Johann Friedrich Ludwig Gelpcke (* 1799; † 1874) war ein deutscher Bankier.
Leben Der aus Lenzen an der Elbe stammende Johann Friedrich Gelpcke betrieb Anfang der 1820er-Jahre zusammen mit seinem Teilhaber Carl Ludwig Albrecht die Wechselhandlung Albrecht et Gelpcke am Köllnischen Fischmarkt im Berliner Stadtteil Alt-Kölln. Nach der Auflösung der Gesellschaft führte Albrecht das Geschäft am selben Ort allein weiter.Stulz-Herrnstadt (2002), S. 214–218.
Gelpcke gründete 1827 zusammen mit Johann Carl Friedrich Breest und Johann Gottfried Kuckerling das Bankhaus Breest, Gelpcke & Kuckerling mit Sitz in der Jägerstraße, das rasch florierte. Mit dem Ausscheiden Kuckerlings 1840 begann die allmähliche Auflösung der Sozietät; nachdem 1849 auch Breest diese verlassen hatte, wurde Gelpcke alleiniger Inhaber des weiterhin als Breest & Gelpcke firmierenden Unternehmens – später nahm er seinen ältesten Sohn Carl Friedrich Gelpcke als Teilhaber auf.
Im Zuge der einsetzenden Hochindustrialisierung und der damit verbundenen „wirtschaftlichen Konzentrationsprozesse“, so die Historikerin Nadja Stulz-Herrnstadt, wurden Unternehmensformen mit „Kapitalverfügung im großen Stil“ zu einem Erfordernis im Bankwesen. So gehörte Gelpcke 1856 neben Heinrich Conrad Carl und Paul Eduard Conrad zu den Gründungsgesellschaftern der Berliner Handels-Gesellschaft (BHG), einer Kommanditgesellschaft auf Aktien mit beachtlichen Kapitalvolumen. Breest & Gelpcke wurde der BHG angegliedert und schließlich 1877 übernommen.
Gelpcke war seit 1846 Mitglied des Zentralausschusses der Preußischen Bank. Ferner gehörte er den Direktorien der Berlin-Anhaltischen und der Berlin-Hamburger Eisenbahn-Gesellschaft an.
Sein Tod fand reichsweit Beachtung. Zuletzt hatte er den Ehrentitel eines Geheimen Kommerzienrats inne.
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