Das Gefängnis des Vergessens war ein Staatsgefängnis des Sassanidenreichs.
In den Quellen ist das Gefängnis unter verschiedenen Namen erwähnt, darunter die Festung des Vergessens (), die Festung Giligerdōn/Giligerda/Gilēgerdōn (, aus mittelpersisch *Gil-kart), AgabanaVergleiche auch Agamna, eine Stadt im südlichen Mesopotamien. (bei Ammianus MarcellinusAmmianianus Marcellinus 27,12.), die Festung Andmaš und armenisch Anuš berd, „Schloss der Vergessenheit“.
Es war verboten, die Namen der dort Inhaftierten und den Namen des Gefängnisses zu erwähnen. Es war wie eine Bastille ante litteram. Die meisten Gefangenen waren in Eisenketten gelegt.
Theophylakt zufolge lag Giligerda in der Nähe von Bendosabora (Gundischapur). Erich Kettenhofen idenzifierte das Gefängnis als die ehemalige Burg Gilgird,1830s hatte Henry Creswicke Rawlinson ein „Kal'ahi Gilgird“ () erwähnt. Er beschreibt es als sassanidische Ruine. Major Rawlinson: Notes on a March from Zoháb, at the Foot of Zagros, along the Mountains to Khúzistán (Susiana), and from Thence Through the Province of Luristan to Kirmánsháh, in the Year 1836. In: Journal of the Royal Geographical Society of London, Band 9. 1839, S. 26–116 (doi:10.2307/1797715). der heutigen Burg von Susan () am Karun östlich von Schuschtar.
Bekannte Gefangene waren: Arschak II., armenischer König, 367 Kavadh I., sassanidischer Großkönig, 497 Die Kadasenoi (Kadusier) und Kriegsgefangene aus Dara-Anastasiupolis (seit 573 n. Chr.), die nach mehreren Jahren Gefangenschaft aus dem Gefängnis flohen Goli(a)ndouch († 591) und ein anonymer Zypriot (bei Leontius von Neapolis)
Siehe auch Festungshaft
Literatur Erich Kettenhofen: Das Staatsgefängnis der Sāsāniden. In: Die Welt des Orients. Band 19, 1988, S. 96–101, ISSN:0043-2547. Giusto Traina, Claudia A. Ciancaglini: La Forteresse de l'Oubli. In: Le Muséon, Band 115, Nr. 3–4, 2002, S. 399–422, doi:10.2143/MUS.115.3.336 (französisch).
Anmerkungen
Kategorie:Ehemaliges Gefängnis Kategorie:Sassanidenreich