgebäude Julius Wiesner: Die Beziehungen Beckmanns zu Linné. In: Natur - Geist – Technik. Verlag Wilhelm Engelmann, Leipzig 1910. Bei Johann Beckmann wesentlich ist im „technologischen Paradigma“ die „ganzheitliche Konzeption“, welche bei Carl v. Linné die Grundlagen seines Denkens hat (Reinhold Reith im Nachwort zu Schwedische Reise. Verlag Libelle, Lengwil 1995.), deren darüber große Klammer die naturwissenschaftliche Warenlehre ist, beruhte auf der Suche nach einem einheitlichen Prinzip (immaterielles „principium vitalis“), welches dem Leben zugrunde liegen sollte.Christoph Suin de Boutemard über Disputanten im aufklärerischen Geist. In: Johann Beckmann-Journal 11./12. Jg. 1997/98, S. 23. Mit der Vision von Leibniz und anteilig Goethe geht fraglich es um Morphologie des Wirtschaftsganzen.Martin Grötschel, Eberhard Knobloch, Juliane Schiffers, Mimmi Woisnitza, Günter M. Ziegler (Hrsg.): Vision als Aufgabe. Das Leibniz-Universum im 21. Jahrhundert. berlin-brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin 2016, ISBN 978-3-939818-67-0 .Lore Sexl: Gottfried Wilhelm Leibniz und die geplante Kaiserliche Akademie der Wissenschaften in Wien. In: Theoria cum Praxi aus der Welt des Gottfried Wilhelm Leibniz. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2012, S.77-239. ISBN 978-3-7001-7060-0 Hans Börnsen: Leibniz´ Naturbegriff und Goethes Gedanke der Metamorphose. Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 1983, ISBN 3-7725-0798-0 Hans Christoph Binswanger: Geld und Natur. Das wirtschaftliche Wachstum im Spannungsfeld zwischen Ökonomie und Ökologie. Edition Weitbrecht, Stuttgart/Wien 1992. - Geld und Magie. Eine ökonomische Deutung von Goethes Faust. Murmann, Hamburg 2005.
Richard Göller ist Autor von Fachartikeln zum bio-ökonomischen Stellenwert der Warenlehre.z. B.: FORUM WARE 28 (2000) Nr. 1-4: Die Ware aus der Sicht der Biologie S. 4–13 / Bedeutung der Bioökonomie für die Theorie der Warenlehre S. 128 f.Richard Kiridus-Göller: Über Ware, Biologie und Wirtschaft und die Suche nach einer lebensfähigen Programmatik. / F.M. Wuketits: Stichwort „Bioökonomie“. In: Forum Ware. 40 (2012) Nr. 1–4, S. 24–27. (online)Mit Karl Kollmann: Vor jeder akademischen Diskussion bedarf es Klarheit in den Paradigmen und Begriffen. Wordpress: Warenlehre (online) 2012. Mit „hardware – software - bioware“Graphik zum Begriffsfeld „Ware“ in R. Löbbert / Deutsche Stiftung Warenlehre (Hrsg.): Der Ware Sein und Schein. Haan-Gruiten 2002, S. 194 / Fig.1. ist Göller in Konvergenz mit dem Ökonomen Eberhard Seidel, der im Versagen der „Orgware“ im Wirtschaftsganzen das Grundproblem der Nicht-Nachhaltigkeit erkannte.Pott, Philipp: Eberhard Seidel – Anmerkungen zu seiner Lebensarbeit. In: Festschrift zum 70. Geburtstag von Eberhard Seidel, hrsg. von Thomas Göllinger, Marburg 2006, (hier: S. 17)Thomas Jakl, Manfred Sietz (Hrsg.): Nachhaltigkeit fassbar machen. Entropiezunahme als Maß für Nachhaltigkeit. Diplomatische Akademie Wien, Da Favorita Papers 01/2012, ISBN 978-3-902021-69-4.
Seine Hauptthese: Die Differenzierung zwischen der Waren- und Realwirtschaft und dem Geld konstituiert biologische und monetäre Parallelwelten, die Trennung von Lebendigem und dem Künstlichen.Der vernetzte Charakter von Ware.- In: FORUM WARE 27 (1999) Nr. 1-4, S. 136–138. Im Unterschied zu einer von der Newtonschen Physik abgeschauten Prägung der Wirtschaftstheorie zum Allgemeinen Gleichgewichtszustand sieht Richard Göller lebende Systeme in einem thermodynamischen Ungleichgewicht. Die mechanistisch orientierte Lehrmeinung sei von der Erfassung der biophysikalischen Wirklichkeit weit entfernt. Demgegenüber resultieren Allgemeine Systemtheorie und Kybernetik zur Modellierung der Komplexität aus der theoretischen Biologie und deren Kern, der Evolutionstheorie. Diese bilden insofern die paradigmatischen Grundlagen zum Verständnis für wirtschaftliche Entwicklungsprozesse. In sozialökologischer Hinsicht betrachtet Richard Göller die Warenlehre als das Was zum Wie der Managementlehre, so wie sie von Peter Drucker, Hans Ulrich und deren Schüler vertreten worden ist.Richard Kiridus-Göller: Bionomics. Grünes Management in Theorie und Praxis. In: Weg in die Wirtschaft, 45 (1994) 472, S. 5–6.Zur Evolutionsökonomik, Bioökonomie, Managementkybernetik: Richard Kiridus-Göller: Zur Differenz von Logos und Nomos: Wahr ist, was überlebt. In: Stephan Haltmayer u. a. (Hrsg.): Homo universalis. Peter Lang, Frankfurt am Main 2011. In der Warenlehre geht es um die Substanz der Wirtschaft, deren physischen Grundlagen und sozialökologischen Richtungen.
Eine lebensdienliche Wirtschaft setzt deren Lebensfähigkeit voraus, weshalb die Nachhaltige Entwicklung der biologischen Transformation des Wertschöpfungssystems bedarf.Thomas Bauernhansl et al. (Hrsg.): Biointelligenz. Eine neue Perspektive für nachhaltige industrielle Wertschöpfung. Fraunhofer Verlag, Stuttgart 2019, ISBN 978-3-8396-1433-4.Reimund Neugebauer (Hrsg.): Biologische Transformation. Springer Vieweg, Berlin 2019, ISBN 978-3-662-58242-8.