Ein Kirchenbauwerk wird als Wasserzeichen seit dem ausgehenden 16. Jahrhundert von mehreren in Thüringen gelegenen Papiermühlen verwendet. Mit den Erzeugnissen der Papiermacher in Arnstadt, Hohenkirchen und Ichtershausen hat sich vor allem der Papierhistoriker und Wasserzeichenforscher Wisso Weiß befasst. Zur Wahl dieses im Unterschied zu anderen Bauwerktypen (z. B. Torburg oder Turm) später und seltener verwendeten Wasserzeichenmotivs lassen sich konkrete Zusammenhänge benennen:

Die Wasserzeichen der Papiermühle Arnstadt zeigen das Kirchenbauwerk mit Blick auf das Portal, darüber ein spitzer Giebel zwischen zwei zinnenbewehrten Türmen. Teilweise findet sich über dem Portal der Schriftzug ARNSTADWasserzeichen-Informationssystem Piccard-Online 105987 oder ARNSTADTThomas Schaffhirt, Harald Schaffhirt: Die kunsterfahrenen Papiermacher Schaffhirt. epubli, Berlin 2015, S. 23..

Der Blick auf das Portal, den Spitzgiebel und zwei Doppeltürme der Klosterkirche Ichtershausen finden sich in Wasserzeichen der 1720 gegründeten Papiermühle in Ichtershausen aus der Zeit zwischen 1805 und 1847.Wisso Weiß: Kirchendarstellungen in Thüringer Wasserzeichen. In: Mosaiksteine. Zweiundzwanzig Beiträge zur thüringischen Kirchengeschichte. Pressestelle der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Thüringen. Berlin (1981), S. 208–227, hier S. 218.

Die Darstellungen des Kirchenbauwerks in Hohenkirchen variieren. Der Blick ist auf die Seite des Kirchenschiffs gerichtet, an der in den Jahren 1576 bis 1579 der kräftige Kirchturm angebaut worden war. Wesentliche Elemente der Darstellung sind der Turm mit Helmdach und Wetterfahne, die Fensterbogen und das Kreuz. Eine frühe Form des Wasserzeichens, das Längsseite und Giebelseite gleichzeitig zeigt, ist aus der Zeit um 1643 belegtWisso Weiß: Thüringer Papiermühlen und ihre Wasserzeichen. Thüringer Volksverlag, Weimar 1953, Abb. 30., eine späte Form stammt aus der Zeit um 1759.

Im 20. Jahrhundert stellte die Papierfabrik J. W. Zanders in Bergisch Gladbach mit einer von der Metallweberei Andreas Kufferath in Mariaweiler bei Düren gefertigten Schöpfform Papier her, das als Reliefwasserzeichen den Kölner Dom zeigte.Wisso Weiß: Kirchendarstellungen in Thüringer Wasserzeichen. In: Mosaiksteine. Zweiundzwanzig Beiträge zur thüringischen Kirchengeschichte. Pressestelle der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Thüringen. Berlin (1981), S. 208–227, hier S. 224, Anm. 5.

Wasserzeichen (Beispiele)

Vorbilder

Literatur Wisso Weiß: Kirchendarstellungen in Thüringer Wasserzeichen. In: Mosaiksteine, zweiundzwanzig Beiträge zur thüringischen Kirchengeschichte. Pressestelle der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Thüringen. Berlin, 1981, S. 208–227.

Einzelnachweise

Kategorie:Wasserzeichenmotiv Kategorie:Kirchenbau