mini|Richard Hörl (2007) Richard Hörl (* 4. April 1939 in Salzburg; † 22. April 2019) war Bäckermeister, Grünlandschützer, Mitbegründer der Bürgerliste Salzburg und Gemeinderat der Landeshauptstadt Salzburg. Er setzte sich für direkte DemokratieSalzburger Modell - Direkte Demokratie in Salzburg. Vorbild Schweiz? BürgerInnen-Diskussion mit: Andreas Gross, Heinz Schaden, Richard Hörl auf YouTube (ca. 12 Min.) Salzburger Modell - Direkte Demokratie in Salzburg. Vorbild Schweiz? auf YouTube (ca. 11 Min). und für den Ausbau des Radwegnetzes der Stadt ein.
Leben Der Bäckermeister Richard Hörl übernahm im Jahr 1966 den elterlichen Bäckereibetrieb in der Alpenstraße 18 und baute diesen gemeinsam mit seiner Frau zu einer Reformbäckerei und einer Konditorei aus, die auch das erste Vollkorn-Schrotbrot Salzburgs anbot. Richard Hörl | Bürgerlisten-Gründer ist tot. Salzburg24 vom 1. Mai 2019.
Am 5. Dezember 1977 wurde Hörl als einer von zwei Mandataren der Bürgerliste Salzburg als Gemeinderat angelobt.Hörl 2014, S. 94.Hörl 2014, S. 99–110. Er schied im Jahr 1980 aus persönlichen Gründen aus dem Gemeinderat aus, unterstützte jedoch weiterhin die verschiedenen Initiativen und übernahm eine aktive Rolle bei der Wiedergründung der Aktion Rettet unser Grünland im Jahr 2006.
Am Ostersonntag, den 22. April 2019, starb Richard Hörl nach langem schweren Leiden.Richard Hörl - der Mitbegründer der Salzburger Bürgerliste ist verstorben. Salzburger Nachrichten vom 1. Mai 2019. Über seine Nierentransplantation als Lebenszäsur berichtete er selbst in seiner persönlichen Bilanz über die Salzburger Bürgerrevolte 1972–1982.Hörl 2014, S. 143–151.
Politisches Engagement Initiative Als die Verbauung der der Wiesen in Freisaal im Stadtteil Nonntal mit einem Neubau für die Universität Salzburg geplant wurde, gründete Hörl im Jahr 1971 die Bürgerinitiative Schützt Salzburgs LandschaftenHörl 2014, S. 17ff.. Die Initiative sammelte 20.000 Unterschriften und noch im Wahljahr 1972 musste die Stadtpolitik das Projekt einer Wohnbebauung entlang der Allee fallen lassen.
Im Jahr 1975 erreichte Hörl durch eine Unterschriftenaktion,Hörl 2014, S. 35–46. dass sich Medien und politische Akteure von dem geplanten Projekt der Verbauung der Freisaaler Wiesen durch den Universitäts-Campus und das Landessportzentrum abwendeten und die beiden alternativen Projekte Altstadt-Universität und Landessportzentrum Rif im Norden der Stadtgemeinde Hallein in Angriff genommen wurden. Verblieben in Freisaal ist lediglich das 1986 eröffnete Gebäude der Natur- und Lebenswissenschaftlichen Fakultät.
Grünlanddeklaration Ein herausragender politischer Erfolg der Bürgerliste, an dem Richard Hörl vorbereitend beteiligt gewesen war, war die Beschlussfassung der Salzburger Grünlanddeklaration im Jahr 1985. Er war Mitorganisator des Bürgerbegehrens Rettet unser Grünland und arbeitete im Jahr 2007 mit der Aktion Grünland Salzburg an einer rechtlichen Absicherung für die Grünlanddeklaration.
Protest gegen Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf
mini|Anti-Atom-Partnerschaft zwischen Salzburg und Schwandorf 1986 Hörl war Aktivist gegen die Atom-Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf (WAA) im bayerischen Landkreis Schwandorf. Er errichtete zu Beginn 1986 ein nachgebildetes WAA-Bauzaunelement aus Metall auf dem Alten Markt.20 Jahre PLAGE: Stationen eines langen Weges 1986–2006. (PDF; 1,7 MB) PLAGE-Plattform News, 3/2006, S. 2. Im Juli 1986 stiegen dort der Salzburger Bürgermeister Josef Reschen und der Schwandorfer Landrat Hans Schuierer auf eine Leiter und besiegelten per Handschlag über dem Zaunelement ihre grenzübergreifende Anti-Atom-Partnerschaft, die heftige politische Streitigkeiten um das Bauprojekt nach sich zog.Handschlag-Foto (PDF; 19 MB) In: Kultur gegen die WAA, S. 10.Ein Landrat gegen die Atomkraft: Der „Titan von Wackersdorf“ wird 90. - (Salzburger Nachrichten vom 6. Februar 2021).
1998 schrieb Hörl dem PLAGE-Obmann Heinz Stockinger: „Ich glaube, daß vielen von den unzähligen Idealisten, die so lange am Bauzaun gerüttelt haben, bis er fiel, erst viel später richtig bewußt wurde, daß sie einen ganz großen Erfolg einer selbstbewußten Bürgerschaft gegen eine menschenverachtende Ideologie erleben durften.“Konspiratives Treffen. Der fünfzigste Geburtstag von PLAGE-Obmann Heinz Stockinger wurde zum Anti-WAA-Revival. Neuer Lösungsansatz für Atom-Bauzäune: Verspeisen! in: PLAGE-news vom 9. Juli 1998, S. 15.
Ehrungen mini|Hannes Augustin am Richard-Hörl-Weg Richard-Hörl-Weg: Dem Lokalpolitiker und Aktivisten zu Ehren beschloss der Salzburger Gemeinderat im Jahr 2020, den Geh- und Radweg durch das Landschaftsschutzgebiet beim Schloss Freisaal nach Hörl zu benennen. Der „Richard-Hörl-Weg“ führt seitdem durch die Freisaaler Wiesen, für deren Erhalt er sich in den 1970er Jahren erfolgreich eingesetzt hat.Weg nach Grünlandschützer Hörl benannt. In: salzburg.orf.at, 30. Juni 2020. Bei einem Festakt zur Eröffnung sagte Salzburgs Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP) in seiner Laudatio: „Richard Hörl war eine Legende. Er hat sich zu Recht gegen die Verbauung von Salzburgs Süden erhoben. Dank ihm ist der Grünlandschutz heute nicht verhandelbarer Konsens in der Stadtpolitik.“Richard-Hörl-Weg feierlich eröffnet. Salzburg24 vom 30. Juni 2020.
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Literatur Richard Hörl: Die Salzburger Bürgerrevolte 1972-1982. Wie es begann und wie es uns dabei erging. Edition Tandem, Salzburg und Wien 2014, ISBN 978-3-902932-02-0. Hans Sedlmayr: Die demolierte Schönheit. Ein Aufruf zur Rettung der Altstadt Salzburgs. Müller-Verlag, Salzburg 1965. Hans Sedlmayr: Stadt ohne Landschaft. Salzburgs Schicksal morgen? Müller-Verlag, Salzburg 1970. Klaus Raimund Schreiner: Die Entstehung der Bürgerliste in der Stadt Salzburg in den 1970er-Jahren – Motive für das politische Partizipationsverhalten und der Einfluss lokaler Kontexteigenschaften. Diplomarbeit an der Karl-Franzens-Universität Graz, Graz 2012 (uni-graz.at [PDF; 1,6 MB]).
Weblinks
Richard Hörl – (Salzburgwiki)
Einzelnachweise
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