Friedrich August Oppe (* 1815 in Lößnitz; † 18. März 1887 in New York City) war ein sächsischer Kaufmann und Politiker, der während der Revolutionen 1848/1849 in Erscheinung trat.
Leben Oppe war ein Fabrikant und Kaufmann, der in der erzgebirgischen Stadt Lößnitz ansässig und als Stadtverordneter tätig war. Er entstammte einer angesehenen Lößnitzer Kaufmannsfamilie.Michael Rudloff: Das sächsische Fabrikbürgertum und die Revolution 1848/49, in: Ulrich Heß, Petra Listewnik, Michael Schäfer (Hrsg.): Wirtschaft und Staat in der Industrialisierung Sachsens 1750–1930, Leipziger Universitätsverlag, Leipzig 2003, ISBN 3-935693-86-9, S. 105–138. Auf dem Landtag 1848 war er stellvertretender Abgeordneter des 13. städtischen Wahlkreises in der II. Kammer des Sächsischen Landtags, den Johann Kaiser vertrat.Josef Matzerath: Aspekte sächsischer Landtagsgeschichte. Die Mitglieder und Wahlbezirke der sächsischen Landtage (1833–1952), Dresden 2011, S. 300–301.Deutsche Allgemeine Zeitung vom 25. Mai 1848, S. 1936 (Digitalisat). Ende 1848 war er Kandidat des Vaterlandsvereins für den 55. Wahlkreis der II. Landtagskammer, konnte sich aber nicht durchsetzen.Deutsche Allgemeine Zeitung vom 7. Dezember 1848, S. 2 (Digitalisat). Nachdem Wilhelm Michael Schaffrath die Mandatsannahme im 46., 47. und 48. Wahlbezirk für die I. Landtagskammer abgelehnt hatte, da er Vizepräsident der II. Kammer war und sein dortiges Mandat nicht aufgeben wollte, wurde Oppe in einer notwendigen Nachwahl zum Landtagsabgeordneten gewählt. Dem Landtag 1849 gehörte er ab seinem verspäteten Eintritt am 22. Februar 1849 bis zur Auflösung am 30. April 1849 an.Josef Matzerath: Aspekte sächsischer Landtagsgeschichte. Die Mitglieder und Wahlbezirke der sächsischen Landtage (1833–1952), Dresden 2011, S. 84–85.Josef Matzerath / Uwe Ulrich Jäschke: Aspekte Sächsischer Landtagsgeschichte. Teil: Die Mitglieder und Wahlbezirke der sächsischen Landtage 1833 bis 1952. Teil 3: Wahlbezirke und Raumbezüge. Dresden 2011, S. 86–87. Er agierte als Vertreter der äußersten Linken. Oppe beteiligte er sich aktiv am Dresdner Maiaufstand.Staatsarchiv Chemnitz, 30584 Grafschaft Hartenstein / Herrschaft Stein, Nr. 2041. Nach dessen Niederschlagung wurde er ab dem Frühsommer 1849 steckbrieflich gesucht.Hellmut Kretzschmar, Horst Schlechte: Französische und sächsische Gesandtschaftsberichte aus Dresden und Paris, 1848–1849 (= Schriftenreihe des Sächsischen Landeshauptarchivs Dresden, Nr. 2/3), Rütten & Loening, Berlin 1956, S. 358.Dresdner Anzeiger und Tageblatt vom 25. Juni 1849, S. 2 (Digitalisat); vom 2. Juli 1849, S. 1 (Digitalisat).; vom 9. Juli 1849, S. 1 (Digitalisat). Gegen ihn wurden Schadensansprüche seitens der Staatsregierung und der Stadt Dresden erhoben und verfolgt,Hauptstaatsarchiv Dresden, 10036 Finanzarchiv Loc. 32374, Rep. 33, Spec. Nr. 7552a, Nr. 7552b und Nr. 7552c.Stadtarchiv Dresden, Sign. 2.1.3-C.X.109z.Staatsarchiv Chemnitz, 32939 Stadtrat und Stadtgerichte Lößnitz, Nr. 7. sein Vermögen beschlagnahmtStaatsarchiv Chemnitz, 30094 Appellationsgericht Zwickau, Nr. 2787. und darüber der Konkurs eröffnet.Staatsarchiv Chemnitz, 30584 Grafschaft Hartenstein / Herrschaft Stein, Nr. 2113 und Nr. 2114. Im Protokoll des Landtags 1850/51, für den die Mandatsverteilung des Landtags 1848 wieder galt, ist lapidar vermerkt, dass Oppe „den Bezirk verlassen“ und dadurch die Wählbarkeit verloren hätte.Mitteilungen über die Verhandlungen des ordentlichen Landtags im Königreiche Sachsen / 1. Kammer, 1850/51, S. 11 (Digitalisat).
Er entzog sich der strafrechtlichen Verfolgung und verließ als politischer Flüchtling das Königreich Sachsen. Oppe soll sich im Juni 1849 eine Weile in Basel aufgehalten haben.Deutsche Zeitung Frankfurt, Zweite Beilage vom 27. Juni 1849, S. 4 (Digitalisat). Danach wanderte er in die Vereinigten Staaten von Amerika ausMagdalena Gehring: Vorbild, Inspiration oder Abgrenzung? Die Amerikarezeption in der deutschen Frauenbewegung im 19. Jahrhundert (= Reihe „Geschichte und Geschlechter“, Band 75), Campus Verlag, Frankfurt / New York 2020, ISBN 978-3-593-51104-7, S. 65–66. und ließ sich in New York City nieder. Oppes Ehefrau folgte ihm – wie die von Louise Otto-Peters redigierte Zeitschrift Frauen-Zeitung vermeldete – im Frühjahr 1850 nach Amerika.Frauen-Zeitung vom 1. Juni 1850, S. 8 (Digitalisat). Seine Einbürgerung erfolgte am 16. Januar 1855.
Oppe starb am 18. März 1887 in New York City.Episcopal Diocese of New York Church Records, 1767–1970, Manhattan, Saint Andrews, Burials 1887, Bl. 467. Sein Tod wurde in der sächsischen Heimat im Wochen- und Nachrichtsblatt für die Städte Lichtenstein, Callnberg und die dahin einbezirkten Amtsortschaften kurz zur Kenntnis gegeben.Wochen- und Nachrichtsblatt für die Städte Lichtenstein, Callnberg und die dahin einbezirkten Amtsortschaften vom 16. April 1887 (Digitalisat).
Einzelnachweise
Kategorie:Mitglied der Ersten Kammer der Ständeversammlung des Königreichs Sachsen Kategorie:Mitglied der Zweiten Kammer der Ständeversammlung des Königreichs Sachsen Kategorie:Politiker (19. Jahrhundert) Kategorie:Kaufmann Kategorie:Teilnehmer am Dresdner Maiaufstand Kategorie:Deutscher Emigrant in den Vereinigten Staaten Kategorie:Person (New York City) Kategorie:Person (Schönburgische Herrschaften) Kategorie:Person (Lößnitz, Erzgebirge) Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1815 Kategorie:Gestorben 1887 Kategorie:Mann