mini|left|Eiche am Gefallenendenkmal in Nardt
Nardt, , ist ein Dorf in der Oberlausitz und Ortsteil der sächsischen Gemeinde Elsterheide im Landkreis Bautzen. Es zählt zum offiziellen sorbischen Siedlungsgebiet in Sachsen.
Der Ortsteil hat den Status einer Ortschaft nach der Sächsischen Gemeindeordnung und damit gemäß seiner Ortschaftsverfassung einen Ortschaftsrat und Ortsvorsteher.
Geografie Nardt liegt im Norden der Oberlausitz im Lausitzer Seenland. Die Bundesstraße 96 führt durch den Ort.
Geschichte Der Ort wurde erstmals 1401 unter dem Namen Nart erwähnt. 1936 wurde Nardt im Zuge der nationalsozialistischen Germanisierung sorbischer Ortsnamen in Elsterhorst umbenannt. 1947 erhielt es seinen ursprünglichen Namen zurück. Ab 1938 befand sich unweit von Nardt das Lager Elsterhorst, ein deutsches Kriegsgefangenenlager (Stalag bzw. Oflag).
Bis 1995 war Nardt eine eigenständige Gemeinde im Landkreis bzw. seit 1952 Kreis Hoyerswerda. Seitdem ist es Teil der in diesem Jahr neugebildeten Gemeinde Elsterheide.
Bevölkerung und Sprache Laut der Statistik von Arnošt Muka hatte Nardt 1884 296 Einwohner, die ausnahmslos Sorben waren.Ernst Tschernik: Die Entwicklung der sorbischen Bevölkerung. Akademie-Verlag, Berlin 1954, S. 92 Gemäß amtlicher Volkszählung 1910 waren damals 94,2 % der Nardter Bevölkerung Sorben.Michael Richter: Wendische/sorbische Mehrheiten? Umstrittene Volkszählungen zwischen 1925 und 1951. In: Lětopis 1/2018, S. 21–46, hier S. 43. Ernst Tschernik ermittelte 1956 einen sorbischsprachigen Bevölkerungsanteil von noch 55,2 %, davon 24 Kinder und Jugendliche.Ludwig Elle: Sprachenpolitik in der Lausitz. Domowina-Verlag, Bautzen 1995. ISBN 978-3-7420-1628-7. S. 250.
Weblinks
Nardt / Narć In: Webauftritt der Gemeinde Elsterheide.
Einzelnachweise
Kategorie:Geographie (Elsterheide) Kategorie:Ort im Landkreis Bautzen Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Bautzen) Kategorie:Gemeindeauflösung 1995