mini|Logo von Steadfast Defender 2024 mini|thumbtime=2|Vizeadmiral Doug Perry stellt Steadfast Defender 2024 vor Steadfast Defender 2024 oder Steadfast Defender 24 (), abgekürzt STDE24 oder SD24, war ein NATO-Manöver vom 22. Januar bis 31. Mai 2024. Innerhalb von Steadfast Defender gab es 18 Manöver. Dabei wurde die Verteidigung gegen einen Einfall der Russischen Föderation in ein NATO-Land mit Auslösung von Artikel 5 (Bündnisfall) des Nordatlantikvertrags geübt. Es war das größte NATO-Manöver seit 1988, als Reforger 88 FTX – Certain Challenge im Kalten Krieg stattfand.

Truppenstärke Insgesamt nahmen 90.000 Soldaten an diesem Manöver teil. Noch im September 2023 waren nur 41.000 Soldaten geplant gewesen. Das Vereinigte Königreich hatte angekündigt, 20.000 Mann bereitzustellen. 16.000 Soldaten waren von der British Army angekündigt, darunter das 7th Light Mechanised Brigade Combat Team. Die Royal Navy stellte 2.000 Matrosen und 400 Soldaten der Royal Marines. An Defender 24 nahmen 17.000 US-Soldaten teil. Polen beteiligte sich mit 15.000 und Deutschland mit 12.000 Mann. Slowenien hatte angegeben, 200 Soldaten für das Manöver einzusetzen. Aus den Niederlanden nahmen 4.500 Soldaten der Koninklijke Landmacht und 850 der Koninklijke Marine teil. Dänemark hatte angekündigt, circa 650 Soldaten von allen Teilstreitkräften zu stellen. Es sollten auch das Specialoperationskommandoen mit dem Jægerkorpset, Frømandskorpset und Slædepatruljen Sirius in das Manöver gehen. Frankreich hatte keine Zahlen zu seiner Beteiligung veröffentlicht. Schweden hatte mindestens 4500 Soldaten für das Manöver Nordic Response zugesichert. Das NATO-Mitglied Island, das keine eigenen regulären Streitkräfte unterhält (siehe Militärische Situation Islands), schickte Vertreter in die NATO-Kommandobehörden in Belgien (SHAPE), Norfolk (JFC Norfolk), und Northwood. Die Streitkräfte der Tschechischen Republik nahmen beim Manöver Swift Response 24 mit dem 43. výsadkový pluk und der Kbely Transport Kompanie der 242. Transport- und Spezialflieger-Staffel von der 24. Fliegerbasis „T. G. Masaryk“ teil. Für die US Army stellte das in Kaiserslautern sitzende 21st Theater Sustainment Command während der Übung Defender 2024 die Logistik. Kanada hat etwas mehr als Tausend Soldaten zum Steadfast Defender entsent. Darunter auch Einheiten der Canadian Special Operations Forces Command (CANSOFCOM).

Beteiligte Staaten mini|NATO-Mitgliedsstaaten in Europa und Asien (dunkelblau) Alle 32 NATO-Mitgliedstaaten – eingeschlossen Schweden als neustem Mitglied des Verteidigungsbündnisses – nahmen an der Übung teil:

Militärgerät Am Manöver nahmen teil: 50 Schiffe 80 Luftfahrzeuge ca. 1100 Kampffahrzeuge

Die niederländische Marine stellte für das Manöver die Schiffe Karel Doorman und Johan de Wit bereit. 1.000 Fahrzeuge, ein Drittel des Fahrzeugbestandes des niederländischen Militärs, wurden bei der Übung eingesetzt. Dänemark nahm mit zwei Fregatten und einem Inspektionsschiff teil. Die United States Navy setzte die Gunston Hall der 2nd Fleet bei der Übung ein. Kanada entsandte die HMCS Charlottetown vom CFB Halifax aus zum Manöver. Italien entsandte die Giuseppe Garibaldi und die San Giorgio.

Tschechien entsandte vier C-295 der Kbely Transport Kompanie der 242. Transport- und Spezialflieger-Staffel von der 24. Fliegerbasis „T. G. Masaryk“.

Quadriga 2024 mini|Karte des Quadriga-2024-Manövers mit seinen vier Teilmanövern Im Zusammenhang mit Steadfast Defender 2024 führte die Bundeswehr auch ihr Manöver Quadriga 2024 durch. Quadriga 2024 war wiederum geteilt in vier Manöver, welche die Alarmierung, die Verlegung der Truppen sowie das Gefecht simulierte. Die vier Teilmanöver waren Grand North vom 21. Februar bis 15. März, Grand Center vom 26. Februar bis 26. April, Grand South vom 26. April bis 18. Mai und Grand Quadriga vom 2. bis 30. Mai 2024. Der Name des Manövers ist ein Bezug zur Quadriga auf dem Brandenburger Tor als Symbol für Freiheit, Einheit und Stärke. Die Quadriga ist auch ein Verweis auf die vier Stoßrichtungen beziehungsweise die oben erwähnten Teilmanöver. An der Übung waren mehr als 12.000 Soldaten der Bundeswehr beteiligt, insbesondere jene der 10. Panzerdivision. Nach Angaben des Generalinspekteurs der Bundeswehr, Carsten Breuer, war Quadriga 2024 „die erste Übung der Bundeswehr, bei der die Verteidigung der NATO-Ostflanke mit der Rolle Deutschlands als Dreh- und Angelpunkt für die Verteidigung Europas“ zusammengeführt wurde. Während des Manövers wurden auf deutschem Bundesgebiet große Militärkonvois verlegt. Es wurden Flussüberquerungen geübt.

Brilliant Jump 2024 Ein weiteres NATO-Manöver als Teil von Steadfast Defender war Brilliant Jump II oder auch einfach Brilliant Jump 2024, das vom Allied Joint Force Command Brunssum geführt wurde und die NATO Response Force testete. Das Manöver fand vom 13. bis 28. Februar statt, daran beteiligt waren das Vereinigte Königreich, Spanien, Polen, die Türkei und Albanien. Insgesamt nahmen an dem Manöver 700 Fahrzeuge mit 3000 Soldaten teil. Am Ende des Manövers wurde auf dem Truppenübungsplatz Centrum Szkolenia Wojsk Lądowych Drawsko geübt, um anschließend beim Manöver Dragon 24 teilzunehmen.

Die Briten verlegten 600 Fahrzeuge für dieses Manöver vom Mutterland über Emden nach Paderborn-Sennelager mit Logistikeinheiten. Dabei war der britische Truppenübungsplatz Senne eine wichtige Drehscheibe für die Verlegung von Truppen an die NATO-Ostflanke. Das 7th Light Mechanised Brigade Combat Team übernahm die Fahrzeuge in Paderborn und fuhr sie nach Polen.

Spanien hatte seine Einheiten nach Stettin verschifft. 300 Soldaten mit 65 Fahrzeugen wurden von der Brigada 'Guzmán el Bueno' X und dem 21. Logistik-Regiment aus Sevilla übernommen und durch Polen verlegt.

Dragon-24 15.000 Soldaten der polnischen Streitkräfte sowie Personal aus den USA, des Vereinigten Königreichs, Frankreichs, Deutschlands, Spaniens, Sloweniens, der Türkei und Albaniens hielten im Rahmen der Steadfast Defender vom 25. Februar bis zum 14. März 2024 das Manöver Dragon-24 ab. Von den polnischen Verbänden trainierten dabei hauptsächlich die zwei Divisionen 11 Dywizja Kawalerii Pancernej und 16 Pomorska Dywizja Zmechanizowana. Außerdem nahm das VJTF teil. Geübt wurde auf dem Truppenübungsplatz Centrum Szkolenia Wojsk Lądowych Drawsko bei Drawsko Pomorskie. Als Gerät kamen K2 Panzer, M1 Abrams, Chunmoo, HIMARS, AHS Krab und K9 Thunder zum Einsatz. Insgesamt sollten 3.500 Fahrzeuge eingesetzt werden, darunter 100 Kettenfahrzeuge. Auch die Vereinigten Staaten, Spanien und Frankreich nahmen mit Panzern an der Übung teil. Es wurden die Überquerung der Weichsel und taktisches Verlegen auf Straßen geübt.

Joint Warrior 24-1 Joint Warrior 24-1 war ein Manöver unter Führung von Großbritannien. Die Übung begann am 24. Februar und endete am 4. März 2024. Bei dem Manöver wurde das Sichern von Kommunikationswegen und Landungsoperationen an der norwegischen Küste geübt. Das Manöver war dem Manöver Cold Response vorangestellt und mit ihm verbunden. An der Übung nahmen 20000 Soldaten und 50 Schiffe teil. Neben dem Vereinigten Königreich nahmen noch Kanada, Dänemark, Frankreich, Deutschland, die Niederlande, Norwegen, Polen, Spanien und die Vereinigten Staaten teil. Die Übung fand in den Gewässern zwischen Schottland, Norwegen und Island statt. Die HMS Prince of Wales Task Group entsandte dabei den Flugzeugträger Prince of Wales für das Manöver. Die HMS Portland war auch am Manöver beteiligt. Die HMS Prince of Wales und Portland waren dabei der UK Carrier Strike Group unterstellt. Weiter waren die Fregatten HMCS Charlottetown aus Kanada, die spanische SNS Cristobal Colon und die Dänische HMDS Niels Juel dem Marienegrossverband unterstellt. Von der NATO nahmen die Standing NATO Maritime Group 1 und die Standing NATO Mine Countermeasures Group 1 teil. Von Frankreich nahmen die Fregatte Normandie mit dem Flugzeug Atlantique 2, dem Minenschiff Andromède und einem nicht näher genannten Jagdatomuboot teil. Das Bataillon Détroyat der Fusiliers marins war auf der USS Gunston Hall stationiert.

Nordic Response Das Manöver Nordic Response 24 wurde im Anschluss an Joint Warrior durchgeführt, und zwar vom 3. bis zum 15. März 2024. Ursprünglich war es nicht Teil von Steadfast Defender und sollte das Großmanöver nur als Dachmanöver nutzen, dennoch war es dann beim Start ein Manöver von Steadfast Defender. Das Manöver ist zudem auch ein Teil von Large Scale Global Exercise 24.

Insgesamt nahmen 20.000 Soldaten am Manöver teil, darunter 11.000 Soldaten zu Land. Deutschland nahm mit 1500 Soldaten an dem Manöver teil, darunter die Gebirgsjägerbrigade 23. Auch das Seebataillon nahm an der Übung teil. Das Bataillon hatte sich in der Gebirgs- und Winterkampfschule in Mittenwald für den Winterkampf vorbereitet.

Norwegen stellte 8000 Soldaten, Schweden 4500 und Finnland 4100 Soldaten. Weitere Teilnehmer des Manövers waren die USA, Kanada, die Niederlande, das Vereinigte Königreich, Dänemark, Belgien, Frankreich, Spanien und Italien. Etwa 50 Schiffe und etwa 100 Flugzeuge nahmen an diesem Manöver teil. Die Niederlande entsandte das Korps Mariniers mit der Zr. Ms. Johan de Witt. Frankreich entsandte 400 Soldaten des 7e bataillon der 27e brigade d’infanterie de montagne für das Manöver. Außerdem stellte Frankreich die Amphibischen Soldaten der 9e brigade d’infanterie de marine. Weiterhin waren alle Marineeinheiten wie bei Joint Warrior auch beim Nordic Response Teil des Manövers. Teile des Bataillon de Fusiliers Marins Détroyat war auch an dem Manöver beteiligt. In Dévoluy haben siech die Soldaten des Bataillons auf Nordic Responce vorbereitet. Von Kanada nahmen Soldaten der Canadian Special Operations Forces Command (CANSOFCOM) teil.

Hauptsächlich wurde im Norden von Schweden, Finnland und Norwegen, also um das Nordkap, die Finnmark und in Lappland geübt. Östlich des 24. Längengrades wurde nicht geübt, um einen Abstand zu Russland einzuhalten. Als Szenario wurde ein Angriff einer fremden Nation auf diese Region gewählt und die NATO-Reaktion simuliert. Es wurde auch Bjerkvik und in Alta geübt was von der Öffentlichkeit sichtbar ist.

Dabei war auch eine Komponente, wie die neuen Pläne funktionieren. Das norwegische Gebiet und norwegische Einheiten sollten neu unter JFC Norfolk stehen, jedoch ist dieser Übergangsprozess noch nicht abgeschlossen. Trotzdem wurden zur Zeit des Manövers die norwegischen Einheiten vom JFC Norfolk geleitet. Nach Abschluss der Übung wurden sie wieder ein Teil vom JFC Brunssum.

Die OSZE und ihre Mitgliederstaaten, inklusive Russland und Belarus, wurden über das Manöver informiert. Weil jedoch weniger als 13.000 Soldaten zu Land übten, wurden Russland und Belarus, in Übereinstimmung mit dem Wiener Dokument, nicht eingeladen, Beobachter zu schicken. Das Forsvarets operative hovedkvarter informierte zusätzlich die russische Nordflotte über das Manöver. Dabei tauschte der norwegische Generalleutnant Yngve Odlo sich direkt mit dem russischen Admiral Alexander Alexejewitsch Moissejew per Videokonferenz aus.

Vier ausländische Bürger wurden am 9. März in Bjerkvik verhaftet, nachdem sie Drohnen in der Nähe des Manövers geflogen haben. Die Polizei gab nicht bekannt, welche Nationalität diese Bürger hatten.

Crystal Arrow 24 Crystal Arrow 24 war ein in Lettland unter lettischer Führung durchgeführtes Manöver der Mechanisierten Infanteriebrigade und der EFP-Battlegroup Latvia. Insgesamt nahmen 2000 Soldaten am Manöver teil, die vom 26. Februar bis zum 12. März 2024 übten, wobei die Hochphase des Manövers vom 9. bis zum 12. März andauerte. Beteiligte NATO-Verbündete waren Albanien, USA, Dänemark, Tschechien, Estland, Italien, Kanada, Montenegro, Polen, Slowakei, Slowenien, Spanien und Deutschland. Geübt wurde auf dem Truppenübungsplatz Adazi polygon und in der Gegend um Kadaga.