mini|hochkant=1.2|Ansicht von Westen, 2024 Das Chachelihus (Bleicherweg 47) im Quartier Enge ist ein Baudenkmal im Kreis 2 der Stadt Zürich. Das Wohn- und Geschäftshaus wurde bis 1906 im Jugendstil errichtet.

Lage Das Bauwerk ist ein Eckhaus am Bleicherweg in Sichtweite des Bahnhofs Enge. Die gesamte Hauszeile Bleicherweg 37–47 ist als Kulturgut von regionaler Bedeutung im Schweizerischen Kulturgüterschutzinventar verzeichnet (KGS-Nummer 08033). Die drei älteren Häuser im Stil des Historismus wurden ab 1893 erbaut. Das gegenüberliegende Haus Bleicherweg 74 ist ein geschütztes Baudenkmal.

Geschichte und Beschreibung Die «Innere Enge» entwickelte sich im 19. Jahrhundert zum Stadterweiterungsgebiet. Wichtige Ausfallachse war der Bleicherweg.Enge (EN). Kreis 2, Gemeinde Zürich, Kanton Zürich. In: Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS; PDF; 2,6 MB; abgerufen am 4. Februar 2024), S. 10, 20. Das Gebäude Chachelihus im Bleicherweg wurde 1905/1906 erbaut und 1979 unter Denkmalschutz gestellt. Planer waren die Architekten Alfred Chiodera und Theophil Tschudy.Denkmaltafel Chachelihus am Gebäude. Chiodera, der auch malte, richtete sich hinter dem grossen Fenster im Dachgeschoss ein Atelier ein.Chiodera & Tschudy (1878–1908), Architektengemeinschaft. In: rämibühl.ch. Abgerufen am 4. Februar 2024.

Grundriss des Hauses ist ein unregelmässig zugeschnittenes Fünfeck. Über dem Erdgeschoss erheben sich drei Obergeschosse sowie zwei Dachgeschosse mit grosszügigen Fenstern und Lukarnen. Die Fassaden zeigen im Norden vier, im Westen fünf, im Süden sieben und abknickend eine achte Achse. Nur die Westfassade ist symmetrisch angelegt. Die dreigeschossigen Erker tragen Giebel, die drei zweigeschossigen Erker an der Westseite Söller, von denen der mittlere überdacht ist. Die Südfassade zeigt jeweils zwei Balkone an der dritten und achten Fensterachse. Zu den Schmuckelementen gehören Steinmetzarbeiten und die geschweiften Giebel in der Formensprache des Jugendstils. Ein wesentliches Gestaltungselement sind die farbigen Kacheln, denen das Haus seinen Namen verdankt.Der Bleicherweg. In: stadt-zueri.ch. Abgerufen am 4. Februar 2024.

Fenstereinbauten im Dach und Erdgeschoss sowie das umlaufende Vordach sind Veränderungen jüngeren Datums. Nutzer sind und waren Gastronomiebetriebe.

Das gleichaltrige, ebenfalls von Chiodera und Tschudy geplante Nachbarhaus zeigt keine Kacheln, sondern Malereien von Antonio De Grada.Denkmaltafel Bleicherweg 45 am Gebäude. Beide Häuser «gehören zu den besten Beispielen der Jugendstilarchitektur in Zürich». Zusammen werden sie auch als «Chachelihüser» bezeichnet.

Siehe auch Liste der Kulturgüter in Zürich/Kreis 2 Liste von Bauwerken des Jugendstils

Literatur Baukultur in Zürich. Enge, Wollishofen, Leimbach. Band 5. Zürich 2006, 2009, ISBN 978-3-03823-583-5.

Weblinks

Thomas Wyss: Das ziemlich schrägste Haus in dieser Gegend. In: Tages-Anzeiger. 9. Oktober 2018

Belege

Kategorie:Wohn- und Geschäftshaus in der Schweiz Kategorie:Denkmalschutzobjekt im Kanton Zürich Kategorie:Bauwerk des Jugendstils in der Schweiz Kategorie:Wohn- und Geschäftshaus in Europa Kategorie:Erbaut 1906 Kategorie:Bauwerk in Zürich