Anne Marie Helger (* 12. Februar 1946 in Gentofte) ist eine dänische Schauspielerin.

Leben Anne Marie Helger wuchs als Tochter von Jørgen Erik Helger (1910–1987) und dessen Frau Mary Anna Fog (1916–?) gemeinsam mit zwei Brüdern und einer Schwester in Gentofte auf. Sie beschrieb ihre Kindheit als hell, geborgen und von Büchern geprägt. Ihr Vater war Stadtbibliothekar in Gentofte, ihre Mutter Hausfrau. Im Elternhaus wurde jeden Abend vorgelesen. Als Kind nahm sie Ballettunterricht und wollte zunächst Balletttänzerin werden, bevor sie sich der Schauspielerei zuwandte, weil sie sich gern verkleidete.

Nach ihrem Schulabschluss begann sie 1966 eine Schauspielausbildung an der Schauspielschule des Aalborg-Theaters, brach diese jedoch zugunsten des Jomfru Ane Teatret ab. Ihre erste Bühnenrolle spielte sie noch als Elevin am Aalborg-Theater, wo sie als Arbeiterin Patty auftrat. 1971 zog sie nach Kopenhagen, wo sie politisches Theater, Projekte und Happenings entwickelte, unter anderem in der Theatergruppe Solvognen. Als Bühnendarstellerin wirkte sie in zahlreichen Theaterstücken, Musicals, Varieté-Shows, Ballett-Aufführungen und in Kabarett-Programmen mit, so unter anderem auch am Folketeatret, am Odense Teater, am Aarhus Teater, am Königlichen Theater Kopenhagen, am Theater Helsingør oder im Kopenhagener Vergnügungspark Tivoli.

Seit 1969 hat sie als Schauspielerin vor der Kamera in bislang mehr als 60 Film- und Fernsehproduktionen mitgewirkt. Im Jahr 1994 wurde Helger als Beste Nebendarstellerin mit dem dänischen Film- und Fernsehpreis Robert ausgezeichnet. Einem breiten Publikum bekannt wurde sie vor allem durch ihre Rolle als Vibeke Lund in der Krimiserie Kommissarin Lund – Das Verbrechen, wo sie die Mutter der Hauptfigur Sarah Lund (Sofie Gråbøl) darstellte. Daneben ist sie auch als Autorin und als Synchronsprecherin für Animationsfilme und Zeichentrickfilme tätig. Sie veröffentlichte drei Bücher, engagiert sich für eine stärkere Anerkennung von Kostümen als Kunstform und steht in Svendborg hinter dem Danmarks Kostumarium. Im Hofteatret brachte sie zudem Aufführungen über Irene Holm und Sarah Bernhardt auf die Bühne.

Helger ist mit dem Arzt Jeppe Helweg verheiratet und lebt im Kopenhagener Stadtteil Christianshavn. Sie hat eine 1971 geborene Tochter sowie zwei Stiefkinder. Sie bringt sich in die Friedens- und Klimabewegung ein und beteiligt sich an Donnerstagsaktionen vor Christiansborg. Helger ist Mitglied der Socialistisk Folkeparti.

Filmografie (Auswahl) 1969: De to i ledvogterhuset 1976: Stromer 1978: Der Baron 1979: Johnny Larsen 1981: Das himmlische Dänemark 1983: Koks i Kulissen 1984: Crash 1984: Privatdetektiv Anthonsen (Fernsehserie, 1 Folge) 1987: Letzter Akt 1988: Himmel und Hölle 1989: Der Träumer 1993: Viktor und Viktoria 1995: Ein Zirkus für Sarah 1997: Fanny Farblos 2006: Frau Eilersen und Mehmet 2007–2012: Kommissarin Lund – Das Verbrechen (Fernsehserie, 20 Folgen) 2012: Limbo (Fernsehserie, 3 Folgen) 2014: Whole (Kurzfilm) 2020: De forbandede ar 2023: Roselil og stentrolden

Weblinks

Persönliche Website

Einzelnachweise

Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Synchronsprecher Kategorie:Däne Kategorie:Geboren 1946 Kategorie:Frau