Johann Sperber oder Hans Sperber (geboren um 1551 in Prag; gestorben 12. März 1621 in Zittau) war ein Maler mit der Künstlersignatur HS.

Leben Sperber kam um 1584 nach Zittau und war von dort aus in der Oberlausitz und in Nordböhmen tätig. 1584 wurde er mit der Neubemalung der Turmuhr des Schlosses der Herren von Redern im nordböhmischen Friedland () beauftragt. Anlässlich des Begräbnisses des kaiserlichen Hofkriegsrats Melchior von Redern bemalte er zwei Trauerfahnen und Wappenschilde für 24 Fackelträger. Zudem fertigte er 1601 ein Gemälde des im Sarg liegenden Verstorbenen. Eine weitere Trauerfahne und zwölf Wappenschilde gestaltete er 1602 für das Begräbnis des Friedrich von Döbschütz auf Engelsdorf ().

In Zittau bemalte er 1611: die Hauptorgel des Orgelbauers Zacharias Friedel der Johanniskirche (1757 vernichtet); die Decke der Ratsstube, die von dem Tischler hergestellt und 1730 in die Kirche nach Jonsdorf transloziert wurde (nicht mehr vorhanden); und die 1617 datierten und mit HS bezeichneten Füllungen der Brüstungen der Emporen in der Zittauer Hospitalkirche, die Szenen aus dem Leben Christi zeigen.Kai Wenzel: Johann Sperber. In: Sächsische Biografie. Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde (saebi.isgv.de Stand 3. September 2008).

Sein Schwiegersohn, der Bildhauer Lorenz Hertwig, errichtete für ihn 1621 am Westgiebel der Zittauer Frauenkirche ein Denkmal (Epitaph) aus bemaltem Holz, das 67 cm hoch und 140 cm breit war. Darauf abgebildet war der in den Armen der Jungfrau ruhende Christus abgebildet. Über ihnen ein Engel, der ihm den Kelch reicht und daneben ein Familienwappen. Er wohnte mit seiner Frau Sara († 6. Juni 1636), mit der er 37 Jahre verheiratet war in der Milchgasse. Die Inschrift lautete:

Literatur Georg Kaspar Nagler: Neues allgemeines Künstler-Lexicon oder Nachrichten aus dem Leben und den Werken der Maler, Bildhauer, Baumeister, Kupferstecher, Formschneider, Lithographen, Zeichner, Medailleure, Elfenbeinarbeiter. Band 17 (1847). Cornelius Gurlitt: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen, Heft 30: Zittau (Stadt), Dresden: Meinhold, 1907, S. 6, 77, 176, 200; Digitalisat über die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) Peter Knüvener (Hrsg.): Epitaphien, Netzwerke, Reformation. Zittau und die Oberlausitz im konfessionellen Zeitalter. Mit einem Bestandskatalog der Zittauer Epitaphien, Hrsg. im Auftrag der Städtischen Museen Zittau, Görlitz: Verlag Gunter Oettel, 2018, ISBN 978-3-944560-43-4, S. 429 ff.

Weblinks Kai Wenzel: Johann Sperber. In: Sächsische Biografie. Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde (saebi.isgv.de Stand 3. September 2008). mit einer Beschreibung über das Portal museum-digital sachsen und Fotos von Jürgen Matschie: Emporentafel Johann Sperber, 85 cm × 160 × 6 cm großes, 1613 gefertigtes Epitaph mit Bildern der 14-köpfigen Familie Johann Sperbers Konsolbrett Johann Sperber mit 3 Inschriften als ehemaliger Teil der Emporenbrüstung der Frauenkirche.

Einzelnachweise

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