mini|St. Johannes der Täufer in Eschach Die evangelische Pfarrkirche St. Johannes der Täufer steht in Eschach, einer Gemeinde im Ostalbkreis in Baden-Württemberg. Das Bauwerk ist beim Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg als Baudenkmal eingetragen. Die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Schwäbischer Wald (Göggingen, Leinzell, Eschach) gehört seit 1. Januar 2026 zum neuen Kirchenbezirk Ostalb der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.
Geschichte und Architektur Der Vorgängerbau aus dem 12. Jahrhundert wurde ohne seinen Chorturm am Ende des 15. Jahrhunderts abgerissen. An der Turmsüdseite wurde 1493 eine vollständige spätgotische Saalkirche angebaut. Diese besteht aus dem Langhaus und im Osten dem eingezogenen, dreiseitig geschlossenen Chor mit 3/8-Schluss, der von Strebepfeilern gestützt wird. Der erhaltene, nun nördliche Chorflankenturm auf quadratischem Grundriss ist im romanischen ehemaligen Turmchor tonnengewölbt; der Raum dient heute als Sakristei. In ihm wurden 1914 Wandmalereien aus der Zeit um 1360 bis 1370 freigelegt; 1962 wurden die Gemälde restauriert. Der gotische Chor ist mit einem Netzgewölbe überspannt.
1914/16 wurde der Chorflankenturm nach einem Entwurf von Martin Elsaesser um ein Geschoss mit der Turmuhr und dem Glockenstuhl aufgestockt und mit einem Pyramidendach bedeckt. Das Baugesuch vom 15. Januar 1914 sah außerdem einen zweiteiligen, jeweils giebelgekrönten Anbau an der Nordseite von Turm und Langhaus vor – bestehend aus einem Konfirmandensaal und einem Treppenhaus. Der Anbau wurde während der Ausführung über die ganze Nordseite erweitert und nahm mit gerahmten Türen und gereihten Doppelfenstern einen fast profanen Charakter an. Nach innen wurde die Erweiterung über vier halbkreisförmige Fensteröffnungen mit dem Schiff verbunden. Außerdem wurde eine weitere Empore eingebaut, die allerdings seit einer Renovierungsmaßnahme 1970 nicht mehr erhalten ist.Elisabeth Spitzbart, Jörg Schilling: Martin Elsaesser. Kirchenbauten, Pfarr- und Gemeindehäuser. Tübingen/Berlin 2014, Katalog Nr. 37; siehe auch: Martin-Elsaesser-Stiftung .
Ausstattung
Wandmalerei In der Längsrichtung des Sakristeigewölbes ist in dessen Scheitel in einer fast zwei Meter hohen Mandorla Christus auf dem Regenbogen als Weltenrichter dargestellt. Zwei Schwerter gehen als Zeichen der Richtermacht von seinem Mund aus. Die Evangelistensymbole mit heute unleserlichen Schriftbändern umgeben ihn. Passionsszenen sind nur noch drei erhalten: die Geißelung Jesu und die Dornenkrönung sind einigermaßen erkennbar. Besser sichtbar ist die Legende von Johannes d. T., unter dessen Patrozinium die Kirche steht. In höchst beachtenswerter Weise sind dargestellt: Die Taufe Jesu, der Segen Gottes für Johannes, dann Herodes und Herodias, denen Salome das Haupt des Täufers zeigt.Katalog der Wandmalereien in den Kirchen und Kapellen Baden-Württemberg’s von der ottonischen Zeit bis zur Renaissance, von Dipl.-Ing. Klaus Klünder und Christa Regina Klünder
Altaraufsatz Den neuzeitlichen Altar ziert ein Flügelaltar der Ulmer Schule von 1496. Das ursprünglich als Hochaltar dienende Werk wird Jörg Syrlin dem Jüngeren zugeschrieben.Johann Berroth: 500 Jahre Hochaltar Eschach, 1496–1996. (Hrsg.) Evang. Kirchengemeinde Eschach, 1996.
Weitere Altarausstattung Die auch heute verwendeten Vasa Sacra hat Helmuth Uhrig 1947–1951 geschaffen.Ingrid Helber (Hrsg.): Helmuth Uhrig – ein christlicher Künstler aus Württemberg. Horb a.N. 2006, S. 106.
Literatur Hermann Kissling: Die Kirche in Eschach. Selbstverlag der Gemeindeverwaltung Eschach, Kreis Schwäbisch Gmünd, 1964
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Kirchengebäude im Ostalbkreis St Johannes der Taufer Johannes Kategorie:Johannes-der-Täufer-Kirche Kategorie:Kirche in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg Kategorie:Saalkirche in Baden-Württemberg Kategorie:Gotische Kirche Kategorie:Gotisches Bauwerk im Ostalbkreis Kategorie:Erbaut in den 1490er Jahren Kategorie:Kirchengebäude in Europa