mini|St. Georg in Burgstall Die evangelische Kirche St. Georg steht im Ortsteil Burgstall an der Murr der Gemeinde Burgstetten im Rems-Murr-Kreis in Baden-Württemberg. Das Bauwerk ist beim Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg als Baudenkmal eingetragen. Die Kirchengemeinde Burgstetten gehört zum Kirchenbezirk Backnang in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

Geschichte und Baubeschreibung Eine Kirche wird in Burgstall 1317 erstmals erwähnt. Über die Grafen von Löwenstein kam sie an das Kloster Weiler bei Esslingen und schließlich an Württemberg. Die spätgotische Saalkirche (ab 1581 als dem Hl. Georg gewidmet bezeugt) besteht aus einem Chorturm von 1485 im Osten, dessen ehemals netzgewölbter Turmchor einen geraden Chorschluss und im Norden einen rechteckigen, früher tonnengewölbten Sakristeianbau hat, und einem Langhaus-Neubau von 1962/63 mit dort südwestlich einem Anbau mit Eingangsbereich. Das oberste Geschoss des Chorturms beherbergt die Turmuhr und den Glockenstuhl, in dem vier Kirchenglocken hängen. Darauf sitzt ein schiefergedeckter, achtseitiger, spitzer Helm.

Der Turmchor empfängt seine Helligkeit durch ein zweiachsiges Spitzbogenfenster mit neugotischem Maßwerk von 1871. Bis zu diesem Umbau-Jahr war seit 1777 das Kirchenschiff unter Einbeziehung des Chors mit seinen hufeisenförmig auf die alte Steinkanzel an der Nordwand ausgerichteten Emporen als Querkirche gestaltet.Ulrich Zimmermann: Die Predigtkirche und die Querkirche – Protestantischer Kirchenbau in Württemberg. Eine Studie zur Geschichte und Theologie des Kirchenraums und zur Entstehung zweier Kirchenbautypen. Ubstadt 2025, S. 254, 275. Christian Friedrich von Leins bildete 1871 vor allem das Kirchenschiff in der Befensterung, den Eingängen und der Raumdecke ohne Berücksichtigung der früheren Raumorientierung neugotisch um. Nach zwei kleineren Renovierungen 1921 (innen) und 1934 (außen) wurde 1962/63 unter Leitung von Architekt Hannes Mayer ein neues Langhaus errichtet. Das (neugotisch veränderte) Chorgewölbe wurde für den Wiederaufbau in alter Form vorübergehend abgebrochen. Die alte Sakristei wurde ebenfalls 1962/63 ganz neu errichtet.

Ausstattung Wandmalerei: An der Chor-Nordwand wurden 1963 Wandmalereien freigelegt und restauriert: links das heilige Abendmahl, rechts Moses und vermutlich Aaron mit den Manna auflesenden Israeliten. Die Gemälde entstanden wohl direkt nach dem Kirchenneubau Ende des 15. Jahrhunderts.Katalog der Wandmalereien in den Kirchen und Kapellen Baden-Württemberg’s von der ottonischen Zeit bis zur Renaissance, von Dipl.-Ing. Klaus Klünder und Christa Regina Klünder .

Prinzipalien: Die vermutlich von 1507 stammende Steinkanzel mit regionalen Wappenschilden ist ebenso wenig erhalten wie der alte Altar und ihre jeweiligen neugotischen Nachfolgeexemplare. Nur der Taufstein von 1871 ist heute noch in Gebrauch.

Orgel Eine erste Orgel war 1745 in Hedelfingen gebraucht gekauft und 1777 von Johann David Späth in Faurndau umgebaut und vergrößert worden. 1871 lieferte C. L. Goll aus Kirchheim unter Teck ein Instrument mit zwölf Registern, das 1968 durch eines von Orgelbau Friedrich Weigle abgelöst wurde.

Glocken In dem Kirchturm hängen vier Glocken, die alle unterschiedlich groß sind und zu verschiedenen Anlässen geläutet werden. Die älteste und kleinste Glocke ist die Taufglocke, die 1726 von Thomas Schenk in Löchgau gegossen wurde. Sie trägt die Inschrift PHILIPP FRIDERICH GALL VOGT ZV MARPPACH M(AGISTER) GEORG CHRISTOPH LIESCHING PFARRER / LEONHARD SCHWADERER SCHVLTHEIS VND RICHTERE GEORG BAVERLE MICHAEL LAIB ANNO 1726 / IOHANN MELCH(I)OR SCHWADERER IOHANN IACOB GALL IOSEPH LAIB BVRGSTALL.Günther Grundmann (Hrsg.): Deutscher Glockenatlas. Hamburg 1959.

Die anderen Glocken stammen von der Gießerei Kurtz (Stuttgart) und von der Glocken- und Kunstgießerei Rincker aus dem hessischen Sinn (Lahn-Dill-Kreis). +Übersicht der Glocken von St. GeorgGlockeNameGlockengießerGussortGussjahrSchlagtonGewichtDurchmesserInschriftI.Betglocke (Vater-Unser-Glocke)RinckerSinn1963g'672 kg103,3 cmACH BLEIB BEI UNS, HERR JESU CHRIST / BURGSTALL / MURRII.KreuzglockeHeinrich KurtzStuttgart1949h'323 kg81 cmEHRE SEI GOTT / O LAND, LAND, LAND, HOERE DES HERRN WORT III.ZeichenglockeHeinrich KurtzStuttgart1949d''167 kg68 cmFRIEDE SEI MIT EUCH / BURGSTALL 1949IV.TaufglockeThomas SchenkLöchgau1726e''170 kg65 cmsiehe oben

Literatur Adolf Schahl (Bearb.): Die Kunstdenkmäler des Rems-Murr-Kreises, Band I. In: Die Kunstdenkmäler in Baden-Württemberg. (Hrsg.) Landesdenkmalamt Baden-Württemberg; München/Berlin 1983, S. 298–303

Einzelnachweise

Weblinks

Website der Kirchengemeinde Burgstetten

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