Peter-Michael Glöckner (* 7. Juli 1950 in Hohenedlau; † 2011) war ein deutscher Maler, vor allem Hinterglasmaler, Zeichner und Grafiker.
Leben und Werk Glöckner absolvierte von 1967 bis 1970 in Halle/Saale eine Lehre als Koch. Vor Jahren erzählte er, dass er nach dem Besuch des Films Goya den unumstößlichen Entschluss gefasst habe, Maler zu werden.Katalog der Ausstellung in der Galerie Arkade 1978 1973 fing er an zu zeichnen. 1974 besuchte er den Mal- und Zeichenzirkel bei Ernst-Werner Schulze und 1975 den Malzirkel „Philipp Müller“ bei Gerhard Schwarz an der Hochschule für industrielle Formgestaltung Halle – Burg Giebichenstein. Er begann autodidaktisch künstlerisch zu arbeiten und sicherte seinen Lebensunterhalt als Heizer beim Halleschen Fußball-Club. Seine wohl wichtigsten künstlerischen Vorbilder waren Henri Rousseau, Albert Ebert und die jugoslawischen Bauernmaler.
1976 schuf Glöckner für ein Pflegeheim in Halle sein erstes Bild in Hinterglasmalerei, einer Technik, in der er ein außerordentlich umfangreiches Werk schaffen sollte. Ab 1978 arbeitete er in Halle-Mötzlich als freischaffender Künstler. Im gleichen Jahr stellte Klaus Werner ihn in der Berliner Galerie Arkade des Staatlichen Kunsthandels einer breiteren Öffentlichkeit vor. Glöckners Werk Der Schoß ist fruchtbar noch (1987, Öl auf Glas, 127 × 156 cm; Auftrag des Rats des Bezirks Halle)https://fotothek.slub-dresden.de/fotos/df/hauptkatalog/0260000/df_hauptkatalog_0260118.jpg wurde auf der X. Kunstausstellung der DDR ausgestellt. Das collageartige Bild erinnert an die Agitationsbilder Heinrich Vogelers. „Ein Hinterglasbild in solchen Ausmaßen und mit einer derartigen Thematik war etwas neues für die DDR-Kunst.“Gerald Schellhorn: Peter-Michael Glöckner. In: Bildende Kunst. Berlin, 8/1988, S. 372.
Seine Kenntnisse als Glasmaler vermittelte Glöckner u. a. Dirk-Alexander Grams.
Nach der deutschen Wiedervereinigung zog Glöckner nach Niedersachsen, wo er als freischaffender Künstler in Bad Fallingbostel-Mengebostel lebt.
Mitgliedschaften
1983 bis 1990: Verband Bildender Künstler der DDR ab 1997: Bund Bildender Künstlerinnen und Künstler für Niedersachsen e. V. (BBK)
Rezeption „Seine meist kleinformatigen Hinterglasmalereien eröffnen dem Beschauer eine Welt- und Wirklichkeitssicht, die immer real ist und phantastisch, einfältig und märchenhaft, tatsächlich und exotisch zugleich.“ (Fred Reinke (1936–2002), Kulturwissenschaftler)
Weitere Werkbeispiele
Der Maler in Rot (1977, Öl auf Glas)Bildende Kunst, Berlin, 8/1988, S. 373 (Abbildung) Aphorismen des Martin Luther (1981, Zyklus von 21 aquarellierten Zeichnungen)u. a. Bei den Pfaffen ist das Geld, 20 × 18 cm; Abbildung in Bildende Kunst, Berlin, 5/1983, S. 243 Das andere Porträt. Jurek B. (1987, Bleistift) König Midas im 20. Jahrhundert (1983, Offsetzinkografie) Tanz der Teufel (1988, sieben Lithografien; politische Karikaturen)https://veryimportantlot.com/de/lot/view/glockner-peter-michael-tanz-der-teufel-243239
Buchillustration
Johannes Bobrowski (Auswahl): Hans Clauerts wunderseltsame, abenteuerliche und unerhörte Geschichten, kurzweilig und sehr lustig zu lesen. Altberliner Verlag, Berlin, 1983
Ausstellungen (unvollständig)
Einzelausstellungen
1977: Halle, Galerie Kunst der Zeit 1978: Schkopau, Clubzentrum Buna 1978: Jöhstadt, Kulturbund-Galerie 1978: Berlin, Galerie Arkade 1981: Potsdam, Brandenburg/Havel und Luckenwalde, Galerien des VEB Umweltgestaltung und Bildende Kunst (mit Ursula und Dietmar Kirsch) 1982: Erfurt, Galerie erph 1984/1985: mehrere Galerien des VEB Umweltgestaltung und Bildende Kunst 2001: Breisach, Galerie Naeve (Zeichnungen zu Harry Potter)
Teilnahme an zentralen und wichtigen regionalen Ausstellungen in der Zeit der DDR
1983: Halle/Saale, Bezirkskunstausstellung 1983: Berlin und weitere Städte („Karl Marx. Künstlerbekenntnisse“) 1984: Berlin, Neue Berliner Galerie im Alten Museum („Junge Künstler DDR“) 1984: Osaka 1986: Magdeburg, Kloster Unser Lieben Frauen („Grafik in den Kämpfen unserer Tage“) 1987/1988: Dresden, X. Kunstausstellung der DDR
Literatur Gerald Schellhorn: Peter-Michael Glöckner. In: Bildende Kunst. Berlin, 8/1988, S. 372/373. Glöckner, Peter-Michael. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 528.
Weblinks
https://www.ddrbildarchiv.de/info/ddr-fotos/der-maler-peter-michael-gloeckner-halle-saale-sachsen-anhalt-gebiet-ehemaligen-ddr-deutsche-demokratische-republik-61970.html
https://bildatlas-ddr-kunst.de/person/669 https://www.invaluable.com/artist/gloeckner-peter-michael-ri62qcp377/sold-at-auction-prices/ Einzelnachweise
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