Wolfgang Horst VillwockAllen Farley: Who’s who in Ocean and Freshwater Science. F. Hodgson, 1978, ISBN 0-58290-050-6, S. 314 (* 15. November 1930 in Cottbus; † 4. Juli 2014) war ein deutscher Zoologe. Sein Forschungsschwerpunkt war die Ichthyologie.

Leben Wolfgang Villwock war Doktor der Naturwissenschaften (Dr. rer. nat.) 1964 ging er an die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Hamburg, wo er sich im selben Jahr habilitierte und bis 1969 als Privatdozent für Zoologie tätig war. 1969 wurde er Professor für Zoologie. Von 1970 bis 1976 war er geschäftsführender Direktor des Zoologischen Instituts und des Zoologischen Museums sowie 1979 bis 1996 Professor für Zoologie im Fachbereich Biologie der Universität Hamburg. 1996 ging er als emeritierter Professor in den Ruhestand.

Sein Forschungsinteresse galt den „Prinzipien der biologischen Artbildung“. Er unternahm weltweite Expeditionen zu den Zentren der Fisch-Evolution. Ab dem Jahr 1960 realisierte er ein Forschungsprojekt am Titicacasee, wobei er umfangreiche Untersuchungen über die Andenkärpflinge (Orestias) durchführte.Wolfgang Villwock: Zur Biologie der Orestiinae (Pisces, Cyprinodontidae), unter besonderer Berücksichtigung von Darminhaltsuntersuchungen, ein Beitrag zum Problem der Speziation in der Gattung Orestias In: Abhandlungen und Verhandlungen des Naturwissenschaftlichen vereins Hamburg Neue Folge 10, 1966, S. 153–166.Wolfgang Villwock: Die Gattung Orestias (Pisces, Microcyprini) und die Frage der intralakustrischen Speziation in Titicaca-Seengebiet. In: Verhandlungen der Deutschen Zoologischen Gesellschaft in Wien. 1962, S. 611–623. Villwock war Mitglied der Deutschen Zoologischen Gesellschaft.

Im Jahr 1983 gehörte Villwock zum Erstbeschreiberteam des vom Aussterben bedrohten Sirhan-Kärpflings (Aphanius sirhani) aus Jordanien.Wolfgang Villwock, Adolf Scholl & Friedhelm Krupp: Zur Taxonomie, Verbreitung und Speziation des Formenkreises Aphanius dispar (Rüppell, 1828) und Beschreibung von Aphanius sirhani n. sp. (Pisces: Cyprinodontidae). In: Mitteilungen aus dem Hamburgischen Zoologischen Museum und Institut. Nr. 80, 1983, S. 251–277.

Wolfgang Villwock war verheiratet mit der promovierten Ingeborg Villwock, geborene Augstein, lebte in Norderstedt und starb am 4. Juli 2014 nach langer Krankheit.

Dedikationsnamen Nach Villwock sind die Zahnkärpflingsart Cynodonichthys villwocki , die Salmlerart Astyanax villwocki aus Peru und Bolivien sowie der Sakarya-Kärpfling (Anatolichthys villwocki ) aus der Türkei benannt.

Schriften (Auswahl) Untersuchungen über die Tonnen- und Bodenfauna im Fahrwasserbereich des Emsmündungsgebietes, 1956 Weitere genetische Untersuchungen zur Frage der Verwandtschaftsbeziehungen anatolischer Zahnkarpfen, 1958 Eierlegende Zahnkarpfen; Beliebte Aquarienfische und solche, die es werden sollten, 1960 Genetische Untersuchungen an altweltlichen Zahnkarpfen der Tribus Aphaniini (Pisces, Cyprinodontidae) nach Gesichtspunkten der Neuen Systematik, 1964 Wunder der Natur: Australien: Flora und Fauna, 1969

Literatur

Villwock, Wolfgang. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 1281.

Weblinks Curriculum Vitae bei der Universität Hamburg Nachruf Prof. Dr. rer. nat. Wolfgang Villwock In: UHH Newsletter, Nr. 65, August 2014

Einzelnachweise

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