Leaving Las Vegas (Alternativtitel: Leaving Las Vegas – Liebe bis in den Tod) ist ein mehrfach preisgekröntes US-amerikanisches Filmdrama des Regisseurs Mike Figgis aus dem Jahr 1995. Das Drehbuch basiert auf dem gleichnamigen Roman von John O’Brien; Hauptdarsteller sind Elisabeth Shue und Nicolas Cage, der für seine Darstellung mit einem Oscar ausgezeichnet wurde.

Handlung Ben Sanderson, ein alkoholkranker und beruflich wie privat gescheiterter Drehbuchautor, beschließt, sich nach Las Vegas zu begeben, um sich dort zu Tode zu trinken, nachdem er zuvor seinen gesamten Hausrat verbrannt hat. Dort lernt er die Prostituierte Sera kennen, mit der ihn bald eine intensive Freundschaft verbindet, allerdings mit speziellen Regeln: Sera darf nicht versuchen, Ben von seinem Vorhaben abzuhalten. Im Gegenzug soll Seras Broterwerb zwischen den beiden kein Thema sein – ein Deal, der nur oberflächlich tragfähig ist. Trotz aller Trost- bzw. Hoffnungslosigkeit der jeweiligen Perspektiven hat sich nämlich eine besondere Form der Liebe entwickelt, was im Ergebnis aber nichts daran ändern kann, dass Ben seinen Plan schließlich in die Tat umsetzt.

Hintergrund und Sonstiges Leaving Las Vegas ist auf Super-16-mm-Filmmaterial gedreht worden, einem heute für Hollywood-Produktionen eher ungebräuchlichen Filmformat.

Die literarische Vorlage John O’Briens verarbeitet Erfahrungen, die der Autor mit seiner eigenen Alkoholsucht gemacht hat. Zwei Wochen vor Drehbeginn von Leaving Las Vegas nahm O’Brien sich im Alter von 33 Jahren das Leben, nachdem er in Erfahrung gebracht hatte, dass sein Roman als Vorlage des Filmes dienen sollte. Johns Vater gab anschließend bekannt, dass das Werk gleichzeitig als Abschiedsbrief diente.John O`Brien (auteur de Leaving Las Vegas). In: babelio.com. (französisch)

Die Regisseure Bob Rafelson und Vincent Ward sind in kleinen Rollen zu sehen.

Nicolas Cage betrank sich zur Vorbereitung auf die Rolle und ließ sich dabei von einem Freund filmen, um danach zu lernen, wie er im betrunkenen Zustand spricht.

Elisabeth Shue trägt im Film Kleidung der englischen Mode-Designerin Vivienne Westwood.

Der Regisseur Mike Figgis hat in dem Film einen Cameo-Auftritt als einer von drei Gangstern. Außerdem fahren immer wieder Taxis vor, auf deren Dächern sich ein Plakat mit der Aufschrift Red Mullet mit einem vollbärtigen Männergesicht daneben befindet. Bei dem Gesicht handelt es sich ebenfalls um Mike Figgis, Red Mullet ist der Name seiner Filmproduktionsfirma.

In der Biker-Bar, in der Ben Sanderson die Nase blutig geschlagen wird, hat der Musiker Julian Lennon einen Gastauftritt als hilfsbereiter Kneipenwirt. Den Taxi-Fahrer, der gegen Ende des Films Sera Beziehungsratschläge erteilt, spielt der Soul-Sänger Lou Rawls.

In einer abendlichen Szene schauen sich Ben und Sera an einem Swimmingpool auf einem Fernsehgerät den Schwarz-Weiß-Spielfilm Der dritte Mann mit Joseph Cotten und Alida Valli an.

Einige Lieder des Soundtracks singt Sting, die Jazz-Piano-Stücke Angel Eyes, My one and only Love und It’s a lonesome old Town. Nicolas Cage singt den Song Ridiculous, den er mit Phil Roy zusammen geschrieben hat.

Deutsche Synchronfassung Leaving Las Vegas wurde von der Magma Synchron GmbH synchronisiert. Das Dialogbuch stammt von Joachim Kunzendorf, der auch die Dialogregie innehatte. Charakter Schauspieler Synchronsprecher Ben Sanderson Nicolas Cage Michael Christian Sera Elisabeth Shue Arianne Borbach Yuri Julian Sands Martin Keßler Peter Richard Lewis Jörg Hengstler Marc Nussbaum Steven Weber Ralph Beckmann Sheila Kim Adams Natascha Rybakowski Paul R. Lee Ermey Eberhard Mellies Terri Valeria Golino Anja Godenschweger Mrs. Van Houten Laurie Metcalf Liane Rudolph Mister Simpson Thomas Kopache Wilfried Herbst Bartender Graham Beckel Tilo Schmitz Debbie Emily Procter Andrea Plany Zynischer Taxifahrer Xander Berkeley Tim Moeseritz

Martin Keßler hat Nicolas Cage seitdem mehr als 40 Mal synchronisiert. Hier synchronisiert er aber Julian Sands.

Kritiken

Mit Leaving Las Vegas ist dem Regisseur nach Meinung der meisten Kritiker ein beeindruckendes Psychodrama gelungen. Von der Filmkritik ist insbesondere die beklemmend realistische Darstellung eines Alkoholkranken gelobt worden, für die Nicolas Cage unter anderem mit einem Oscar und einem Golden Globe Award ausgezeichnet wurde.

Auszeichnungen und Nominierungen (Auswahl) 1996: Oscar in der Kategorie Bester Hauptdarsteller (N. Cage). Außerdem nominiert in den Kategorien Beste Hauptdarstellerin (E. Shue), Beste Regie und Bestes adaptiertes Drehbuch Golden Globe Award in der Kategorie Bester Hauptdarsteller/Drama (N. Cage). Außerdem nominiert in den Kategorien Bester Film/Drama, Beste Regie und Beste Hauptdarstellerin (E. Shue) Independent Spirit Awards in den Kategorien Beste Hauptdarstellerin (E. Shue) und Bester Featurefilm, Beste Regie und Beste Kamera. Außerdem nominiert in den Kategorien Bester Hauptdarsteller (N. Cage) und Bestes Drehbuch Nominiert für den BAFTA Award in den Kategorien Bester Hauptdarsteller (N. Cage), Beste Hauptdarstellerin (E. Shue) und Bestes adaptiertes Drehbuch

Weblinks

Offizielle Website bei mgm.com (englisch)

Leaving Las Vegas auf kino.de

Einzelnachweise

Kategorie:US-amerikanischer Film Kategorie:Psychodrama Kategorie:Independent-Film Kategorie:Filmtitel 1995 Kategorie:Prostitution im Film Kategorie:Alkoholkrankheit im Film