mini|hochkant=0.8|Kong Decheng (1951)
Kong Decheng (; daher auch häufig Kung Te-cheng; * 23. Februar 1920 in Qufu; † 28. Oktober 2008 in Taipeh) war ein Nachkomme des Konfuzius in der 77. Generation. Er war von 1920 bis 1935 der letzte Herzog Yansheng und ab 1935 bis zu seinem Tode der erste zeremonielle Beamte für Konfuzius (). Er war außerdem Professor für chinesische Literatur und bekleidete mehrere Regierungsämter.
Leben Kong Decheng kam 1920 in Qufu, der Heimatstadt des Konfuzius, zur Welt. Er war das dritte Kind und der einzige Sohn des Kong Lingyi (), damals Herzog Yansheng. Seine Mutter war dessen zweite Konkubine Wang Baocui (). Da sein Vater vor seiner Geburt starb, wurde er nach alter Tradition bereits als Neugeborener zum neuen Herzog Yansheng ernannt. Er war der letzte Inhaber des Titels, ehe dieser 1935 von der Regierung abgeschafft und durch das Amt des zeremoniellen Beamten für Konfuzius () ersetzt wurde. Als solcher war er formell einem Minister der Republik China gleichgestellt.
1938 gab es Gerüchte, dass die Japaner ihn für eine Marionettenregierung rekrutieren wollten. Puyi, der letzte Kaiser der Qing-Dynastie, war zu diesem Zeitpunkt bereits als Oberhaupt des Marionettenstaats Manchukuo eingesetzt worden. Der 17-jährige Kong Decheng, der kurz vor Beginn des Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieges ins heutige Wuhan geflohen war und seinen entfernten Verwandten, den damaligen Premierminister H. H. Kung getroffen hatte, antwortete, als er auf das Gerücht angesprochen wurde:
Nach der Niederlage der Kuomintang im Chinesischen Bürgerkrieg floh Kong Decheng mit der Regierung nach Taiwan. Von 1946 bis 1991 war er Abgeordneter der Nationalversammlung und wirkte als solcher bei der Ausarbeitung der Verfassung der Republik China von 1947 mit. Von 1956 bis 1964 war er Direktor des Nationalen Palastmuseums, eines 1925 in Peking begründeten Museums, das 1949 nach Taipeh verlagert worden war. Von 1984 bis 1993 war er Präsident des Prüfungs-Yuan sowie Berater des Präsidenten der Republik China. Er starb 2008 im Alter von 88 Jahren.Christopher Agnew: The Kongs of Qufu. The Descendants of Confucius in Late Imperial China, University of Washington Press, 2019, S. 183 ff. Sein Enkel Kong Zuichang wurde sein Nachfolger. Mittlerweile ist das Amt nur noch symbolischer Natur und wird nicht mehr vergütet.
Weblinks
Anmerkungen
Kategorie:Politiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Mitglied der Familie Kong Kategorie:Chinese Kategorie:Geboren 1920 Kategorie:Gestorben 2008 Kategorie:Mann