Die Mildred-Harnack-Schule ist eine integrierte Sekundarschule mit gymnasialer Oberstufe in der Schulze-Boysen-Straße 20 im Ortsteil Lichtenberg des gleichnamigen Berliner Bezirks. Sie ist eine Staatliche Europaschule Berlins (SESB) mit der Sprachkombination Deutsch/Russisch.
Geschichte Die Schule wurde 1904/1905 als VIII. und IX. Gemeindeschule (Doppelschule = je eine Hälfte für Knaben und Mädchen) der Gemeinde Lichtenberg nach Plänen des Architekten Hans Schütte errichtet (damalige Adresse: Pfarrstraße 7, später Nr. 30–40).
In der DDR hieß die Schule zunächst 8. Grundschule Lichtenberg, dann mit der Schaffung von polytechnischen Oberschulen ab 1959 8. Oberschule Lichtenberg. Seit 1976 trägt die Schule den Namen der Widerstandskämpferin Mildred Harnack.Oberschule erhielt Namen "Mildred Harnack". In: Neues Deutschland, 17. September 1976, S. 8; online.
Am 24. Mai 2011 wurde neben der Schule ein vom Künstler Achim Kühn geschaffenes Denkmal für die Rote Kapelle eingeweiht.
Schulprofil Die 5- bis 6-zügige Integrierte Sekundarschule bietet im SESB-Bereich speziellen Unterricht für russische Muttersprachler an. Daneben werden im Regelschulbereich in jedem Jahrgang bilinguale Klassen eröffnet, in denen ein Teil des Unterrichts auf Englisch erfolgt.
Neben der ersten Fremdsprache Englisch werden Spanisch, Französisch und Latein als weitere Fremdsprachen angeboten. Der Bereich Theater/Darstellendes Spiel bringt regelmäßig Aufführungen in der Aula auf die Bühne.
Die Lew-Tolstoi-Grundschule und die Grundschule am Brandenburger Tor in Berlin sind Partnerschulen für die russischen Europaklassen. Die Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin ist Partnerin im Lichtenberger Netzwerk für bilinguale deutsch-russische Bildung und Kultur.
Im Schuljahr 2025/26 hat die Schule 855 Schüler. Von ihnen haben 51,9 Prozent eine nichtdeutsche Herkunftssprache.
Gebäude Die Schule verfügt über zwei Gebäudeteile, einen DDR-Flachdach-Typenbau (Gebäude A) und das markante Gebäude B mit angrenzender Aula (ehemalige Turnhalle). Auf dem Schulhof ergänzt eine Turnhalle den Schulstandort.
Das ältere Schulgebäude (heute Gebäude B) wurde 1904/1905 nach Plänen des Architekten Hans Schütte errichtet. Es handelt sich um einen Putzbau in vier Geschossen mit sechzehn Achsen, abgeschlossen mit einem ziegelgedeckten Walmdach. Der Erdgeschossbereich entlang der Schulze-Boysen-Straße und auf der Hofseite ist rustiziert, die Hoffassade war zudem mit einem Ornamentmuster aus Verblendziegeln zwischen den Geschossen geschmückt. Noch in den 1980er Jahren wurden die Ornamente durch Großbuchstaben in der Reihenfolge des Alphabets abgelöst. Auf beiden Längsseiten betonen übergiebelte Mittelrisalite die Bausymmetrie. Auffällig ist der große Portalvorbau, ebenfalls rustiziert und zwei große rundbogige Treppenhausfenster tragend. Jede Seite der Schule verfügt über ein giebelseitiges Treppenhaus, das je in einer kreuzgratgewölbten Halle beginnt bzw. endet. Auf der nördlichen Giebelseite ist eine eingeschossige Halle mit rechteckigem Grundriss angebaut, die sowohl als Turnhalle als auch als Aula genutzt wurde. Dieser Bau weist ein steiles Pultdach auf und Rundbogenfenster, zwischen denen Stummel-Strebebögen die Dachkonstruktion halten. Auf der anderen Giebelseite befindet sich ein Seiteneingang, der in Jugendstil-Pfeilerarchitektur ausgeführt ist.
Seit den 1970er Jahren steht das Bauensemble unter Denkmalschutz. In derselben Zeit wurde der Standort um das heutige Gebäude A ergänzt, ein für die DDR typischer Schulbau in Plattenbauweise, genauer des sogenannten Gangtyps Berlin SK, nach der auch andere Schulen in Ost-Berlin errichtet worden sind. Zur Schule gehörte bis 2005 auch ein drittes Gebäude C gleichen Typs außerhalb des Schulgeländes, eine frühere Grundschule, die abgerissen und durch ein Kulturgebäude ersetzt wurde. Ab 2012 wurden Schulhof und Sporthalle der Schule modernisiert. Eine umfangreiche Gebäudesanierung des Altbaus (Gebäude B) fand im Jahr 2015 statt.Sanierungsarbeiten an der Harnack-Schule.
Ehemalige Schüler Petra Pau (* 1963), Politikerin (Die Linke) Aram Arami (* 1993), Schauspieler
Weblinks Website der Schule
Einzelnachweise
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