mini|Martinskirche in Affalterbach Die Martinskirche ist ein durch das Denkmalschutzgesetz geschütztes Kulturdenkmal in Affalterbach, einer Gemeinde im Landkreis Ludwigsburg in Baden-Württemberg. Sie gehört zum Kirchenbezirk Marbach der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.
Baugeschichte mini|Ansicht von Andreas Kieser aus dem 17, Jahrhundert Die Saalkirche besteht aus einem mehrfach umgebauten und vergrößerten Langhaus, einem eingezogenen, dreiseitig geschlossenen Chor im Osten und einem Chorflankenturm an der Nordwand des Chors. „Der östliche Teil des einschiffigen Langhauses [...] stammt spätestens aus der Zeit um 1300; der polygonale Chorschluss ist spätgotisch.“ Die Kanzel stand ursprünglich an der Ostwand des Langhauses. „Bei dem grundlegenden Umbau der Kirche in den Jahren 1764/65 kam die Kanzel an die Südwand des Langhauses, mit einer von Ost nach West emporführenden Treppe. Bei der letzten umfassenden Kirchenrenovierung 1955/56 wurde sie schließlich an die Nodostwand des Chorpolygons versetzt.“Karl Halbauer: Predigstül - Die spätgotischen Kanzeln im württembergischen Neckargebiet bis zur Einführung der Reformation; in der Reihe: Veröffentlichungen der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg, Reihe B: Forschungen, Band 132; Stuttgart 1997, S. 83 Somit war der Innenraum der Martinskirche zwischen 1765 und 1956 als Querkirche ausgebildet.Ulrich Zimmermann: Die Predigtkirche und die Querkirche – Protestantischer Kirchenbau in Württemberg. Eine Studie zur Geschichte und Theologie des Kirchenraums und zur Entstehung zweier Kirchenbautypen; Ubstadt 2025, S. 253, 264 – ISBN 978-3-95505-592-9
Die steinernen Geschosse des Chorflankenturms sind Reste einer Wehrkirche aus dem 12. Jahrhundert. Sein oberstes Geschoss aus Holzfachwerk, das die Turmuhr und den Glockenstuhl beherbergt, und der achtseitige, schiefergedeckte Knickhelm stammen aus dem 18. Jahrhundert.
Ausstattung An der Langhaus-Nordwand waren im Jahre 1931 Wandmalereien freigelegt worden.Katalog der Wandmalereien in den Kirchen und Kapellen Baden-Württemberg’s von der ottonischen Zeit bis zur Renaissance; von Dipl.-Ing. Klaus Klünder und Christa Regina Klünder Auf den vier Bildern sind zu sehen: die Vertreibung aus dem Paradies, die Arbeit Adams und Evas und das Opfer Kains und Abels. Vom vierten Bild bestehen nur noch Reste, die nicht mehr deutbar sind.
Die Kanzel wird von Karl Halbauer wegen der reichen Konsolenprofilierung, dem horizontal gegliederten Aufbau, dem Kerbschnittfries und den dünn-flachen Kielbogenauflagen an Sockel und Brüstung auf frühestens die zwanziger Jahre des 16. Jahrhunderts datiert. Er beschreibt auch die schweren Eingriffe in die Kanzelsubstanz bei ihrer Versetzung 1955/1956: vor allem die moderne Treppe und der seitenverkehrte Zugang zum Kanzelkorpus mit Ausbau einer alten und Einbau einer neuen Korpusplatte.
Das Altarfenster gestaltete 1957 der Stuttgarter Künstler Wolf-Dieter Kohler mit der Stuttgarter Glaswerkstatt Emil Gaisser. Es zeigt die Vertreibung aus dem Paradies, weitere alttestamentliche Motive, Jesu Geburt, Johannes den Täufer, die Kreuzigung Jesu, Pfingsten, die Majestas Domini und das himmlische Jerusalem.
Literatur Paul Sauer: Affalterbach 972 - 1972: Weg und Schicksal einer Gemeinde in tausend Jahren. Gemeindeverwaltung Affalterbach, 1972. Markus Otto: Kulturgeschichtliche Denkmäler des Kreises Ludwigsburg, 20, Die Evangelische Kirche Affalterbach. In: Hie gut Württemberg. Menschen, Geschichte und Landschaft unserer Heimat; 28, 1977, S. 22–23.
Karl Halbauer: Predigstül - Die spätgotischen Kanzeln im württembergischen Neckargebiet bis zur Einführung der Reformation. In: Veröffentlichungen der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg, Reihe B: Forschungen, Band 132; Stuttgart 1997, S. 83–87.
Weblinks
Website der Kirchengemeinde Affalterbach Kirchbaudatenblatt
Einzelnachweise
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