Als Führer bezeichnete Nachschlagewerke sind Bücher, Hefte oder Ähnliches, die Informationen über verschiedene Themen, Orte oder Einrichtungen enthalten. Sie werden auch mit dem englischen Begriff Guide benannt und sind entweder thematisch, alphabetisch oder auch nach Orten gegliedert. Teilweise werden Bewertungen von beschriebenen Objekten abgegeben, wie die Vergabe von Sternen für Restaurants und Unterkünften sowie Sehenswürdigkeiten in Reiseführern.
Führer können auch in digitaler Form als statische E-Books oder dynamische Internetseiten angeboten werden, wie z. B. der freie Reiseführer Wikivoyage.
Geschichte Einer der frühesten Reiseführer ist das 1711 vom Geographen Johann Gottfried Gregorii erstellte deutschsprachige Nachschlagewerk „Das jetzt florirende Thüringen in seinen durchlauchtigsten und ruhmwürdigsten Häuptern“ (sic!) für Reisende nach Thüringen mit Angaben zu Einwohnern, Geschichte, Sagen, Sehenswürdigkeiten (Bauwerke, Bildungseinrichtungen, Sammlungen, Bibliotheken), Persönlichkeiten und Hotellerie.Das jetzt florirende Thüringen in seinen durchlauchtigsten und ruhmwürdigsten Häuptern / vorgestellt von Johann Gottfried Gregorii, Erfurt 1711; Bayerische Staatsbibliothek München Für Weimar empfahl er zum Beispiel die Besichtigung der herzoglichen Bibliothek in Weimar und die Übernachtung im Hotel Elephant.
Frühe Reiseführer stammen auch von Heinrich August Ottokar Reichard (1751–1828), Schriftsteller und Journalist aus Gotha. In Frankreich waren seine Bücher so bekannt, dass noch heute die Worte Guide Reichard (dt. „Reichard-Führer“) als Gattungsbegriff für Reiseführer benutzt werden.Audiobeitrag: Die Erfindung des Tourismus in Mitteldeutschland – Der Passagier auf der Reise (Teil 1) und Teil 2 auf www.mdr-figaro.de, vom 2. und 7. Januar 2013.
Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Markt für deutschsprachige Reiseführer so weitgehend vom Verlag Baedeker und seinem gleichnamigen Gründer dominiert, dass sogar Konkurrenten dessen Hauptwerk zitierten, um eigene Angaben zu belegen.August Mandl: Von Wien nach Triest, nebst den Fahrten von Bodenbach, Olmütz, Krakau, Linz, Pesth nach Wien und von Triest nach Venedig. Reisehandbuch für alle Stationen der K. K. Priv. Südbahn. Literarisch-Artistische-Abtheilung des Österreichischen Lloyd, 2. Auflage. Triest 1860, S. 207. Dies hat bis heute zur Folge, dass Reiseführer mitunter auch kurz als Baedeker bezeichnet werden, obwohl mittlerweile wesentlich mehr Anbieter existieren.
Kategorien Inhalt Ausstellungen und Museen Ausstellungsführer Museumsführer Freizeit und Sport Campingführer Alpenvereinsführer Kanuführer Kletterführer Wanderführer Kunst, Kultur und Musik Architekturführer Kunstführer Opernführer, Musikführer Sprachführer Episodenführer Reisen und Restaurants Reiseführer Restaurantführer
Ausprägung geografische Vertiefungen, z. B. für alle Städte eines Landes, Regionen oder Landschaften zielgruppenorientierte Vertiefungen, z. B. für Individualreisende, Interrailer, Campingführer oder Führer für Fahrradfahrer Spezialisierungen und Beschränkungen, z. B. ein Führer nur für Spielzeugmuseen oder Restaurantführer für besonders günstige Restaurants
Umsetzung Programmheft, eine knappe Broschüre zum Spielplan Ausstellungskatalog, umfangreiche Begleitdokumentation als Buch oder Bildband Audioguide, tragbare Tonträger mit Informationen zu Städten, Sehenswürdigkeiten und Museen, und ähnlichem Reiseblog, Weblog mit Schilderungen teilweise subjektiver Reiseeindrücke. Wikitravel, als Reise-Wiki Wikivoyage, als freier Reiseführer auf Basis eines Wikis GPS-Tracks für die Tourenplanung bei Outdoor-Aktivitäten aller Art
Siehe auch Liste von Reiseführer-Reihen Reisebericht
Literatur Sabine Gorsemann: Bildungsgut und touristische Gebrauchsanweisung. Produktion, Aufbau und Funktion von Reiseführern. Münster / New York 1995. Susanne Müller: Die Welt des Baedeker. Eine Medienkulturgeschichte des Reiseführers 1830–1945. Frankfurt am Main 2012.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Buchart (Nachschlagewerk) !