Ein Spleen (aus entlehnt; ausgesprochen []) – auch Fimmel, Tick sowie eine Marotte oder Schrulle – bezeichnet umgangssprachlich meist abwertend eine leichte Verrücktheit oder fixe Idee. Der Begriff wird oft im Zusammenhang mit Exzentrikern verwendet.

Weitere Einzelheiten Der Ausdruck Spleen bezeichnet im Englischen die Milz (, ) sowie übertragen „schlechte Laune, Ärger, Verdruss“. Die Milz galt bis ins 18. Jahrhundert als Sitz bestimmter Gemütskräfte und bei Erkrankung als Ursache für Hypochondrie („Milzsucht“).

Bereits die Hippokratiker (um 420 v. Chr.) und Galen (2. Jahrhundert n. Chr.) sahen den Ursprung der Melancholie in einem Überschuss an schwarzer Galle, einem der vier Körpersäfte, die unter anderem in der MilzRalf-Dieter Hofheinz: Milzkrankheiten. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin / New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 993 f.; hier: S. 993. produziert werde. In der französischen Sprache wurde der Begriff gleichbedeutend zum Weltschmerz oder auch zur Melancholie durch Charles Baudelaire (1821–1867) popularisiert und in seinen Werken wie Les Fleurs du Mal thematisiert.Ariane Wild: Poetologie und Décadence in der Lyrik Baudelaires, Verlaines, Trakls und Rilkes. In: Epistemata. Königshausen & Neumann, Würzburg 2002, ISBN 3-8260-2214-9 (Reihe Literaturwissenschaft, Band 387; Dissertation, Univ. Freiburg [Brsg.], 2000). Heute bedeutet „einen Spleen zu haben“ in der Umgangssprache eine kleine Verrücktheit, Schrulle, sonderbare Idee oder Marotte zu haben.

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Kategorie:Emotion