Die Universitätsstraße ist eine Anliegerstraße in der Innenstadt von Leipzig und verbindet den Innenstadtring, Bereich Roßplatz, im Süden mit der Grimmaischen Straße im Norden. Ihre Fortsetzung nach Norden findet sie in der Nikolaistraße.
Name Bevor die Straße 1839 den Namen Universitätsstraße, die Universitätsstraße ist auf S. 2745 erhielt, hieß sie Alter Neumarkt. Der Alte Neumarkt ist als Handelsplatz überliefert, der Name erstmals 1447 nachweisbar. Etwas weiter nördlich, an der Nikolaistraße, liegt die Nikolaikirche, deren Entstehungsgeschichte bis ans Ende des 11. Jahrhunderts zurückreicht. Namensgeber für die Universitätsstraße war die 1409 gegründete Leipziger Universität, deren Hauptgebäude sich seit der Reformation an der Straße befindet, als das Dominikanerkloster St. Pauli an dieser Stelle in Universitätsbesitz überging. Die Straße steigt in südliche Richtung leicht an. Als die Leipziger Stadtmauer noch stand, hieß dieser Bereich SperlingsbergFriedrich Gottlob Leonhardi, Leipzig um 1800, kommentierte und mit einem Register versehene Neuausgabe der Geschichte und Beschreibung der Kreis- und Handelsstadt Leipzig (1799), hrsg. von Klaus Sohl, Lehmstedt Verlag, Leipzig 2010, ISBN 978-3-942473-03-3, S. 46 ff., weil sich hier die Sperlinge in ziemlicher Menge in dem nächst anliegenden Zwinger aufzuhalten pflegten.
Beschreibung Auf der östlichen Straßenseite liegt der Innenstadt-Campus der Universität.Lageplan des Campus entlang der Universitätsstraße Im Süden beginnt das Gelände mit dem 2009 errichteten Gebäude der Mensa am Park am Kurt-Masur-Platz (Architekten: behet + bondzio) gegenüber der Moritzbastei. Es folgt eine Lücke in der Bebauung, durch die der Campus betreten werden kann, auf dem, weitab der Straße, ein Fragment des historischen Schinkeltors und das Leibnizdenkmal platziert sind. Zurück an der Straße, schließt sich nach Norden das Seminargebäude der Universität an.
Auf der westlichen Straßenseite erstreckt sich eine geschlossene Bebauung, die lediglich von den Einmündungen dreier schmaler Straßen unterbrochen wird. Von Norden kommend, geht es an der Rückseite von Galeria Kaufhof entlang. An der Ecke zum Gewandgäßchen befindet sich das Famulushaus aus den 1990er Jahren (Geschäftshaus Universitätsstraße 14). Zwischen dieser und der nächsten Straßeneinmündung folgt ein Straßenblock im Stil des Neobarock mit dem Städtischem Kaufhaus.
Weiter nach Süden befindet sich seit 1962 eine Wohnbebauung mit 103 Wohneinheiten, unter der eine Durchfahrt zur Magazingasse hindurchgeht,Bauweise: Ziegel und Beton, Architekten: B. Schneider, G. Kurze, H. Eilenberg, siehe: mit Läden im Erdgeschoss. (Universitätsstraße 18/20). Da in dem markanten Eckhaus über viele Jahrzehnte ein Lampengeschäft untergebracht war, hieß es Haus der Beleuchtung. Die Geschäftsräume werden seit 2023 als Interim von der Stiftung Forum Recht genutzt. Von der Lenné-Anlage aus gesehen, durch die ein Stück der Universitätsstraße führt, bildet dieses Eck-Hochhaus mit der gegenüber liegenden Mensa am Park eine markante Tor-Situation aus.
Historische Bebauung Die historische Bebauung in diesem Bereich ist durch Abrisse oder den Bombenangriff vom 4. Dezember 1943 dezimiert worden, darunter das Fürstenhaus an der Ecke zur Grimmaischen Straße, die Große Feuerkugel, der Silberne Bär, der Goldene Bär, das Beguinenhaus und das Vorderpaulinum. Oder sie wurde wie im Falle des ersten Gewandhauses planvoll durch prächtige Folgebauten ersetzt, in diesem Fall das Städtische Kaufhaus.
Sonstiges mini|Gedenktafel für Johann Christoph Gottsched und dessen Frau an der Stelle ihrer ehemaligen Wohnstätte (2019) Auf der östlichen Seite vor dem Hörsaalgebäude der Universität ist eine Gedenktafel der Stadt Leipzig in den Gehweg eingelassen, die an das nicht mehr existente Wohnhaus von Johann Christoph Gottsched (1700–1766) und seiner ersten Frau Luise Adelgunde Victorie Gottsched (1713–1762) erinnert.https://www.architektur-blicklicht.de/brunnen-denkmaeler/gedenktafel-johann-christoph-gottsched-luise-adelgunde-victorie-gottschedin-leipzig/ Die Frau wird auf der Tafel „Gottschedin“ geschrieben, die ihren Mann „nachhaltig unterstützte“. Er war „führender Vertreter der deutschen Frühaufklärung, Professor und mehrfach Rektor an der Universität Leipzig, Sprachgelehrter, Philosoph, Literaturtheoretiker, Dichter und Theaterreformer“, sie „Übersetzerin, Dichterin, Publizistin und Literaturhistorikerin“.
mini|Gedenktafel für Ronald M. Schernikau in der Universitätsstraße 20 (2015) Am Haus Universitätsstraße 20 in Leipzig befindet sich eine Gedenktafel mit der Inschrift:
Literatur
Alberto Schwarz: Leipzig um 1850 – ein Gang durch die Stadt, Sax-Verlag, Beucha-Markkleeberg 2021, ISBN 978-3-86729-277-1, S. 36–38.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Innerortsstraße in Leipzig Kategorie:Straße in Europa