mini|Evangelische Kirche in Belsenberg Die Evangelische Kirche steht in Belsenberg, einem Stadtteil von Künzelsau im Hohenlohekreis in Baden-Württemberg. Das Bauwerk ist beim Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg als Baudenkmal eingetragen. Die Kirchengemeinde gehörte bis 2024 zum Kirchenbezirk Künzelsau und gehört seit 1. Januar 2025 zum Teilgebiet Künzelsau und Hohenloher Ebene im neuen Kirchenbezirk Hohenlohe der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.
Geschichte und Baubeschreibung Die ursprüngliche Chorturmkirche gilt als Urkirche des mittleren Kochertals. Bereits 1275 wird in Belsenberg ein Pfarrer genannt. Spätestens in diesem 13. Jahrhundert wurde die dem Apostel Petrus geweihte Kirche erbaut. 1307 gelangte das Patronat der Peterskirche an das Stift Öhringen, durch welches im 16. Jahrhundert die Reformation eingeführt wurde. Im unteren Teil des tonnengewölbten Chors der heutigen Kirche sind noch Wandmalereireste zu finden. Schon von außen ist zu erkennen, dass das ältere, aus dem 15. Jahrhundert stammende Langhauserdgeschoss ein Obergeschoss aus Holzfachwerk (1939 freigelegt) unter dem durchgehend auch den doppelstöckigen Chor deckenden Satteldach erhalten hat: 1707/08 für den aus Platzmangel notwendigen Einbau einer zweiten Empore. Der obere Teil des bisherigen eingezogenen, gerade geschlossenen Turmchors aus dem 13. Jahrhundert im Osten wurde bis auf den Verbleib einer zweiten Choretage abgetragen, dort die Orgel aufgestellt, an der Chor-Südwand eine Sakristei und im Westen ein neuer Fassadenturm angefügt, dessen oberstes Geschoss aus Holzfachwerk die Turmuhr und den Glockenstuhl beherbergt, und der mit einer Glockenhaube bedeckt ist. 1873 wurde die Kirche renoviert, ebenso 1951.
Ausstattung Wandmalerei: Bei der Renovierung 1951 wurde im Chor ein um 1420 entstandenes Fresko aufgedeckt, auf dem das Jüngste Gericht zu erkennen ist.Katalog der Wandmalereien in den Kirchen und Kapellen Baden-Württemberg’s von der ottonischen Zeit bis zur Renaissance, von Dipl.-Ing. Klaus Klünder und Christa Regina Klünder Christus thront auf einem doppelten Regenbogen. Links und rechts knien anbetend Maria und Johannes der Täufer. Über Christus zwei tubablasende Engel. Auf der linken Seite ein Engel und die Seligen am Paradiestor, rechts ein Engel und ein Verdammter. Ein Teufel steht am Höllentor.
Kanzel: Die wegen der Doppelempore recht hoch aufgeständerte und über eine Steintreppe erreichbare Spätrenaissance-Kanzel (2. Hälfte des 17. Jahrhunderts) wird getragen von einer steinernen Stütze aus Würfelsockel, gedrehtem Fuß und kanneliertem Boden. Der aufgesetzte sechseckige hölzerne Kanzelkorb hat an den Kanten Säulchen auf Volutenkonsolen mit korinthischen Kapitellen. Die Brüstungsfelder sind mit rundbogigen Füllungen und Puttenköpfen, der sechseckige Schalldeckel mit Volutenornamenten auf ausladendem Gesims gestaltet.
Glasmalerei: Das Glasgemälde im Zwillingsfenster des Chors wurde 1906 von Rudolf Yelin d. Ä. entworfen und in der Stuttgarter Glaswerkstatt Saile gefertigt. Es zeigt Jesus als den Kinderfreund.
Literatur Georg Himmelheber (Bearb.): Die Kunstdenkmäler des ehemaligen Oberamts Künzelsau. (Hrsg.) Staatliches Amt für Denkmalpflege; Stuttgart 1962 – Reprint als Sonderausgabe für den Hohenlohekreis; Frankfurt am Main 1983, S. 87–90
Einzelnachweise
Weblinks
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