Metal Hammer ist ein seit 1983 bestehendes und international vertretenes Musikmagazin, das sich auf die Genres Heavy Metal und Hard Rock spezialisiert hat. Daneben finden auch andere „harte“ Musikformen wie Hardcore, Punk, Alternative Rock oder Crossover Beachtung.
Die deutsche Ausgabe erscheint ab dem Umzug der Redaktion von München nach Berlin im Jahr 2010 beim Axel Springer Mediahouse Berlin; seit Mitte 2023 ist das Mediahouse zum Großteil eigenständig. Seit 2022 ist Sebastian Kessler inhaltlich verantwortlicher Chefredakteur. In anderen Ländern, zum Beispiel England, Italien oder Griechenland, erscheint Metal Hammer in jeweils unabhängigen Redaktionen.
Geschichte Gründung Metal Hammer wurde 1983 in Deutschland von Dietmar Wagner (Verleger) zusammen mit Jürgen Wigginghaus (beide auch Gründer und Herausgeber des Magazins Musik Szene) gegründet und startete nicht als Untergrund-Fanzine, sondern als Kiosk-Magazin. Das Originalkonzept eines globalen multisprachlichen Rockmagazins, das als erweitertes Geschäftsmodell u. a. Elemente wie Radiosendungen, Konzerttourneen und einen Lifestyle Fanclub und Awards beinhaltete, wurde von Wilfried F. Rimensberger, damaliger Chefredakteur der Fachzeitschrift Musik Szene, in London entwickelt, von Wagner und Wigginghaus aber offiziell als undurchführbar abgelehnt. Er startete daher Metalhammer England alleine, ist Gründungsverleger und war erster Chefredakteur der englischen Metal-Hammer-Ausgabe, und von Beginn an der wichtigste Auslandskorrespondent für das deutschsprachige Metal-Hammer-Magazin, an dessen Entwicklung er, in diversen Funktionen, einen wesentlichen Anteil hatte. Anstoß war der Erfolg des ersten Heavy-Metal-Magazins Kerrang! in England. Rimensberger diskutierte erstmals 1982 sein Konzept eines mehrsprachigen Rockmusikmagazins mit Kerrang!, das in einem ersten Schritt den Eintritt in den deutschsprachigen Markt beinhaltete. Die Gespräche führten aber zu nichts und wurden Anfang 1983 abgebrochen. Rimensberger diskutierte nun das Konzept mit Wagner und Wigginghaus, die darauf Metal Hammer in Deutschland entwickelten. Obwohl beide Interesse an den Ideen von Rimensberger zeigten, verfolgten sie letztlich eine Strategie, die Rimensbergers Beteiligung erst einmal ausschloss, der aber von den deutschen Plänen durch Sharon Osbourne und befreundeten Musikern aus der deutschen Metal-Szene laufend informiert wurde. Im Januar 1984 erschien die erste deutsche Ausgabe mit einer Auflage von 50.000 Exemplaren und 48 Seiten Umfang und hatte einen enormen Starterfolg: die ersten 25.000 waren nach kurzer Zeit verkauft. Gleichzeitig gründete Rimensberger in England die eigene Metal Hammer Publishing Limited und das internationale, englischsprachige Metal Hammer Magazine als Antwort auf Wigginghaus’ und Wagners Vorgehen. Dazu baute er in London ein erfahrenes Redaktionsteam auf, das aus bekannten Schreibern wie zum Beispiel Harry Doggerty und Tommy Vance, Photographen wie Robert Ellis und jungen, noch unbekannten Talenten wie P.J. Brunelli bestand, von deren herausragenden Arbeiten auch sofort die deutschsprachige Ausgabe profitierte, mit der Rimensberger zu einer Übereinkunft kam. Wigginghaus und dem gerade nominierten ersten Chefredakteur Charly Rinne wurde klar, dass sie die Ideen, internationalen Verbindungen und journalistischen Arbeiten von Rimensberger benötigten, um in Deutschland das Konzept umzusetzen und gegen die Konkurrenz Erfolg zu haben.
Die Redaktion für die deutsche Ausgabe war in Lüdenscheid. Erster Chefredakteur der deutschen Ausgabe war Charly Rinne. Hinter diversen Pseudonymen, wie Joop Van Nijmwegen, Paul A. Royd oder Andreas Weiß verbarg sich der damalige Steeler-Sänger Peter Burtz, ebenfalls ein Gründungsmitglied von Metal Hammer. Von London her lieferte Wilfried Rimensberger ebenfalls auch unter diversen Pseudonymen exklusive Interviews und Insider-Geschichten, die dem jungen Magazin schnell zu internationaler Reputation verhalfen. Rimensberger verbrachte auch jeden Monat einen Teil seiner Zeit in Lüdenscheid und später Dortmund in der deutschen Redaktion um neben redaktioneller Unterstützung der Chefredakteure vor allem Wigginghaus strategisch zu beraten und geschäftliche Ideen einzubringen. Ein Jahr später hatte sich der Heftumfang der deutschsprachigen Ausgabe verdoppelt und jeden Monat konnten 55.000 Exemplare des Hefts verkauft werden. Nach der Ablösung von Charly Rinne durch den gelernten Blattmacher Reinhard Harms als Chefredakteur im August 1986 schnellte die verkaufte Auflage der deutschen Ausgabe binnen dreier Monate von 60.000 auf 90.000 Exemplare hoch. Wilfried Rimensberger verkaufte 1987 seine Metal-Hammer-Titelrechte und die englischsprachige internationale Ausgabe an Wigginghaus, mit dem er sich schon damals wegen unprofessionellen Vorgehens in der deutschsprachigen Ausgabe oft in den Haaren lag. Reinhard Harms wurde danach Chefredakteur und sorgte von 1988 bis 1990 in London gemeinsam mit dem früheren Melody-Maker-Schreiber und vielfachen Buchautor Chris Welch an der Spitze der UK-Metal-Hammer-Redaktion auch dafür, dass die Auflage der englischen Ausgabe bis auf über 70.000 Exemplare stieg und das Original Kerrang! in ernsthafte Bedrängnis gebracht wurde. Die herausragende Position des Magazins, vor allem gegenüber schnell auftauchenden Konkurrenzprodukten, wurde vor allem durch die englischsprachige Ausgabe mit globaler Reichweite und den damit verbundenen exklusiven Berichterstattungen und Interviews erzielt. So wurde zum Beispiel die Metal-Hammer-Reportage zum Rock-in-Rio-Festival von Rimensberger auch für das ZDF co-produziert und in einer Extrasendung des ZDF SchülerExpress mit Metal Hammer und der Musik Szene koordiniert ausgestrahlt. Große, internationale Festivals wie Monsters of Rock in Castle Donington wurden durch Rimensbergers Verbindungen erstmals von Metal Hammer präsentiert und festigten den Namen Metal Hammer bei Rock-Fans rund um die Welt. Auch die Zusammenarbeit mit MTV (Bailey Brothers) und der BBC (Tommy-Vance-Show), die ebenfalls von Rimensberger eingefädelt wurden, verhalf dem Magazin mit einer mehrsprachigen monatlichen weltweiten Verkaufsauflage von über einer halben Million in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre zum globalen Sprachrohr der Szene zu werden.
Marktführer Im September 1985 wurde erstmals der Soundcheck (siehe weiter unten) ins Heft integriert, der von Dio mit dem Album Sacred Heart gewonnen wurde. Am 14. September 1985 fand auf der Loreley das erste Metal-Hammer-Festival mit rund 12.000 Besuchern statt, bei dem unter anderem die noch kaum bekannten Metallica, Venom und Running Wild auftraten (weitere Künstler: Nazareth, Warlock, Wishbone Ash, Pretty Maids, Heavy Pettin, Savage Grace, Restless, Tyran Pace). Wilfried F. Rimensberger war wieder der verantwortliche Festivalproduzent, der auch die Videoverfilmung der Veranstaltung mit Metallica organisierte. Ein halbes Jahr später bestritten Anthrax, Overkill und Agent Steel die erste Metal-Hammer-Roadshow. 1986 war Metal Hammer bereits Marktführer im deutschsprachigen Raum und die Redaktion zog nach Dortmund um.
Ein Jahr später musste Wigginghaus das Heft an den Schweizer MVG-Verlag verkaufen, nachdem er sich vorher auch mit Rimensberger zerstritten hatte, der im Besitz der Markenrechte an Metal Hammer und der MetalHammer UK Limited war und als Strippenzieher von London her auch der deutschen Publikation maßgeblich zu ihrem Erfolg verhalf und viele Probleme der deutschen Redaktion immer wieder richtete. Rimensberger verkaufte seine Anteile an Wigginghaus und machte ihn auch mit dem Besitzer des MVG-Verlags bekannt. Wigginghaus blieb pro forma Herausgeber des Magazins, dennoch sollte es später zum Streit kommen. Am 30. April 1989 feierte Metal Hammer in der Dortmunder Westfalenhalle ihr fünfjähriges Bestehen. Es traten unter anderem Ozzy Osbourne, Warlock und Queensrÿche auf. Unter Chefredakteur Peter Burtz wurde die 14-tägliche Erscheinungsweise des Heftes gestoppt und wieder auf eine monatliche umgestellt. Metal Hammer erreichte so mit 125.000 abgesetzten Exemplaren pro Monat seinen Verkaufshöhepunkt. Im Sommer 1991 erschien das erste Videomagazin. Burtz wechselte 1992 als A&R Direktor zur EMI Electrola, wo er Künstler wie Paradise Lost, Fury in the Slaughterhouse oder Deep Purple unter Vertrag nahm.
Veränderungen 1993 eskalierte der Streit zwischen Wigginghaus und dem MVG-Verlag. Die Redaktion zog nach München um. Mit Andrea Nieradzik setzte das deutsche Metal-Hammer-Magazin auf eine neue Chefredakteurin, die verstärkt neue Trend- und Modeerscheinungen in den Vordergrund holte. Damit reagierte das Heft auf die Veränderungen in der Welt der harten Musik, die nicht zuletzt durch den Grunge-Boom beeinflusst wurden. Wigginghaus versuchte vergeblich, das Headbangers-Ball-Magazin zu etablieren und Rimensberger arbeitete nach seiner Beratertätigkeit für MTV Europa und dem Aufbau des Rockmusikkonzeptes Phenomena von München und London aus an der europäischen Einführung von Audiotex und baute gemeinsam mit den DFB-Fußballvereinen den ClubCall-Informationsservice auf, der 1996 von Springer erworben wurde.
Ab Mitte 1996 wurde das Wort „Metal“ im Hefttitel von Metal Hammer kleiner gedruckt, gleichzeitig begann eine Kooperation mit dem TV-Sender VIVA. Mit Markus Kavka übernahm ein Metal-Hammer-Redakteur die Moderation des Metal-Magazins Metalla. Bei Metal Hammer selbst tauchen immer mehr „nichtmetallische“ Themen auf – so finden sich im März 1997 die No-Doubt-Sängerin Gwen Stefani auf dem Cover, ein paar Monate später Keith Flint von The Prodigy. Passend wurde das Heft mit der Ausgabe vom August 1997 in New Rock & Metal Hammer umbenannt, viele Metal-Fans wandten sich ab. Andrea Nieradzik erklärte im Vorwort der Ausgabe jedoch, das Magazin werde neue Wege „nicht mehr, als […] bereits in der Vergangenheit“ gehen, sondern „weiterhin […] alles daran setzen, die Entwicklungen und Strömungen der ‚harten Musik‘ zu filtern und euch einen Überblick über die Geschehnisse in diesem Bereich zu geben“.Andrea Nieradzik: Das Metal ist weg!. In: New Rock & Metal Hammer, Nr. 8, 1997, S. 3. Statt der zuvor bis zu 100.000 Exemplaren wurden zuletzt nur noch 50.000 Exemplare des von für die Ausgabe vom Januar 1998 kurz Hammer betitelten Heftes pro Monat verkauft. Ab der Ausgabe vom Januar 1999 wurde der Titel in Hard Rock & Metal Hammer geändert.
Rückbesinnung Robert Müller übernahm im Mai 1998 den Posten des Chefredakteurs. Ein Jahr später verkaufte der MVG-Verlag das Heft an den Axel Springer Verlag, der Metal Hammer in die Axel Springer Mediahouse München GmbH integrierte. Metal Hammer wird seitdem häufig als Metal Bild bezeichnet. Für das Magazin ergeben sich allerdings Vorteile. In den kommenden Jahren kommt es zu einer weiteren Kurskorrektur zurück zu den traditionellen harten Klängen. 2001 übernahm der ehemalige Visions-Redakteur Thorsten Zahn das Amt des Chefredakteurs. Unter seiner Leitung erfolgte der Start des Internetauftritts (2003) sowie ein Jahr später die Rückbenennung des Hefts in Metal Hammer.Thorsten Zahn: Der Metal kehrt zurück!. In: Metal Hammer, Mai 2004, S. 3. 2022 gab er die Position des Chefredakteurs an Sebastian Kessler ab. Seit Juli 2023 erscheint Metal Hammer (gemeinsam mit Rolling Stone und Musikexpress) im neu gegründeten, vom Konzern unabhängigen Verlag Mediahouse Berlin GmbH.
Anlässlich des 40. Jubiläums des Magazins sowie der 500. veröffentlichten Ausgabe gab Metal Hammer im Juli 2024 eine Liste der 500 besten Metal-Alben aller Zeiten heraus. Zur Jury gehörten neben diversen Autoren auch Musikpromoter sowie prominente wie Markus Babbel oder Wilson Gonzales Ochsenknecht. Den ersten Platz in dieser Liste belegte dabei Master of Puppets von Metallica.
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