Christoph Müller (* 2. April 1960 in Herrenberg) ist ein deutscher Chemiker, Strukturbiologe und Molekularbiologe. Seit 2007 ist er Leiter der Computational und Structural Unit am EMBL in Heidelberg.

Leben und Wirken Christoph Müller studierte von 1981 bis 1986 an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg in Deutschland und erhielt 1986 seinen Diplom-Chemiker-Abschluss. Von 1986 bis 1991 war Müller dort als Doktorand in der Arbeitsgruppe von Georg E. Schulz tätig und wurde 1991 zum Doktor der Naturwissenschaften (Dr. rer. nat.) promoviert. Das Thema seiner Dissertation war die Struktur der Adenylatkinase von Escherichia coli vom Wildtyp und bei Mutanten. Dies waren wichtige Bausteine im Bereich der Röntgenkristallographie. Anschließend begann Müller seine postdoktorale Forschung an den Universitäten in Freiburg und der Harvard University in Cambridge in den USA. Dort forschte er in der Arbeitsgruppe von Stephen C. Harrison. Von 1995 bis 2000 war Müller Arbeitsgruppenleiter am Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL) in Grenoble in Frankreich tätig. Müller beschäftigte sich in dieser Zeit vor allem auf dem Gebiet der Strukturbiologie der RNA-Polymerase, mit der Struktur der Transkriptionsfaktoren und der Regulierung von Transkriptionsmechanismen. 1997 habilitierte Müller an der Universität Joseph Fourier in Grenoble. Von 2000 bis 2007 war er dort Senior Scientist und Stellvertretender Leiter des EMBL. Im Jahr 2005 wurde Müller zum Mitglied der European Molecular Biology Organisation (EMBO) gewählt. Im Jahr 2007 kehrte Müller als Leiter der „Structural and Computational Biology Unit“ am EMBL in Heidelberg nach Deutschland zurück.

Im Jahr 2018 wurde er zum Mitglied der Academia Europaea gewählt. Seit 2019 ist Müller Mitglied des europaweit staatlich geförderten Instruct-ERIC-Rats. Durch seinen Einsatz öffnete 2022 das Imaging Center in Heidelberg, das zwei Kryo-Elektronen-Mikroskope beherbergt, die weltweit zu den modernsten Mikroskopen gehören.

Auszeichnungen Im Jahr 2003 wurde Müller mit dem Steinhofer-Preis der Steinhofer-Stiftung für seine herausragende Forschungsarbeit geehrt. Im Jahr 2013 erhielt er den Forschungspreis des Europäischen Forschungsrats.

Ausgewählte Publikationen Christoph W Müller, Félix A Rey, Mikiko Sodeoka, Gregory L Verdine, Stephen C Harrison: Structure of the NF-κB p50 homodimer bound to DNA. In: Nature, Volume 373, Issue 6512, 1995/1/26, doi:10.1038/373311a0 Siehe auch bei EuropePMC.Christoph Müller bei Europe PubMed.

Gino Cingolani, Carlo Petosa, Karsten Weis, Christoph W Müller. Structure of importin-β bound to the IBB domain of importin-α. Nature 399, 221–229 (1999). doi.org/10.1038/20367 Christoph W Müller, Bernhard G Herrmann, Crystallographic structure of the T domain–DNA complex of the Brachyury transcription factor, Nature, Band 389, S.: 884-888, 1997/10/23, doi.org/10.1038/39929

Einzelnachweise

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