mini|Jodokuskirche in Althausen Die Jodokuskirche ist ein geschütztes Kulturdenkmal nach dem Denkmalschutzgesetz in Althausen, einem Stadtteil von Bad Mergentheim im Main-Tauber-Kreis in Baden-Württemberg. Die Kirchengemeinde gehörte bis Ende 2025 zum bisherigen Kirchenbezirk Weikersheim und gehört seit 1. Januar 2026 zum Teilgebiet Bad Mergentheim im neuen Kirchenbezirk Hohenlohe der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.
Beschreibung Die spätbarocke Saalkirche wurde 1778/79 nach Plänen des ansbachischen Baumeisters Johann David Steingruber anstelle einer Vorgängerkirche im Markgrafenstil erbaut. Sie besteht aus einem flachgedeckten Langhaus mit drei Emporen (Nord, West und Süd), an dessen östlicher Stirnseite ein Chorturm auf quadratischem Grundriss steht. Dessen oberstes quadratisches Geschoss beherbergt die Turmuhr, das darüber liegende achteckige den Glockenstuhl. Darauf sitzt eine Zwiebelhaube.
Ausstattung mini|Innenansicht An der Stirnseite zum Chorturm befindet sich die für den Markgrafenstil kennzeichnende „Markgräfler Wand“ oder „Ansbacher Kanzelaltarwand“ vor einer doppelstöckigen Empore.
Auf der oberen steht die von Aug. Laukhuff gebaute Orgel.
Die mittige Kanzel, zugänglich aus der Sakristei hinter der Wand, prägt diesen Kirchentypus der Predigtkirche.Ulrich Zimmermann: Die Predigtkirche und die Querkirche. Protestantischer Kirchenbau in Württemberg. Eine Studie zur Geschichte und Theologie des Kirchenraums und zur Entstehung zweier Kirchenbautypen. Ubstadt 2025, S. 254, 267 – ISBN 978-3-95505-592-9
Die beiden Brüstungen der Kanzelwand sind mit Ölgemälden der Evangelisten und des David versehen. Die Dreiseiten-Emporenbrüstung im Kirchenschiff enthält Gemälde der zwölf Apostel. Alle Gemälde stammen offenbar aus der Vorgängerkirche, denn sie wurden nachweislich im Jahre 1670 von einem Mergentheimer Maler geschaffen.Beschreibung des Oberamts Mergentheim/Kapitel B 3
Die Langhauswände sind reich, symmetrisch und fantasievoll mit Bandelwerk und Kartuschen verziert, ebenso die Flachdecke.
Das große Deckengemälde und die beiden Medaillons wurden im Jahre 1880 von der ortsansässigen Künstlerin Emma Eggel unter Anleitung von Professor Jakob Grünenwald von der Stuttgarter Kunstakademie neu ausgemalt: in der Mitte der segnende Christus und in den Medaillons Moses und Johannes.Petra Scheible-Schober und Jürgen Helmbrecht: Jakob Grünenwald (1821-1896). Ein schwäbischer Genremaler. (Hrsg.) Karl-Heinz Rueß; Veröffentlichungen des Stadtarchivs Göppingen, Band 35, Göppingen/Weißenhorn 1996, S. 178
Ein noch 1880 in der Oberamtsbeschreibung Mergentheim erwähnter älterer Flügelaltar, vermutlich aus der Vorgängerkirche, ist offenbar seit Langem abgängig.
Literatur
Ulrich Bernecker, Regine Burdinski: Unsere Kirchen – Ein Führer zu den Gotteshäusern des evangelischen Kirchenbezirks Weikersheim. (Hrsg.) Ev. Dekanatamt, Weikersheim 2003, Seite 3 f
Weblinks
Kirchbaudatenblatt Webauftritt der Kirchengemeinde auf der Website des Kirchenbezirks Hohenlohe
Einzelnachweise
Kategorie:Kirchengebäude in Bad Mergentheim Kategorie:Kulturdenkmal in Bad Mergentheim Kategorie:Jodokuskirche Kategorie:Kirche in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg Kategorie:Saalkirche in Baden-Württemberg Kategorie:Chorturmkirche Kategorie:Barocke Kirche Kategorie:Barockbauwerk im Main-Tauber-Kreis Kategorie:Erbaut in den 1770er Jahren Kategorie:Bauwerk von Johann David Steingruber Kategorie:Kirchengebäude in Europa