Channel Orange (teilweise auch channel ORANGE) ist das erste Studioalbum des US-amerikanischen Singer-Songwriters Frank Ocean. Es wurde am 10. Juli 2012 über den Verlag Def Jam Recordings veröffentlicht. Das Album, welches dem RnB zugeordnet wird, enthält Gastbeiträge von unter anderem André 3000, John Mayer, Earl Sweatshirt und Tyler, the Creator, wobei die letztgenannten zusammen mit Ocean Teil des Hip-Hop-Kollektivs Odd Future waren. Größtenteils wurde das Album von Frank Ocean selbst produziert, doch auch Pharrell Williams, Malay Ho, Om'Mas Keith und weitere arbeiteten mit in der Produktion.

Musik und Inhalte Im Gegensatz zum zweiten Studioalbum Frank Oceans, Blonde, enthält Channel Orange noch viel klassischen RnB ähnlich dem von Marvin Gaye und Sly and the Family Stone. Nichtsdestotrotz sind auch andere Genres aufzufinden, beispielsweise (Neo-)Soul, Jazz oder Funk. Durch die Gastauftritte von Earl Sweatshirt und André 3000 sind auf dem Album auch Rap-Verse vertreten, allerdings nur von dem erwähnten Künstlern, statt von Frank Ocean selbst, der trotz seiner Odd Future Mitgliedschaft nicht rappt.

Ursprünglich war von Ocean zudem ein Vers des Rap-Künstlers Big Boi auf dem Titel Pink Matter geplant. André 3000, der schon auf dem Song vertreten ist, und Big Boi bildeten in den 1990ern und 2000ern das erfolgreiche Hip-Hop-Duo OutKast, trennten sich allerdings 2007. Da die beiden ihre Rückkehr jedoch nicht auf dem Album eines Dritten vollbringen wollten, kam es nicht zur Beteiligung Big Bois.

Da Frank Ocean 2011 auf dem Kollabo-Album Watch the Throne von Kanye West und Jay-Z vertreten war, erwarteten viele Fans eine Zusammenarbeit zwischen Ocean und West. Malay Ho, der mit Ocean zusammen Channel Orange produzierte, äußerte sich wie folgt zu der Thematik:

Inhaltlich widmet sich Channel Orange Themen der Liebe und Sexualität, ebenso wie Drogenkonsum. Die Titel Sweet Life und Super Rich Kids befassen sich unter anderem mit dem Leben in Reichtum und Materialismus. Besonders an Channel Orange ist zudem die Art und Weise in der Frank Ocean über (seine) Liebe singt. Denn der Künstler verwendet Pronomen auf geschlechtsneutrale Weise und zeigt dadurch, dass die geschilderte Liebe möglicherweise auch auf gleichgeschlechtliche Paare zutrifft. Ocean selbst hat sich ein Jahr zuvor über seinem privaten Tumblr Block geoutet.

Im Interview hat der oben genannte Malay Ho sich zudem zu der Thematik geäußert, ob Channel Orange als Konzeptalbum zu verstehen sei. Malay Ho zufolge haben Ocean und er das Album eigenständig abgemischt und produziert, wodurch das Projekt an den vielen Interludes und Skits gewachsen ist, die oft ein Anzeichen für ein Konzeptalbum sind. Nichtsdestotrotz folgt Channel Orange inhaltlich keinem klaren Faden, sondern fügt sich eher durch die halbzufällige Ähnlichkeit der Themen zusammen.

Inspiriert wurde Channel Orange besonders von älterem RnB, Soul, etc. beispielsweise von Marvin Gaye, Stevie Wonder und Sly and the Family Stone. Auch Pink Floyd und Jimi Hendrix werden als Inspirationsquelle für die Produktion genannt.

Cover und Titel Das Albumcover ist bis auf den Schriftzug channel ORANGE in Orange gehalten. Die das erste Wort ist in einer breiten Schriftart abgebildet und zeigt Wasser, welches das Licht reflektiert. Der zweite Teil des Titels ist in einer schmalen Schriftart gehalten. Das Cover wurde von Thomas Mastorakos, Aaron Martinez und Phil Toselli entworfen.

Der Titel des Albums entstammt Gesprächen zwischen Pharrell Williams und Frank Ocean. Beide haben Synästhesie und verbinden somit beispielsweise Erinnerungen stärker mit Farben, Formen und ähnlichem als andere. Williams hatte schon das von N.E.R.D 2008 veröffentlichte Album Seeing Sounds nach dieser Art wahrzunehmen benannt. Als die beiden sich über das Phänomen unterhielten, sprach Ocean davon, dass er den Sommer seiner ersten großen Liebe mit der Farbe Orange verbinde, so kam es zu dem Titel.

Titelliste +#TitelProduktionLänge1StartFrank Ocean, Malay Ho0:452Thinkin Bout YouFrank Ocean, Sheah Taylor3:203FertilizerFrank Ocean, Malay Ho0:394Sierra LeoneFrank Ocean, Malay Ho, Om'Mas Keith2:285Sweet LifeFrank Ocean, Pharrell Williams4:226Not Just MoneyJonathan Ikpeazu0:597Super Rich Kids (feat. Earl Sweatshirt)Frank Ocean, Malay Ho, Om'Mas Keith5:048Pilot JonesFrank Ocean, Malay Ho, Om'Mas Keith3:049Crack RockFrank Ocean, Malay Ho, Om'Mas Keith3:4410PyramidsFrank Ocean, Malay Ho, Om'Mas Keith9:5211LostFrank Ocean, Malay Ho, Om'Mas Keith3:5412White (feat. John Mayor)Frank Ocean, Tyler, the Creator1:1613MonksFrank Ocean, Malay Ho, Om'Mas Keith3:2014Bad ReligionFrank Ocean, Malay Ho, Om'Mas Keith2:5515Pink Matter (feat. André 3000)Frank Ocean, Malay Ho, Om'Mas Keith4:2816Forrest GumpFrank Ocean, Malay Ho, Om'Mas Keith3:1417EndFrank Ocean, Malay Ho2:14 Um seine eigene Rolle herunterzuspielen, hat Frank Ocean die Entscheidung getroffen, anstatt seiner selbst, seinen Hund Everest als Executive Producer seines Albums einzutragen. Everest ist somit auch das einzige nicht menschliche Lebewesen, welches jemals einen Grammy-Award gewonnen hat.

Rezeption Preise Bei der alljährlichen Verleihung des Grammy-Awards 2013 wurde Channel Orange in den Kategorien „Album of the Year“ und „Best Urban Contemporary Album“ nominiert und gewann den Letztgenannten. Zusätzliche wurde die Single Thinkin Bout You in der Kategorie „Record of the Year“ nominiert, ging jedoch leer aus.

Rezensionen Channel Orange wurde zumeist stark positiv bewertet, so bekam es auf Metacritic eine Wertung von 92/100, basierend auf 46 Rezensionen. Pitchfork bewertete das Album ähnlich positiv mit einer 9.5/10. Lisa Wörner beschreibt Channel Orange auf Laut.de wie folgt:

Jahresbestenlisten Neben der positiven Resonanz in Form von Bewertungen wurde Channel Orange auch vermehrt auf Jahresbestenlisten aufgeführt. Im Folgenden befindet sich eine Auswahl der Listen und des dort aufgeführten Ranges. +VeröffentlicherListeRangRef.The GuardianThe Guardian's Best Albums of 20121PitchforkThe Top 50 Albums of 20122Complex50 Best Albums of 20122Los Angeles TimesBest of 2012 Pop Music: Albums1New York TimesJon Pareless Top 10 Albums of 20121Rolling Stones Magazine50 Best Albums of 20122NMENME’s best albums and tracks of 20123

Kommerzieller Erfolg Chartplatzierungen

Auszeichnungen für Musikverkäufe

Einzelnachweise

Kategorie:Album 2012 Kategorie:Album (Contemporary R&B) Kategorie:Mehrfach-Platin-Album (Vereinigtes Königreich)