Die Cornelii Cethegi (deutsch auch Cetheger) waren eine patrizische FamilieRonald Syme: Personal Names in Annals I-VI. In: The Journal of Roman Studies. Band 39, 1949, S. 6–18, hier S. 11. der römischen gens Cornelia, welche das Cognomen Cethegus führte.
Die Familie ist eventuell sabinischer, mit Gewissheit jedoch latinischer Herkunft. Sie stammt wahrscheinlich aus Gabii und wird in der mythologischen Entstehungsgeschichte Roms als eine der italischen Familien, genauer der Aborigines gesehen, welche – zusammen mit 50 trojanischen und acht oder neun albanischen Familien – die Vorfahren des römischen Volks bildeten.Domenico Palombi: Gabii, Giunone e i Cornelii Cethegi. In: Archeologia Classica, Band 66, Heft 5, 2015. S. 253–287. Hier S. 270. Ihre Stellung als Teil der autochthonen Bevölkerung zeigt sich möglicherweise in dem Umstand, dass einer der latinischen Gegner des Aeneas, des mythologischen Stammvaters der Römer, in Vergils Aeneis den Namen Cethegus trägt.Malcolm M. Willcock: Battle Scenes in the Aeneid. In: Proceedings of the Cambridge Philological Society. Band 209, N. S. 29, 1983, S. 87–99. Hier S. 95, 97.
Die Cetheger waren für ihr Traditionsbewusstsein bekannt.Domenico Palombi: Gabii, Giunone e i Cornelii Cethegi. In: Archeologia Classica, Band 66, Heft 5, 2015. S. 253–287. Hier S. 266. Sogar ihr Name geht wahrscheinlich auf eine altertümliche Trageweise der Toga zurück (toga sine tunica), bei welcher diese um die Hüfte gewickelt wurde, sodass Arme und Schultern unbedeckt blieben, auch Cinctus Gabinus genannt.Domenico Palombi: Gabii, Giunone e i Cornelii Cethegi. In: Archeologia Classica, Band 66, Heft 5, 2015. S. 253–287. Hier S. 271–273. Sie scheinen außerdem eine besondere Verbindung zur altitalischen Göttin Juno gehabt zu haben, welche sich in ihrer Bau- und Stiftungstätigkeit als Konsuln und Zensoren in Rom sowie als Patrone in ihrer Heimat niederschlug.Domenico Palombi: Gabii, Giunone e i Cornelii Cethegi. In: Archeologia Classica, Band 66, Heft 5, 2015. S. 253–287. Hier S. 261, 267 f., 275.
Römische Republik Obgleich die Familie erst im 3. Jahrhundert v. Chr. prominent in Erscheinung trat, war sie wahrscheinlich bereits seit Ende der Römischen Königszeit Teil der römischen Oberschicht.Domenico Palombi: Gabii, Giunone e i Cornelii Cethegi. In: Archeologia Classica, Band 66, Heft 5, 2015. S. 253–287. Hier S. 275–277.
Ihr bedeutendster Vertreter war Marcus Cornelius Cethegus, Zensor 209 v. Chr. und Konsul 204 v. Chr., der als der erste große Redner Roms galt,Domenico Palombi: Gabii, Giunone e i Cornelii Cethegi. In: Archeologia Classica, Band 66, Heft 5, 2015. S. 253–287. Hier S. 272. gefolgt von seinem Cousin Gaius Cornelius Cethegus, Konsul 197 v. Chr. und Zensor 194 v. Chr. Ein anderer Marcus Cornelius Cethegus erreichte 160 v. Chr. ebenfalls das Konsulat.
Danach verlor die Familie augenscheinlich an Bedeutung. Dies steht möglicherweise im Zusammenhang mit der Verurteilung eines ansonsten unbekannten Gaius Cornelius Cethegus wegen Vergewaltigung um 150 v. Chr. Jedenfalls finden sich Cetheger danach zwar weiterhin in senatorischen Positionen, jedoch nicht mehr in den höheren Rängen des cursus honorum.Domenico Palombi: Gabii, Giunone e i Cornelii Cethegi. In: Archeologia Classica, Band 66, Heft 5, 2015. S. 253–287. Hier S. 261–266.
Kaiserzeit In der römischen Kaiserzeit treten immer wieder Cetheger in Erscheinung, darunter am prominentesten Servius Cornelius Cethegus, Konsul 24, und Marcus Gavius Cornelius Cethegus, Konsul 170. Es besteht jedoch unzweifelhaft keine Kontinuität mit der republikanischen Familie, sondern es handelt sich um das Wiederaufleben eines prestigeträchtigen Namens,Domenico Palombi: Gabii, Giunone e i Cornelii Cethegi. In: Archeologia Classica, Band 66, Heft 5, 2015. S. 253–287. Hier S. 265. eventuell verbunden mit einer modischen Renaissance ihrer Trageweise der Toga.Domenico Palombi: Gabii, Giunone e i Cornelii Cethegi. In: Archeologia Classica, Band 66, Heft 5, 2015. S. 253–287. Hier S. 272 f.
Möglicherweise sind die kaiserzeitlichen Cetheger Seitenlinien der Cornelii Lentuli, der Scipionen oder beider.Conrad Cichorius: Zur Familiengeschichte Seians. In: Hermes, Band 39, Heft 3, 1904. S. 461–471, hier S. 462.
Mitglieder Marcus Gavius Cornelius Cethegus, römischer Konsul 170
Servius Cornelius Cethegus, römischer Konsul 24
Literatur Domenico Palombi: Gabii, Giunone e i Cornelii Cethegi. In: Archeologia Classica. Band 66, Heft 5, 2015. S. 253–287 (online).
Siehe auch Cethegus
Einzelnachweise
Kategorie:Stirps