Hans-Christian Limmer (auch Hans Christian Limmer; * 14. Juli 1964Christoph Franke, Gottfried Finck (Bearb.): Genealogisches Handbuch des Adels: Adelige Häuser (Band XXXI). CA Starke Verlag, Limburg 2009, ISBN 978-3-7980-0847-2, S. 401. in Düsseldorf) ist ein deutscher Unternehmer und Mitbegründer der Backwerk Management GmbH. Er ist der Gründer von BackWerk und war bis Januar 2024 Gesellschafter der Unternehmen Hans im Glück und Pottsalat. Limmer erlangte Bekanntheit durch die investigative Veröffentlichung von Correctiv über ein politisches Treffen im November 2023 in der Nähe von Potsdam. Infolge juristischer Auseinandersetzungen um die Correctiv-Berichterstattung untersagte das Landgericht Berlin später die Verbreitung einiger spezifischer Behauptungen, der Kern der Recherche wurde gerichtlich jedoch nicht als unzutreffend eingestuft.
Leben Hans-Christian Limmer ist ein Sohn des Architekten Ludwig Limmer und dessen Ehefrau Gisela. Seine Eltern bewegten sich in einem völkisch-rechtsextremen Milieu, zu dem unter anderem die Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck, Göring-Freund und Ritterkreuzträger Hajo Herrmann, der ehemalige NPD-Vorsitzende Udo Voigt und der extrem rechte Liedermacher Frank Rennicke gehörte.Andrea Röpke, Andreas Speit (Hrsg.): Neonazis in Nadelstreifen: die NPD auf dem Weg in die Mitte der Gesellschaft. Ch. Links Verlag, Berlin 2009, S. 114–116.
Limmer studierte an der WHU-Otto Beisheim School of Management im rheinland-pfälzischen Vallendar, wo er auch zum Dr. rer. pol. promoviert wurde.br.de: Nach Treffen der Rechten: Führen Spuren nach Bayern? (19. Januar 2024); abgerufen am 26. Januar 2024. Weitere Ausbildungsstätten waren die Carnegie Mellon University und das Raoul-Wallenberg-Institute (ESC) in Lyon.linkedin.com: Dr. Hans Christian Limmer; abgerufen am 26. Januar 2024.
Gemeinsam mit Dirk Schneider stieg Limmer 2003 bei der Düsseldorfer Firma BackWerk ein, nachdem er viele Jahre ausschließlich als Topmanagement-Berater tätig gewesen war. In der Folgezeit bauten Limmer und Schneider das ursprüngliche Filialisten-Unternehmen zu einer Franchising-Firma um.L. Schmitz: Backwerk. In: Patrick Siegfried (Hrsg.): Franchise Konzepte: dargestellt am Beispiel von 22 erfolgreichen Unternehmen. Fallstudiensammlung. Akademische Verlagsgemeinschaft: München, 2014. S. 53 2017 verkaufte er seine verbliebenen BackWerk-Anteile komplett an Valora.vc-magazin.de: Exit für Finanzinvestor EQT bei Brötchen-Kette Backwerk (18. September 2017); abgerufen am 25. November 2024. Später stieg Limmer als Investor bei den Systemgastronomien Hans-im-Glück und Pottsalat ein. Gemeinsam mit Schneider und einem weiteren Geldgeber investierte er 2023 allein bei Pottsalat drei Millionen Euro.food-service.de: 3 Millionen Euro Wachstumskapital für Pottsalat (29. März 2023); abgerufen am 26. Januar 2024.
Im Januar 2024 veröffentlichte Correctiv einen Untersuchungsbericht über ein hochrangiges Treffen der rechten Szene in Potsdam am 25. November 2023. Während Correctiv berichtete, dass Limmer zu den Personen gehörte, die die an die Teilnehmer versandten Einladungen mitunterzeichneten, nahm Limmer selbst nicht an dem Treffen teil und bestritt jegliche Beteiligung an dessen Inhalten. Auf Nachfrage wird Limmer noch konkreter. „Ich hatte zunächst einige Einladungen des Veranstalters unterschrieben, ohne mich vorher ausreichend mit den dort genannten Vortragenden zu beschäftigen. Nachdem ich dies nachgeholt hatte, habe ich keine weiteren Einladungen unterschrieben und mich komplett aus der Planung und Durchführung zurückgezogen“, teilte er mit. „Ich war auch nicht bei der Veranstaltung und habe mehrfach betont, dass ich über einige dort offenbar erhobene Forderungen zutiefst bestürzt bin.“ Der Inhalt des Berichts und die Vernetzung zwischen der AfD und anderen rechtsextremen Persönlichkeiten führten zu Protesten in ganz Deutschland. Die Journalisten Christoph Kucklick, Stefan Niggemeier und Felix W. Zimmermann sagten jedoch gemeinsam aus, dass die Untersuchung „gescheitert“ sei und dass das Verhalten von Correctiv nach der Veröffentlichung fragwürdig sei. Im März 2026 gab das Landgericht Berlin II einer Klage der Politikerin Gerrit Huy gegen Correctiv statt und entschied, dass der Bericht von Correctiv aus dem Jahr 2024 teilweise aus unwahren Behauptungen bestand.
Am 10. Januar 2024 nahmen die Gesellschafter der Hans im Glück Franchise GmbH das Angebot von Hans-Christian Limmer an, seine Gesellschafterstellung aufzugeben. Limmer verkaufte außerdem seine Anteile an der Restaurantkette Pottsalat. Das letztgenannte Unternehmen führte nach dem Ausscheiden von Limmer eine sogenannte „Demokratieklausel“ für Investoren ein. Diese müssen sich danach zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung bekennen und außerdem mit ihrer Unterschrift bestätigen, dass sie keine Kontakte zu rechtsextremen Kreisen haben oder hatten.zeit.de: zeit.de Hans-Christian Limmer. Pottsalat führt nach Trennung von Investor Demokratieklausel ein (10. Januar 2024); abgerufen am 24. Juni 2026.
Immobilienkauf Im Jahr 2005 ersteigerte Hans-Christian Limmer gemeinsam mit seinen Eltern ein 10.500 Quadratmeter großes ehemaliges Bergbaugelände mit Gebäude und Park von einer Immobiliengesellschaft des Bundes für nur 99.000 Euro. Vor dem zuständigen Bauausschuss der Stadt Borna begründete der Vater den Kauf sowie den geplanten Um- und Ausbau für 250.000 Euro, er habe vom Verein „Gedächtnisstätte“, einer „Gruppe Heimatvertriebener“, den Auftrag, eine „Gedenkstätte für deutsche Kriegsopfer“ zu errichten. Der Verein besaß zum Zeitpunkt des Abschlusses des Pachtvertrags den Status einer gemeinnützigen Organisation, gilt aber inzwischen als rechtsextremistischer und damit verfassungsfeindlicher Zusammenschluss.Andrea Roepke: Immobilienkäufe durch Rechtsextremisten (PDF-online, S. 250)capital.de: BACKWERK & HANS IM GLÜCK. Rechtsextreme Kontakte: Wer ist Unternehmer Hans-Christian Limmer? (11. Januar 2024); siehe besonders den Unterabschnitt Beteiligung an Immobilie für rechtsextremistischen Verein; abgerufen am 27. Januar 2024.
Veröffentlichungen (Auswahl) Controlling in Mode-Markenartikelunternehmen (Dissertation). Lang Verlag: Frankfurt am Main, 1996.
Einzelnachweise
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