Die Melanosomellidae bilden eine Hautflüglerfamilie innerhalb der Überfamilie der Erzwespen (Chalcidoidea).

Das Taxon geht auf den US-amerikanischen Entomologen Alexandre Arsène Girault zurück, der 1913 die Tribus Melanosomellini einführte. Die Typusgattung ist Melanosomella , 1913 (syn. Terobiella , 1900). Burks et al. führten 2022 aufgrund molekularbiologischer und morphologischer Studien eine Aufspaltung und Umgliederung der Pteromalidae durch. Im Rahmen dieser Revision wurde die Tribus aus der damaligen Unterfamilie Ormocerinae innerhalb der Pteromalidae herausgelöst und in den Rang einer eigenständigen Familie erhoben.

Merkmale Burks et al. (2022) beschreiben die Familie Melanosomellidae anhand folgender morphologischer Eigenschaften: Die Fühler weisen 12 Geißelglieder auf. Diese Anzahl beinhaltet ein kleines viertes Keulenglied (Clavomer). Die Augen sind nicht ventral divergierend. Der Clypeus ist ohne quer gerichteter subapikaler Furche. Das Labrum ist flexibel und verdeckt. Die Mandibeln besitzen drei Zähne. Die subforaminale Brücke ist mit Postgena, getrennt durch die untere Tentoriumsbrücke, oder mit einer kurzen postgenalen Brücke unmittelbar dorsal zum Hypostoma. Die Notauli sind vollständig. Das Mesoscutellum ist mit seitlich angedeutetem Frenum, entweder ohne axillularer Furche (Sulcus) oder Kiel (Carina), oder diese sind stark reduziert und unvollständig. Der mesopleurale Bereich ist ohne erweitertem Acropleuron. Alle Beine weisen 5 Tarsenglieder auf. Der protibiale Sporn ist kräftig und gebogen. Der basitarsale Kamm ist längs gerichtet. Das Metasoma ist mit Syntergum und daher ohne Epipygium (Subgenitalplatte).

Verbreitung Die Melanosomellidae kommen fast ausschließlich in der südlichen Hemisphäre vor. Ein Großteil der Gattungen ist in Australien verbreitet.

Lebensweise Die Melanosomellidae sind gallerzeugende Hautflügler. Zu den Wirtspflanzen zählen Hülsenfrüchtler, Hundsgiftgewächse, Kasuarinengewächse, Myrtengewächse, Spindelbaumgewächse, Sterkuliengewächse und Süßgräser.

Innere Systematik Zu den Melanosomellidae werden folgende Gattungen gezählt: Aditrochus , 1902 – 5 Arten, Argentinien, Chile Aeschylia , 1929 – 3 Arten, Australien Alloderma , 1904 – 1 Art (A. maculipennis), Australien Alyxiaphagus , 1963 – 1 Art (A. picturatus), Australien Australicesa , 2008 – 1 Art (A. kohouti), Australien Brachyscelidiphaga , 1900 – 5 Arten, Australien Encyrtocephalus , 1900 – 13 Arten, Australien, Eritrea Epelatus , 1928 – 1 Art (E. eurytomoideus), Australien Espinosa , 1947 – 1 Art (E. nothofagi), Argentinien, Chile Eurytomomma , 1920 – 2 Arten, Australien Hansonita , 1993 – 1 Art (H. pertusae), Costa Rica Hubena , 1988 – 1 Art (H. ruris), Australien Krivena , 1988 – 1 Art (K. pennata), Australien Lincolna , 1940 – 2 Arten, Australien Lisseurytoma , 1912 – 2 Arten, Australien Mayrellus , 1910 – 1 Art (M. mirabilis), Brasilien Megamelanosoma , 1928 – 1 Art (M. aeschyli), Australien Nambouria , 1988 – 2 Arten, Australien, Neuseeland Neochalcissia , 1920 – 1 Art (N. magniscapus), Australien Neoperilampus , 1915 – 1 Art (N. niger), Australien Perilampella , 1915 – 6 Arten, Australien, Java, Sumatra (Indonesien) Perilampomyia , 1916 – 2 Arten, Australien Plastobelyta , 1906 – 1 Art (P. gallicola), Chile Queenslandia , 2008 – 1 Art (Q. blackburni), Australien Systolomorpha , 1900 – 4 Arten, Australien Terobiella , 1900 – 12 Arten, Australien Trichilogaster , 1905 – 10 Arten, Australien, Saudi-Arabien, Südafrika Westra , 1988 – 1 Art (W. nigra), Australien Wubina , 1988 – 1 Art (W. cardaleae), Australien Xantheurytoma , 1912 – 2 Arten, Australien

Einzelnachweise

Weblinks

Kategorie:Erzwespen Kategorie:Chalcidoidea