mini|Militärhospital in Athen mini|Wilhelm von Weiler hielt seine Eindrücke von Griechenland auch künstlerisch fest; dieses Gemälde entstand 1839 und zeigt einen Brunnen nahe Athen, der sich am Standort des heutigen Kriegsmuseums befand. Wilhelm von Weiler (* 20. Juni 1807Informationen zur Gründungsgeschichte des Oberrheinischen Geologischen Vereins auf dessen offizieller Website. Abgerufen auf ogv-online.de am 11. Februar 2024.Gothaisches Genealogisches Handbuch der Freiherrlichen Häuser. 39. Jahrgang 1889, S. 967. oder 21. Dezember 1809Friedrich Cast: Süddeutscher Adelsheros. Zweite Section. Erster Band. J. F. Cast’sche Buchhandlung, Stuttgart 1845, S. 343. in Mannheim; † 17. April 1878 in Karlsruhe; vollständiger Name: Wilhelm Anton Ignaz Philipp Leopold Aloys von Weiler) war ein deutscher Bauingenieur und Architekt, der als Baubeamter im Königreich Griechenland und im Großherzogtum Baden wirkte.
Leben Herkunft Wilhelm von Weiler war ein Sohn des Wirklichen Geheimen Rats und Staatsrats Georg von Weiler (1776–1835) und dessen Ehefrau Amalie von Weiler geb. von Schmalz († 1817); er entstammte damit einer 1745 nobilitierten und 1790 in den Freiherrnstand erhobenen Briefadelsfamilie.
Wirken in Griechenland Als junger Mann verbrachte von Weiler einige Jahre im Königreich Griechenland. Dieses hatte sich nach jahrhundertelanger osmanischer Fremdherrschaft, einem blutigen Unabhängigkeitskrieg und einer kurzen republikanischen Phase 1832 konstituiert. Athen wurde zwar 1834 zur Hauptstadt ernannt, lag allerdings größtenteils in Trümmern und hatte nur noch etwa 4000 Einwohner. König Otto gab zahlreiche klassizistische Bauten in Auftrag und ließ die Stadt durch westliche Architekten systematisch ausbauen und neu gestalten. Von Weiler diente als Ingenieur-Oberleutnant und -HauptmannVerordnung, die Eintheilung der Offiziere in das Ingenieur- und Pionier-Corps betreffend. In: Regierungs-Blatt des Königreiches Griechenland, Nr. 50 (vom 7. August 1838), S. 139. im königlich griechischen Geniekorps und verantwortete 1834 sowohl den Entwurf als auch den Bau des Athener Militärhospitals (auch „Weiler-“ oder „Makrygiannis-Gebäude“ genanntChryssoula Kambas, Marilisa Mitsou (Hrsg.): Die Okkupation Griechenlands im Zweiten Weltkrieg. Griechische und deutsche Erinnerungskultur. (= Griechenland in Europa, Kultur – Literatur – Geschichte, Band 1.) Böhlau Verlag, Köln u. a. 2015, ISBN 978-3-412-22467-7, S. 76.), des ersten öffentlichen Gebäudes der neuen Stadt.Adrian von Buttlar: Das neue Hellas. Griechen und Bayern zur Zeit Ludwigs I. Hirmer, München 1999, ISBN 3-7774-8490-3, Seite 90. Im August des gleichen Jahres übernahm er die Bestandsaufnahme des Athener Situations-Plans, in den er auch die wichtigsten Straßenfluchten der zwei damals bestehenden Bauprojekte (von Stamatios Kleanthis und Eduard Schaubert sowie von Leo von Klenze) einzeichnete.Alexander Papageorgiou-Venetas: Hauptstadt Athen. Ein Stadtgedanke des Klassizismus. Deutscher Kunstverlag, München / Berlin 1994, ISBN 3-422-06102-9, S. 164.Alexander Papageorgiou-Venetas: Eduard Schaubert 1804–1860. Der städtebauliche Nachlass zur Planung der Städte Athen und Piräus. Bibliopolis, Mannheim u. a. 2001, ISBN 3-933925-21-5, S. 32. Mit Entschließung vom 5. März 1836 wurde die zukünftige Umsetzung des Stadtplans in die Verantwortung der Gemeinde gelegt und sollte vom Stadtarchitekten Schaubert unter der Beaufsichtigung des Innenministeriums durchgeführt werden, woraufhin man von Weiler von seinen Pflichten entband.Olga Fountoulakis: Deutsche Architekten im Griechenland des 19. Jahrhunderts. Eptalofos, Athen 2020, ISBN 978-618-84978-0-1, S. 227.
In den darauffolgenden Jahren arbeitete er als Kreisingenieur auf den Kykladen.Olga Fountoulakis: Deutsche Architekten im Griechenland des 19. Jahrhunderts. Eptalofos, Athen 2020, ISBN 978-618-84978-0-1, S. 195 f. Dort wurden in Ermoupoli, dem Hauptort der Insel Syros, nach seinen Plänen zunächst die VolksschuleHelmut Riedl: Franz Grillparzers griechische Landschaftserlebnisse und seine Quarantäne auf der Kykladeninsel Syros. In: Hellenika. Jahrbuch für griechische Kultur und deutsch-griechische Beziehungen, Neue Folge, Band 16. Lit Verlag, Münster 2021, ISBN 978-3-643-99711-1, S. 47–69. sowie anschließend zwischen 1839 und 1842 eine Quarantänestation errichtet.Dimitris Manikas: Beiträge zur Baukunst 1968–2006. Böhlau Verlag, Köln u. a. 2006, ISBN 3-205-77470-1, S. 11. Außerdem leitete er auf der Insel Paros ein Entwässerungsprojekt.Olga Fountoulakis: Deutsche Architekten im Griechenland des 19. Jahrhunderts. Eptalofos, Athen 2020, ISBN 978-618-84978-0-1, S. 198. Rückblickend gehörte Wilhelm von Weiler – neben Karl Friedrich Schinkel, Theophil von Hansen, Leo von Klenze, Eduard Schaubert, Ernst Ziller und Hans Christian Hansen – zu jenen Architekten, die „mit ihren Bauten die Morphologie des Bauens im freien Griechenland [prägten].“
Tätigkeit in Deutschland Nach seiner Rückkehr ins Großherzogtum Baden übertrug man ihm zunächst provisorisch und ab Mai 1843 als Festanstellung den Inspektionsdienst für den Wasser- und Straßenbau im Bezirk Bruchsal und Umgebung.Dienst-Nachrichten. In: Großherzoglich Badisches Staats- und Regierungs-Blatt, Nr. 13 (vom 12. Mai 1843), S. 104. Am 5. August 1846 wurde er zum Bahningenieur und Vorstand der in Heidelberg ansässigen Verwaltung der Main-Neckar-Eisenbahn-Gesellschaft ernannt.Dienstnachrichten. In: Großherzoglich Badisches Regierungs-Blatt, Nr. 31 (vom 19. August 1846), S. 184. Diese Position hatte er für den Rest seines Berufslebens inne. Am 21. November 1856 wurde er zum Oberingenieur befördertDienstnachrichten. In: Großherzoglich Badisches Regierungs-Blatt, Nr. 49 (vom 6. Dezember 1856), S. 431. und am 8. Februar 1867 vom badischen Großherzog Friedrich I. in den Ruhestand versetzt.Dienstnachrichten. In: Großherzoglich Badisches Regierungs-Blatt, Nr. 8 (vom 21. Februar 1867), S. 52.
Von Weiler war auch naturkundlich interessiert und gehörte im August 1871 zu den zwölf Gründungsmitgliedern des Oberrheinischen Geologischen Vereins.
Auszeichnungen 29. Dezember 1845: Ernennung zum großherzoglich badischen KammerjunkerDienstnachrichten. In: Großherzoglich Badisches Regierungs-Blatt, Nr. 2 (vom 24. Januar 1846), S. 11. 6. Februar 1849: Ritterkreuz des großherzoglich hessischen Verdienstordens Philipp des GroßmütigenErlaubniß zur Annahme von Orden. In: Großherzoglich Badisches Regierungs-Blatt, Nr. 6 (vom 16. Februar 1849), S. 72. 9. Februar 1854: Ernennung zum großherzoglich badischen KammerherrnDienstnachrichten. In: Großherzoglich Badisches Regierungs-Blatt, Nr. 7 (vom 2. März 1854), S. 39. Ritterkreuz des königlich griechischen Erlöser-Ordens
Einzelnachweise
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